Ein fröhlich dreinblickender Osterhase lädt alle Interessierten zum Barfuß- und Erlebnispfad Heidenei in Bergfelden ein. Foto: Schneider

Der Barfußpfad in Bergfelden bei Sulz verspricht auf gut 500 Metern Länge ein besonderes Erlebnis. An manchen Stellen fühlt es sich fast so an, als wäre man „im Himmel“.

Der Himmel ist strahlend blau, die Wiesen leuchten saftig grün, die Sonne leuchtet von oben, und überall hört man Vögel zwitschern. Es ist mitten in den Osterferien – doch was könnte man bei solch einem „Postkarten-Wetter“ denn draußen alles machen?

 

Eine Idee für Familien: nach Bergfelden kommen. Geparkt werden kann direkt neben dem Waldspielplatz – der aller Voraussicht nach auch die erste Anlaufstelle der Jüngsten wird.

Naturlehrpfad ist gratis

Währenddessen können sich die Eltern überlegen, ob man einen der drei angeschriebenen Wanderwege rund um den Sulzer Teilort in Angriff nehmen möchte – den Rundweg Brand mit 4,4 Kilometern, den Jäckle-Weg mit 8,3 Kilometern sowie die Heidenei-Strecke, die 10,8 Kilometer umfasst – oder ob es nicht doch Richtung Barfuß- und Erlebnispfad gehen soll.

Entscheidet man sich für Letzteres, kann man auf den ersten Metern noch viel über die Ökosysteme Weiher und Hecke lernen, denn der Naturlehrpfad liegt auch auf der Strecke.

Infos zu Waldbewohnern

Ist man schließlich am Eingang des Barfußpfades angelangt, können die Schuhe sogleich in ein eigens errichtetes „Schuh-Haus“ aus Holz abgestellt werden – jetzt lautet das Motto: Barfuß ins Getümmel!

Das Laub raschelt unter den Fußsohlen, Rindenmulch und kleine Äste passen sich dem auf ihnen liegenden Körpergewicht an – während an verschiedenen Bäumen Wissenswertes zu Steinadler, Kleiber oder Buntspecht zu lesen ist.

Borke, Rindenmulch und Zapfen

An der ersten Station kann man über große runde – und kalte – Steine steigen, nur um die darauffolgenden Baumnadeln als noch weicher und angenehmer zu empfinden. Es folgen runde Kiesel, die einem die eigenen Fußsohlen sehr bewusst machen – bis man über einen glatten Baumstamm balanciert, an dem sich der Fuß wunderbar anschmiegt.

Ein Stück der Borke, über die man geht, rundet das Baum-Erlebnis ab, das wenige Schritte weiter in einem Rindenmulch- und Zapfenfeld doch noch einmal ganz intensiv erfahren werden kann.

Himmel und Hölle in Bergfelden

Mehrere großflächige Trittsteine hinterlassen eine angenehme Kühle, bis die nächsten Felder, gefüllt mit kleineren und größeren Steinen, die auch Ecken und Kanten haben, deutlich mehr Mut erfordern. Aber ist der Gang über das im Sonnenlicht glitzernde und funkelnde Gestein geschafft, versprechen Rindenmulch-Felder und abgeflachte Baumstämme Erholung von der bisherigen, reizintensiven Oberfläche.

Wenn sich kleine Kiesel und Sandflächen abwechseln, kann man den Blick sowohl über kunstvolle Holzskulpturen als auch die Wald- und Wiesenlandschaft rund um Bergfelden schweifen lassen. In den Boden eingelassene Baumscheiben haben den treffenden Namen „Himmel und Hölle“ – und nehmen so Bezug auf das Hüpfspiel, das auf vielen Schulhöfen zu finden ist.

Der „Bergfelder Sauigel“

Der weitere Weg, der über sanft federnde Baumzweige führt, hinterlässt tatsächlich ein bisschen das Gefühl, man schwebe „wie im Himmel“. Über steinerne Treppen und unterschiedliche Baumstamm-Konstruktionen geht es immer weiter nach oben – bis der Blick auf den original „Bergfelder Sauigel“ fällt.

Bei dem seltenen Geschöpf handelt es sich um einen Stamm mit dem Gesicht eines Ebers, dessen Äste, an denen man sich beim Gehen über den „Rücken“ festhalten kann, eben an Igelstacheln erinnern. Nachdem nun der höchste Punkt der Strecke erreicht ist, geht es nur noch bergab.

Ein erlebnisreicher Tag

Allerdings gilt es erst noch, über einen – von zwei bemoosten Baumstämmen gehaltenen – Balken zu balancieren und eine Hängebrücke zu überwinden, bevor weiche Moose, kühle Steinfliesen und warmes, von der Sonne beschienenes Laub den Wanderer schließlich zurück zum Startpunkt geleiten.

Zieht man dort wieder seine Schuhe an, setzt sich auf eine der nahestehenden Bänke und nimmt das mitgebrachte Vesper zur Hand, spürt man in den Füßen ein sanftes Kribbeln. Da weiß man, dass man selbst – und die Fußsohlen – einen wirklich erlebnisreichen Tag erlebt haben.