Bürgermeister-Stellvertreter Sebastian Kopp (von links) mit dem neuen Vorstandsteam des Fördervereins um Patrick Kargut, Naseri Feldmann. Heidrun Rheinfrank, Monika Eikenroth, Karl-Heinz Gengenbach und Dietmar Lehmann-Schaufelberger Foto: Felix Biermayer

Viele Bürger wollen das Bad Liebenzeller Freibad erhalten. Die Bemühungen bündeln sich nun in einem Verein.

Die Stadt Bad Liebenzell hat finanzielle Probleme. Immer wieder geht es im Gemeinderat darum, Einsparmöglichkeiten zu finden. Dabei geraten die sogenannten freiwilligen Leistungen in den Blick. Das sind Aufgaben, welche die Kommune nicht dem Gesetz nach erfüllen muss.

 

Dazu gehört zum Beispiel auch das Freibad. 440 000 Euro muss die Stadt hier jährlich hinzuzahlen, um den Verlust auszugleichen. Und das, obwohl der Gemeinderat schon Sparmaßnahmen für das Freibad beschlossen hat.

Eine Schließung des Bades wurde bisher nicht offen diskutiert. Der stellvertretende Bürgermeister Sebastian Kopp (UL) erklärte im Gremium sogar, dass das Freibad zur DNA Bad Liebenzells gehöre.

Fortbestand sichern

Anfang November trafen sich im Ratssaal 100 Menschen, die mit ehrenamtlicher Arbeit helfen wollen, das Defizit des Freibades zu verkleinern – und so dessen Fortbestand dauerhaft zu sichern.

Das Freibad in Bad Liebenzell Foto: Wolfgang Krokauer

Manche erklärten sich bereit, bei der Vor- und Nachbereitung der Freibadsaison zu helfen, Müll einzusammeln oder die Grünanlagen zu pflegen. Andere boten an, Malerarbeiten oder Sanierungsmaßnahmen zu übernehmen, an der Kasse zu sitzen oder Veranstaltungen zu organisieren.

Hohe Motivation

Vereinzelt gaben Bürger sogar an, dass sie künftig Schwimmaufsichten übernehmen könnten. Die Motivation war hoch. Schnell wurde klar, dass es für die Organisation einen Förderverein braucht.

Dieser wurde nun bei einem weiteren Treffen im Sitzungssaal gegründet. Diesmal kamen rund 50 Menschen, nicht nur aus Bad Liebenzell. „Es ist schön, wie voll der Saal ist“, sagte Bürgermeisterstellvertreter Kopp zur Begrüßung.

Stadtrat Dietmar Lehmann-Schaufelberger (Grüne) führte wie schon beim ersten Treffen durch den Abend. Eine elfköpfige Arbeitsgruppe habe eine Satzung entworfen. Das Finanzamt habe die Gemeinnützigkeit eines Fördervereins bereits bestätigt.

Spenden sammeln

Die Anwesenden beschlossen die Satzung. Stimmberechtigt sind im Verein demnach Mitglieder ab 16 Jahren. Der Verein will neben Arbeitseinsätzen künftig vor allem Spenden sammeln, um den Fortbestand des Bades zu gewährleisten. Die Mitgliedschaft kostet 30 Euro pro Jahr, bei Ermäßigung 15 Euro. Die Familienmitgliedschaft kostet 50 Euro im Jahr.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Patrick Kargut gewählt. Seine Stellvertreterin ist Naseri Feldmann. Um die Kasse kümmert sich Heidrun Rheinfrank. Schriftführerin ist Monika Eikenroth. Beisitzer wurden Stefan Frank, Anette Hubert, Karl-Heinz Gengenbach und Dietmar Lehmann-Schaufelberger. Der Bürgermeister – oder aktuell dessen Stellvertreter – ist qua Amt beratendes Mitglied des Vorstands.

Auf den neuen Vorstand kommen gleich schon die ersten Aufgaben zu. Denn die Neu-Mitglieder hatten bereits Ideen: Rettungsschwimmerausbildung beim DLRG in Althengstett oder Rabatte auf Eintritte für Mitglieder, die viele Dienste übernehmen. Und der Verein möchte sich bei der Einwohnerversammlung am 25. Januar präsentieren. Dort dürfen Interessierte dann auch in den Förderverein eintreten.