Festakt in der Silberdistelhalle, Partynacht im proppevollen Festzelt, kilometerlanger Umzug mit 49 Gruppen, 30 Festwagen und 1200 Teilnehmern durch den Ort: Die Feuerwehr Egenhausen hat ihren 150. Geburtstag am Wochenende ausgiebig mit Tausenden von Besuchern gefeiert.
Nach dem Festakt mit 200 geladenen Gästen hatte die Bevölkerung zwei Tage lang Gelegenheit, das Jubiläum bei herrlichem Spätsommerwetter mitzufeiern. Das Interesse war enorm.
Bereits bei der Partynacht am Samstagabend füllte sich das 1000-Mann-Zelt in kurzer Zeit. Erwartet wurde durchweg junges Publikum, um sich zu heißer Musik in Stimmung bringen zu lassen. Aber auch viele Jahrgänger mittleren Alters hatten sich auf den Weg gemacht, weshalb DJ „Jeff“ aus Überlingen auch „angepasste „ Titel auflegte.
Bis weit nach Mitternacht wurde gelacht, gesungen, getanzt und zugeprostet. Die letzten Gäste sollen, wird berichtet, erst am frühen Morgen in bier-und cocktailseliger Laune das Festzelt verlassen haben.
Der Sonntag wurde mit einem Gottesdienst eingeläutet. Die Predigt zum Thema „Nachsorge“ teilten sich Kirsten Kastner und Pfarrer Gerolf Krückels aus Walddorf von der Notfallseelsorge im Landkreis Calw. Umrahmt wurde der Gottesdienst vom Musikteam „Punkt 10“ der evangelischen Kirchengemeinde. Außerdem beteiligte sich die Jugendfeuerwehr Egenhausen mit einem Einspieler.
Kommandant braucht zwei Schläge
Zum anschließenden Fassanstich hatten sich Bürgermeister Sven Holder, der Chef der Hochdorfer Kronenbrauerei, Eberhard Haizmann, und Kommandant Ingo Waßilowski eingefunden, der nur zwei Schläge benötigte, bis frisch gezapftes Bier in die Gläser floss. Beim Mittagessen war für jeden Geschmack etwas dabei.
Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Festzug am Spielberger Weg mit einem Donnerschlag in Bewegung. Tausende Zuschauer säumten die Strecke, besonders viele in der Ortsmitte. Angeführt wurde die kilometerlange Schlange vom Jubilar. Aus jeder Abteilung – Feuerwehrpiraten, Jugendfeuerwehr, Aktive, Alterswehr – hatte eine Abordnung Aufstellung genommen. Aus einer Pferdekutsche winkten Ehrengäste den Zuschauern am Straßenrand zu. Beim Rathaus stiegen sie aus und verfolgten den vorbeiziehenden Umzug von einem von der Spedition Kirn aus Egenhausen zur Verfügung gestellten Lastwagen.
Waßilowski stellt die Gruppen vor
Kommandant Ingo Waßilowski kommentierte von dort aus ankommende Feuerwehren aus dem gesamten Kreis Calw und vier aus dem Kreis Freudenstadt (Pfalzgrafenweiler, Grömbach, Edelweiler, Bösingen) sowie Laufgruppen und Musikformationen. Aus Egenhausen waren unter anderem der Männergesangverein dabei, „ der ein Jahr älter ist als wir“, die 1989 als Interessengemeinschaft gegründeten Schlepperfreunde mit historischen Traktoren, der Kirchenchor, der 2026 sein 80-jähriges Bestehen feiern kann, außerdem Jungen und Mädchen vom Waldkindergarten, Posaunenbläser, Frauenturnerinnen, Tennisspieler, der Frauenchor, die Gartenfreunde, Holztransporte Hamann, Lohnunternehmer Hammer, die Spedition Kirn und andere ortsansässige Firmen sowie die „Konderer“- mit denen der 90 Minuten dauernde Umzug endete.
Die Zuschauer bekamen nicht nur viel zu sehen, sondern wurden mit Süßigkeiten und „Schnäpschen“ für ihre Teilnahme belohnt. Dass sie gelegentlich Wasserstrahlen aus Feuerwehrspritzen abbekamen, wurde lachend und prustend in Kauf genommen.
Nach dem Umzug wurde der Abschluss des Festwochenendes zu beschwingten Klängen der Band „Top-Sound-Musik“ aus dem Waldachtal ausgiebig und in bester Stimmung gefeiert.