Die Pläne der Stadt, ihren Gebäudebestand zu optimieren, um Kosten zu senken, macht auch vor den Freiluft-Sportanlagen nicht Halt. Alle zwölf kommen auf den Prüfstand.
Neue Leitziele definieren will die Stadt im Zuge der Sportentwicklungsplanung. Konkret heißt das, dass sie Zustand, Bedarf und Auslastung der städtischen Freiluft-Sportanlagen unter die Lupe nimmt, die zum Teil verpachtet oder vermietet sind – und zum Teil sanierungsbedürftig.
Der Gemeinderat hat die Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung per einstimmigem Beschluss aufgefordert, ein einheitliches Pachtmodell (siehe Info) zu entwerfen und unverzüglich Gespräche mit den Vereinen aufzunehmen, um die Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen. Der Gemeinderat entscheidet dann für jede einzelne Sportfläche separat, wie damit künftig umgegangen wird.
Nun müssen Pachtverträge ausgehandelt werden
Mit dem Beschluss hat das Gremium die Stadt außerdem ermächtigt, Pachtverträge mit den Vereinen auszuhandeln und dabei beide Interessen „angemessen zu berücksichtigen“, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Nicht belegte Freiluftsportflächen sollen stillgelegt und gegebenenfalls zurückgebaut werden.
Sportgelände Bol: Ein eigenes Konzept zur alternativen Nutzung soll die Stadt für die Sportfläche auf dem Truchtelfinger Bol erarbeiten – auch das ist Teil des Beschlusses. Das dortige Sportgelände wird aktuell nicht mehr genutzt – weder der Rasensportplatz noch die Leichtathletikanlagen samt Zuschauerrängen, Technikräumen und Garagen. Umkleiden und Sanitäranlagen gibt es dort nicht. Außerdem ist die Bewässerungsanlage defekt und bedarf einer Generalsanierung. Die Sechs-Mast-Flutlichtanlage müsste auf LED umgerüstet werden, im schlimmsten Fall Masten erneuert, und umfangreiche Pflegemaßnahmen wären nötig. Temporäre Umkleide- und Sanitärcontainer waren letztmalig 2024 im Einsatz. Inklusive der Anmietung und Unterhaltung der Umkleide- und Sanitärcontainer, die 2024 letztmals fällig wurden, liegen die Unterhaltungskosten bei 61 818 Euro jährlich.
Wo der FC 07 Albstadt daheim ist
Albstadion: Der Rasensportplatz mit Vier-Mast-LED-Flutlichtanlage und Leichtathletik-Anlagen hat Zuschauerränge für 9000 Personen, ein Servicegebäude mit Umkleiden, Kraftraum, der Vereinsturnhalle des TSV Ebingen und dem Vereinsheim des FC 07 Albstadt. Schulen und Vereine nutzen das Stadion unter der Woche, die Fußballer am Wochenende und die Tartanbahn jeder, der laufen will. Der zuletzt 2016 sanierte Rasenplatz ist in gutem Zustand, die Tribünen sind ebenso wie die Tartanbahn und die Umlaufflächen sanierungsbedürftig. Zaunanlage und Kassenhäuschen müssen angepasst werden.
Den Tennenplatz daneben nutzen Vereine im Winter zum Training, er entspricht aber nicht mehr den Vorgaben, nimmt Wasser schlecht auf, und seine Sechs-Mast-Flutlichtanlage hat kein LED. Die Hälfte des Platzes ist mit der temporären Sporthalle bebaut. Die jährlichen Kosten ohne Personalkosten liegen bei 55 812 Euro.
Mazmannplatz: Den Rasenplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage – ohne LED – nutzen Schulen und Vereine unter der Woche; am Wochenende finden Fußball-Rundenspiele dort statt. Sanierungsbedürftig ist er, weil das Hangwasser Probleme macht. Ballfangzaun und Zaun sind aber in gutem Zustand. Die Unterhaltung kostet 16 676 Euro jährlich.
TSV-Platz: Der Rasensportplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage und Umkleiden im ehemaligen TSV-Vereinsheim hat Zuschauerränge, Garagen, Lagerräume und eine Pergola des FV Rot-Weiß Ebingen. Genutzt wird er von Schulen und Vereinen sowie für Rundenspiele am Wochenende. Bei Starkregen hat der Platz Probleme, das Wasser aufzunehmen, und die Zaunanlage muss saniert, das Flutlicht auf LED umgestellt werden.14 249 Euro zahlt die Stadt für die Unterhaltung pro Jahr.
Starkes Gefälle lenkt Regen auf den Platz
Sportgelände Waldheim: Die zwei Rasensportplätze mit Sechs-Mast-LED-Flutlichtanlage haben einen Zuschauerrang, Umkleiden und eine Garage, aber keine Bewässerungsmöglichkeit. Sanierungsbedürftig sind Ballfangzaun und Zaunalage. Genutzt werden sie für Vereinstraining und Rundenspiele. Ein Platz entspricht nicht der Spielfeldnorm und hat ein starkes Gefälle. Kleinere Sanierungen sind nötig. Jährliche Unterhaltungskosten: 24 680 Euro.
