Flankiert von Holger Frick und OB Stephan Neher (von links) und dem neuen Abteilungskommandanten Dirk Kohlstetter (ganz rechts) stellte sich die nicht ganz komplette Crew der Geehrten unserem Fotografen. Foto: Klaus Ranft

Die 1863 gegründete Freiwillige Feuerwehr Ergenzingen hat manchen Sturm erlebt; den Letzten, als der Kommandant und einer seiner Stellvertreter ihre Ämter zur Verfügung stellten.

. Da brodelte wieder einmal die Gerüchteküche, aber Genaueres weiß man in der Öffentlichkeit bis heute nicht. Die Feuerwehr kam allerdings wieder gestärkt aus dieser Situation hervor. Das machte die samstägliche Jahreshauptversammlung im Adolph-Kolping -Saal deutlich, bei der Abteilungskommandant Dirk Kohlstetter Rottenburgs OB Stephan Neher, Holger Frick von der Führungsspitze der Gesamtwehr Rottenburg, Ortsvorsteher Timo Wachendorfer und auch Mitglieder des Ortschaftsrates willkommen hieß.

 

Kohlstetter, seit dem 24. Juli 2025 in Amt und Würden, verwies in seinem Jahresrückblick auf eine 58 Mann starke Ergenzinger Wehr mit einem Durchschnittsalter von 36,4 Jahren, die 2025 bei 70 Einsätzen gefordert worden sei. Unter anderem bei 32 Verkehrsunfällen – acht davon auf der A 81 – bei der acht Personen gerettet werden konnten. In einem Fall sei jede Hilfe zu spät gekommen. Zu Bränden sei man neun Mal gerufen worden, dazu kamen noch etliche technische Hilfe- Leistungen. Den Autofahrern stellt Kohlstetter anheim, freitags und montags besonders aufzupassen, da diese Tage laut Statistik die unfallträchtigsten seien.

Lehrgänge und Weiterbildungsmaßnahmen

Der Abteilungskommandant verwies außerdem auf 34 Übungen, 20 Zug- und Gruppeführerübungen und verschiedene Lehrgänge und Weiterbildungsmaßnahmen, die von den Floriansjüngern absolviert wurden. Auch im Ortsgeschehen habe man sich eingebracht, Infotage in den Kindergärten und Schulen abgehalten und nicht zuletzt auch die örtlichen Vereine und Institutionen bei Veranstaltungen unterstützt. Für den 9. Mai dieses Jahres stellte Kohlstetter eine Hauptübung des Ausrückbereiches „West“ in Aussicht. Per PowerPoint wurden dann die Einsätze des vergangenen Jahres noch einmal in Erinnerung gerufen.

Für die beiden an diesem Abend verhinderten Schriftführer verlas Christian Rempis den Bericht. Demzufolge wurden sieben Ausschusssitzungen abgehalten. Außerdem hätten eine Aufräumaktion im Feuerwehrhaus, das Mitwirken beim 70-jährigen Bestehens des DRK-Ortsvereins, ein Familienfest und das Partnerschaftstreffen mit den Golser Freunden zu Buche geschlagen.

Um den Feuerwehrnachwuchs ist es in Ergenzingen gut bestellt. Derzeit seien es fünf Mädchen und 14 Jungen, die sich bei der Jugendfeuerwehr einbringen, so Jugendwart Alexander Schweizer. Elf Übungen seien abgehalten worden, drei gemeinsame zusammen mit den Jugendfeuerwehren aus Eckenweiler und Baisingen solle es künftig geben. Bei der Feuerwehrolympiade habe man einen 2. und 9. Platz erreicht und außerdem am Kinderferienprogramm teilgenommen. Dank zollte Schweizer den Eltern der Kinder für ihre tatkräftige Unterstützung.

Rainer Molitor berichtete über die Aktivitäten der Alterswehr und Kassenverwalter Hans Beser vermeldete einen zufriedenstellenden Kassenstand, was für eine einstimmige Entlastung sorgte.

OB Stephan Neher und Holger Frick dankten den Floriansjüngern und insbesondere dem neuen Abteilungskommandanten dafür, dass die Abteilung Ergenzingen wieder in Schwung gekommen sei. Allerdings mussten sie sich in Sachen Einsatzvergütung auch kritische Stimmen anhören.

Überbordende deutsche Bürokratie

Da die überbordende deutsche Bürokratie auch die Feuerwehr erreicht hat und manche Mitglieder der Ergenzinger Wehr schon über eine längere Zeit keine Einsatzvergütung (15 Euro pro Stunde) mehr bekommen haben – wohl auch deshalb, weil sie dazu persönliche Daten preisgeben müssten, das aber nicht taten - ist nun die Stadt gefordert. OB Neher gelang es dann die Wogen zu glätten und versprach, sich um diese Angelegenheit zu kümmern.

Beförderungen und Ehrungen

Beförderungen:
Lara Buchele wurde zur Feuerwehrfrau und Lenny Renz zum Feuerwehrmann auf Probezeit ernannt. Marco Mast und Matthias Werth zu Hauptfeuerwehrmännern.

Für 15 jährige Tätigkeit
wurden Tom Haber, Kevin Kränzler und Daniel Rosner das Ehrenzeichen in Bronze verliehen. Für 25 Jahre
erhielt Jürgen Ackermann das Ehrenzeichen in Silber.

Für 40 Jahre:
Jürgen Buchele wurde für 40 Jahre mit einem Geschenkkorb bedacht, gleichfalls Hans Nisch, der in die Alterswehr wechselt.