Das sind die Feuerwehrkameraden, die Lehrgang besucht und bestanden haben. Foto: Günther Wallburg

24 Kameraden haben sich in ihrer Freizeit und unabhängig von ihren eigentlichen Feuerwehraufgaben zusätzlich zum Sanitäter im Rettungsdienst ausbilden lassen – ein Novum.

Ein hohes Mass an Respekt und große Anerkennung zollte Bürgermeister Markus Wendel bei einem kurzen Pressetermin den 24 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus den drei Feuerwehrabteilungen Rötenbach, Bad Teinach und Sommenhardt/Zavelstein vor dem Feuerwehrgerätehaus in Zavelstein. Über zwei Monate hinweg haben sie in ihrer Freizeit in 88 Stunden zwei Lehrgangsinhalte zum Sanitätshelfer (SHL) und zum Sanitätsdienst (SDL) durch die Landesschule des Arbeiter-Samariter-Bundes Baden-Württemberg (ASB) in der Krokus-Grundschule in Zavelstein vermittelt bekommen. Vorgeschaltet waren noch 16 weitere Stunden Basisausbildung über wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die vielen Stunden, wo die umfangreiche Theorie auch noch zu Hause gebüffelt werden musste, sind da noch nicht eingerechnet. Die Lehrgänge teilten sich in Theorie und Praxis auf.

 

Starker Wille

Dazu gehöre, gerade noch in der Vorweihnachtszeit, ein besonders starker Wille, große Einsatzbereitschaft und noch mehr Idealismus hinzu. Mit diesen Worten bedankte sich außer Bürgermeister Wendel auch Feuerwehrkommandant Werner Kalmbach bei seinen Kameraden. Der Kommandant ging selbst mit guten Beispiel voran und hat ebenso die Lehrgänge absolviert. Christoph Peukert, Lehrgangsleiter des ASB, lobte die Disziplin der gesamten Truppe. Keiner kam jemals zu spät oder fehlte irgendwann. Das sei eher selten.

Schukung in Anatomie und Physiologie

Ziel des Lehrganges und Motivation zugleich sei es gewesen, so Kalmbach, bei einer medizinischen Notsituation schnell zu helfen und die richtigen Maßnahmen zu treffen, bis der Rettungsdienst eintrifft. “Wir leisten als Sanitäter im Rettungsdienst ab sofort noch fundierter Erste Hilfe, leiten lebensrettende Maßnahmen bei Notfällen ein und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder des Notarztes. Wir ergreifen wiederbelebende Maßnahmen, übernehmen die erste Wundversorgung oder die Beatmung von Patienten. Dafür wurden wir auch in Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie sowie Diagnostik geschult.“

Ein Beispiel

Notsituationen habe die Feuerwehr häufig, erläuterte Kalmbach weiter und nannte auch gleich ein Beispiel dafür. Bei einem kürzlichen schweren Motorradunfall mussten der Notarzt aus Schömberg, der Rettungswagen aus Bad Wildbad und der Hubschrauber aus Freiburg kommen. Das sei aber kein Einzelfall gewesen. In Bad Teinach-Zavelstein benötige der Rettungsdienst aufgrund der topographischen Lage oft mehr als 15 Minuten, bis er vor Ort sei. Diese Zeit kann oft über Leben und Tod entscheiden. Das sei für ihn wie auch seine Kameraden der treibende Impuls gewesen, an mehreren Wochenenden in den Räumlichkeiten der Grundschule nochmals zu lernen.

Gut investiertes Geld

Bürgermeister Wendel lobte die Mannschaft und erwähnte dabei auch, dass die Kosten für die Lehrgänge in Höhe von etwa 15 000 Euro sehr gut investiertes Geld seien und er äußerst stolz sei, dass die Freiwillige Feuerwehr in seiner Kommune hier gar eine Vorbildfunktion im gesamten Landkreis habe.

Der Sanitätslehrgang berechtigt die FFW Bad Teinach-Zavelstein ab jetzt, den sogenannten “ First Responder“ zu stellen sowie die Lebensretter-App zu nutzen. Im Laufe der nächsten Wochen werden zusätzlich noch Praktika von mindestens 16 Stunden bei den verschiedenen Rettungsdiensten auf einem Rettungswagen von allen Lehrgangsteilnehmern geleistet.

Diese Kameraden haben bestanden

Folgende Feuerwehrkameraden haben den Lehrgang besucht und bestanden: Andreas Mast, Markus Ertel. Mandy Klein, Pascal Wohlgemuth, Daniel Nonnenmann, Patrick Nothacker, Leonie Kasun, Hans Roller, Steffen Schönthaler, Tamara Waidelich, Kevin Grossmann, Jonathan Traub, Patrick Kalmbach, Tatjana Wagner, Martin Schwämmle, Daniel Graner, Dominik Stahl, Alexander Keck, Enrique Epp, Lukas Braun, Julian Grossmann, Karsten Wohlgemuth, Nico Kalmbach und Werner Kalmbach.

Was ist der Unterschied zwischen SHL und SDL?

Der Sanitätshelferlehrgang (SHL)
bereitet die Teilnehmer auf den einfachen Sanitätsdienst vor. Den Sanitätshelfern stehen im Einsatz eine Sanitätstasche sowie Hilfsmittel zur Maskenbeatmung zur Verfügung. Der Lehrgang schließt mit einer Prüfung ab, wenn die Ausbildung nicht binnen drei Monaten mit dem Sanitätsdienstlehrgang fortgesetzt wird.

Der Sanitätsdienstlehrgang (SDL)
vervollständigt die sanitätsdienstliche Fachausbildung. Der Lehrgang bereitet fachlich auf Sanitätsdienste im Team vor, dabei steht die DIN-Ausstattung eines Krankentransportwagens zur Verfügung. Der SDL-Lehrgang schließt mit einer Prüfung zum Sanitäter ab. Der Rettungssanitäter untersteht dem Notfallsanitäter und assistiert diesem. Der Notfallsanitäter ist sozusagen die höchste, nicht ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. Die Kenntnisse und Fertigkeiten in der Sanitätsdienstausbildung müssen in regelmäßigen Fortbildungen aufgefrischt und können durch fachbezogene Weiterbildungen ergänzt und ausgebaut werden.