Viele Mitglieder der Dobler Feuerwehr durften sich über ihre Beförderung freuen. Foto: Albert M. Kraushaar

Die Belastung nehme kontinuierlich zu, stellte Sven Schatz, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dobel, bei der Hauptversammlung fest. Zudem gab es eine besondere Ehrung.

Der Winter hatte die diesjährige Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dobel voll im Griff. Während im Kurhaus der Gemeinde insgesamt 42 Wahlberechtigte Platz genommen hatten, türmten sich vor dem Gebäude die Schneeberge unterhalb des Schlittenhangs immer höher. „Das Wetter kann man nicht vorplanen“, entschuldigte Gesamtkommandant Sven Schatz die Abwesenheit einiger Feuerwehrkameraden, die am späten Samstagnachmittag rund herum in diversen Aufgaben von Bauhof bis zu Einsätzen im Räum- und Streudienst voll gefordert waren.

 

Im Saal konnte Sven Schatz seine Kommandanten-Kollegen Martin Fackiner (Bad Herrenalb), Tom Braune (Höfen), Michael Rentschler und Tim Auerbach (Bad Wildbad), Manfred Wankmüller (Neuenbürg) und den stellvertretenden Kommandanten der Straubenhardter Feuerwehr, Jochen Treiber, begrüßen. Vom Kreisfeuerwehrverband war Markus Fritsch vor Ort, der zukünftige Kreisbrandmeister Bernd Maier wurde von Tido Lüdtke vertreten.

Mitgefühl mit Kameraden in Crans-Montana

In seiner Einleitung gedachte Sven Schatz auch all denen, die ausgezogen sind, anderen zu helfen und nicht mehr zu ihren Familien zurückgekehrt sind. Dabei blickte der Kommandant auch auf die Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Als Feuerwehrleute fühlen wir in solchen Momenten über die Grenzen hinweg mit.“ Intern sei die Feuerwehr Dobel in vielerlei Hinsicht gefordert worden, mit 41 Alarmierungen wurde der Spitzenwert aus dem Jahr 2020 abgelöst. „Ein Blick auf die Statistik verdeutlicht die kontinuierliche Zunahme der Belastung“, sagte Schatz zu den rund 900 geleisteten Einsatzstunden.

Eine besondere Ehrung gab es für Wilhelm König (rechts). Foto: Albert M. Kraushaar

Bei insgesamt 21 Übungen wurde das gesamte Spektrum des Feuerwehrwesens durchgespielt, Aus- und Weiterbildung vorangetrieben, im Bereich der Brandbekämpfung wurden die Schlauchreserven aufgestockt und die alten Strahlrohre des LF 16 wegen verstärkter Anfälligkeit und Problemen bei der Ersatzteilbeschaffung ersetzt. In Sachen Logistik und Fahrzeugpflege wurden ein Schwerlastregal und eine elektrische „Ameise“ angeschafft.

Mannschaftsstärke stabil

Ein weiteres Thema war die Digitalisierung mit der Einführung der neuen Verwaltungssoftware „Fireplan“. „Als sehr erfreulich beschrieb Sven Schatz die Tatsache, dass die Mannschaftsstärke stabil gehalten werden konnte. „Über die 56 Aktive hinweg zählt die Feuerwehr Dobel einschließlich Jugend und Alterswehr stolze 104 Mitglieder, unser Altersschnitt liegt knapp unter 40 Jahren, die Tagesverfügbarkeit ist gut“, so Schatz.

Neben den Einsatz- Übungs- und Ausbildungszeiten waren mit Florian Lutz, Holger Herrmann und Thomas Thaller drei Kameraden in interkommunaler Zusammenarbeit mit Nachbarwehren am Leistungsabzeichen in Silber beteiligt. „Auch der gesellige Teil käme nicht zu kurz“, stellte Schatz fest und erinnerte an Höhepunkte wie das Dorfwiesenfest, Martinsumzug oder den Helfertag, dazu hatte man intern einen dreitägigen Ausflug in die Region Nürnberg und Franken organisiert. Finanziell ergab der Kassenbericht ein minimales Minus, ein dickes Dankeschön gab es für den Bericht des Jugendleiters. „Ich sage in aller Deutlichkeit: Eure Arbeit ist die Versicherung für die Zukunft der Feuerwehr Dobel, wir sind auf den eigenen Nachwuchs angewiesen“, so Schatz weiter.

Technik optimiert

„Kameradschaft ist die eine Seite der Medaille, sie ist der Klebstoff, der unsere Wehr zusammenhält und zu einer schlagkräftigen Einheit macht. Die andere Seite ist die Technik als ein wichtiges Fundament der Feuerwehr.“ Dazu zählte der Kommandant Planungen und Anschaffung eines Mehrgasmessgeräts, Optimierung von leichter Einsatzkleidung, die Erweiterung um einen Stellplatz beim Gerätehaus und die Beschaffung eines GW-L 1.

Florian Lutz ist seit 15 Jahren im aktiven Dienst. Foto: Albert M. Kraushaar

„Wir haben einige Punkte in die Haushaltsplanung aufgenommen und hoffen dass wir die 2026/27 umsetzen können“, bestätigte Christoph Schaack. Der Bürgermeister warnte jedoch vor zu großen Erwartungen, denn auch Dobel hätte mit finanziellen Problemen zu kämpfen. „Alles können wir nicht erfüllen, so käme aktuell eine zusätzliche Belastung von 800 000 Euro aus der Kreisumlage auf die Gemeinde zu“, war seinen Grußworten zu entnehmen. In diese hatte er nicht nur seinen Dank – „ihr macht sehr viel für uns“ – eingepflegt, er lobte auch die Zusammenarbeit als bodenständig und realitätsbezogen.

Tido Lüdtke berichtete unter anderem von der Entscheidung um die Neubesetzung des Kreisbrandmeisterpostens für den Landkreis Calw, den Bernd Maier zum 1. März übernehmen wird. Markus Fritsch blickte auf das Gesamtbild der Feuerwehr. „Sie sehen die Meldungen, es gibt keinen Tag an dem wir nicht irgendwo gefordert wären“, so der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende und regte an darüber nachzudenken, was muss und was kann die Feuerwehr in der langen Anforderungsliste leisten.

Im Rahmen der Wahlen schied Holger Herrmann wegen seiner neuen Funktion als Kämmerer der Gemeinde als Kassenprüfer aus, als Nachfolger wurde Steffen Treiber für die nächsten fünf Jahre gewählt.

Im Rahmen der Beförderung bekam die Feuerwehr Dobel mit Nathalie Kraus, Niclas Schönthaler und Tobias Schäfer drei neue Oberfeuerwehrleute, Mike Stängle wurde zum Löschmeister ernannt.

Besondere Ehrung

Ehrungen wurden an Löschmeister Florian Lutz (15 Jahre Feuerwehrdienst), sowie die Mitglieder der Alterswehr Mato Krpan (in Bronze für 55 Jahre), Gerhard Kerber (Silber, 60 Jahre) und Wilhelm König (Gold, 65 Jahre). König durfte sich dabei ganz besonders freuen. Denn seine Ehrung sei das erste Abzeichen, das in dieser Form im Kreis Calw vergeben wird, sagte Fritsch.