Die Betreiberfamilie des Polarions um Ben (von links), Maria und Justin Zilla, Monika Schleicher, Jamie Zilla sowie Kevin Zilla freut sich über gute Besucherzahlen. Foto: Felix Biermayer

Das Eisstadion in Bad Liebenzell hat in der vergangenen Saison einen Besucherrekord aufgestellt. Die Betreiber wollen über zwei Millionen Euro investieren. Allerdings fürchten sie um ausreichend Parkplätze für ihre Gäste.

Der Winter ist vorbei, das Eis im Polarion abgetaut. Dort wo sich die Gäste jetzt im Paintball messen dürfen, drängten sich in der abgelaufenen Saison viele Gäste. 100.000 Menschen besuchten das Eisstadion von September bis März, wie Kevin Zilla, Sohn der Geschäftsführerin Monika Schleicher erzählt - ein neuer Rekord. „Die Tendenz ist stetig steigend“, ist er zufrieden.

 

Corona-Knick überstanden

In der Saison 2022/2023 seien es etwa 75.000 Besucher gewesen. Damit sei der starke Einbruch aus den Corona-Jahren endgültig überstanden. Damals hätten sich die Besucherzahlen wegen der langen Schließungen nahe Null bewegt. Doch auch in der Zeit davor sei ein stetiges Wachstum der Gästezahlen zu erkennen gewesen - und das nicht nur an den Wochenenden. Unter der Woche nutzten vormittags viele Schulen das Polarion als Ausflugsziel. Teilweise bis zu 16 Busse hätten vor dem Gebäude geparkt, erzählt Zilla.

Außerdem gebe es sieben Vereine mit insgesamt 450 Mitgliedern, die auf der Eisfläche trainierten. Darunter seien neben den Freestylern und den Broomballern mehrere Eishockeymannschaften. Zu den Spielen kämen im Schnitt 300 Zuschauer. „Wir haben kaum noch Eiszeiten für die Vereine frei“, meint Schleicher. Das Training mancher Mannschaften beginne erst um 23 Uhr. „Wir müssten eigentlich eine zweite Eisfläche bauen“, so Zilla. Logistisch komme man mittlerweile an die Grenzen.

Investitionen über zwei Millionen Euro geplant

Ein zweites Eisstadion wollen sie zwar nicht bauen. Trotzdem wollen die Betreiber in den kommenden Jahren 2,35 Millionen Euro ins Polarion investieren. Aktuell richten sie die Event-Location Polaris im Gebäude für 150.000 Euro. Dazu kommt ein Escape Room für 75 000 Euro. Beides soll kommenden Oktober eingeweiht werden. Bald sollen auch die Bande, die Lüftungsanlage, die sanitären Anlagen und die Heizung erneuert werden. Außerdem braucht das Polarion einen neuen Zamboni. Das ist das Fahrzeug, das in den Pausen das Eis wieder glatt zieht.

Die größte Investition ist aber die anstehende Dachsanierung. Dessen Zustand werde alle zwei Jahre geprüft, so Zilla. Einsturzgefährdet sei es aktuell nicht. Aber man müsse es jetzt richten, sonst werde es künftig noch teurer.

Bald zu wenig Parkplätze?

Für diese Inventionen bräuchten sie jedoch Sicherheiten, so Zilla. Er spielt damit vor allem auf die Parkplätze an. 300 stünden momentan im Gebiet der Talwiesen zur Verfügung. Das sei das Minimum, das benötigt werde. Geht es nach der Stadt, soll auf den Flächen in den Talwiesen neben dem Polarion künftig die Firma Heizöl Häberle angesiedelt werden. Dadurch würden aber viele Parkplätze für das Polarion verloren gehen.

Die Betreiber fühlen sich dabei von der Stadt verschaukelt. Schon vor Jahren habe man ein Kaufinteresse für diese Flächen bei der Kommune bekundet. Nun wollen sie wenigstens einen Teil der Flächen kaufen, um so genügend Parkplätze zu haben. Allerdings habe die Verwaltung darauf nicht reagiert, erzählen die Betreiber. Ohne ausreichend Parkflächen seien sie aber nicht bereit, die großen Investitionen zu tätigen, so Zilla. Eine gemeinsame Nutzung der Flächen mit der Firma Häberle sei keine praktikable Lösung.

Umnutzung des Polarions?

„Eigentlich läuft es super, aber wir bekommen dieses Problem nicht gelöst“, sagt Zilla. Sollte sich keine Lösung abzeichnen, könne das Polarion auch dicht machen. Seine Mutter gehe bald in den Ruhestand. Er und seine Geschwister hätten andere Jobs und betrieben das Polarion nur, weil es Spaß mache. Er könne sich durchaus auch eine Umnutzung der Eishalle als Wohnmobilstellplatz vorstellen. Das wäre für die Stadt aber nicht gut, findet er. Denn das Polarion bringe viele Besucher nach Bad Liebenzell.

Das sagt die Stadt

Die Pressesprecherin der Stadt, Sandra Fleige, erklärt, dass es Gespräche mit den Polarion-Betreibern gegeben habe. Der Stadt sei an einer einvernehmlichen Lösung des Parkplatz-Problems gelegen. Die Stadt könne die Flächen in den Talwiesen momentan nicht verkaufen, da sie an die Firma Häberle verpachtet seien. Die Firma solle auch dorthin verlagert werden. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahren soll der Parkplatzbedarf ermittelt werden.