Sportgelände Lautlingen: Rasensportplatz, Bolzplatz und Leichtathletikanlagen bilden mit der Anlage des Tennisclubs und der Turn- und Festhalle ein kleines Sportzentrum, genutzt von Schulen und Vereinen sowie für Fußball-Rundenspiele. Die Sechs-Mast-Flutlichtanlage sollte auf LED umgerüstet, der Ballfangzaun und der Tartanbelag saniert werden. Der Platz ist gut wasserverträglich und hat eine eingebaute Bewässerungsanlage. Kleinere Sanierungen sind nötig. 25 132 Euro pro Jahr muss die Stadt für die Unterhaltung tragen.
Die Flutlichtanlage ist stark sanierungsbedürftig
Sportplatz Gallusstraße: Den Rasensportplatz mit stark sanierungsbedürftiger Sechs-Mast-Flutlichtanlage ohne LED, Trainingsfläche mit Flutlicht, nicht genutzter Leichtathletik-Anlage, Zuschauerrang, Umkleiden in der Turn- und Festhalle Laufen sowie Garagen und Lagerraum nutzen Vereine für Training und für Rundenspiele. Er ist allerdings sehr uneben, in schlechtem Zustand, die Drainagen sind eingebrochen, der Maulwurf macht Probleme und der Zuschauerrang muss saniert werden. Bewässert wird er mobil. Auf 24 392 Euro kommt die Unterhaltung pro Jahr.
Sportplatz Rübhay: Der Rasensportplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage hat keine Umkleiden oder Zuschauerränge und wird nur für Training genutzt. Oft bleibt Wasser auf dem Platz stehen, während es im Sommer schnell zu Trockenschäden kommt, zumal er nicht bewässert werden kann. Sanierung und Weiterbetrieb sind fraglich. Die jährlichen Kosten liegen bei 15 401 Euro.
Sportplatz Margrethausen: Der Tennenplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage ohne LED hat keine Zuschauerränge, aber ein Umkleidegebäude, und grenzt an Schützenhaus und Vereinsheim der TSG. Er wird für Training und Rundenspiele genutzt. Der Ballfangzaun ist sanierungsbedürftig. Mit 1277 Euro Kosten jährlich ist es der preisgünstigste Sportplatz.
Sportgelände Pfeffingen: Zwei Rasensportplätze mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage, eine kleine Trainingsfläche, eine Pumptrack-Anlage sowie ein Basketball- und ein Skateplatz liegen neben dem Vereinsheim, der Pergola und den Umkleiden des FC Pfeffingen. Garagen und ein Lagerraum sowie eine vereinseigene Tribüne sind vorhanden. Genutzt wird der Platz für Training und Rundenspiele und mobil bewässert. Ein Ballfangzaun ist sanierungsbedürftig. Das Flutlicht muss auf LED umgerüstet werden und braucht zusätzliche Masten. Bei 32 999 Euro liegen die jährlichen Kosten.
Sportgelände Zaislen: Der Rasensportplatz in Onstmettingen hat eine Sechs-Mast-Flutlichtanlage, eine Trainingsfläche mit Zwei-Mast-Flutlichtanlage, ein Umkleidegebäude, eine vereinseigene Gaststätte, Garagen und Lagerraum und wird für Training und Rundenspiele genutzt. Saniert werden müssen die eingebaute Bewässerungsanlage und die Zaunanlage , ebenso wie am Tennenplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage und Umkleidegebäude, der nur als Ausweichplatz genutzt wird. Der Zaun ist sanierungsbedürftig, die Flutlichtanlage müsste auf LED umgestellt werden. Auf 11 115 Euro jährlich summieren sich die Kosten.
Sportgelände Lichtenbol: Im Stadion liegen der Rasenplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage, Leichtathletik-Anlagen, Rängen für 4000 Zuschauer, Servicegebäude, modernisierter Trinkwasseranlage, Garagen und Lagerräumen. Die eingebaute Bewässerungsanlage ist saniert, Tribünen und Dach aber sanierungsbedürftig, während Platz und Leichtathletikanlagen in gutem Zustand sind. Genutzt wird das Stadion von Schulen und Vereinen, für Fußball- und American-Football-Rundenspiele sowie für Leichtathletik-Wettkämpfe. Das Flutlicht muss auf LED umgerüstet werden.
Das gilt auch für die Sechs-Mast-Flutlichtanlage des Kunstrasenplatzes, der für Training und Rundenspiele genutzt wird, aber keine Zuschauerränge hat. Den Tennenplatz mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage wird als Ausweichplatz genutzt, ist sanierungsbedürftig und verfügt nicht über LED. Das „Trainingswiesle“ mit Sechs-Mast-Flutlichtanlage – auch sie braucht LED – nutzen Schulen und Vereine sowie Fußballer. Mit 98 901 Euro liegen die Unterhaltungskosten für das Lichtenbolstadion jährlich am höchsten.
Einheitliches Pachtmodell
Exklusiv belegt
von Vereinen sind das Sportgelände Waldheim in Ebingen, die Sportplätze Gallusstraße und Rübhay in Laufen, der Sportplatz Hornau und der Tennenplatz in Margrethausen, das Sportgelände Zaislen in Onstmettingen und das Sportgelände Pfeffingen.
Die Idee
für das Pachtmodell sieht so aus, dass die Kommune das Sportgrundstück oder einzelne Flächen an den Verein verpachtet, der sie exklusiv nutzt und Werbeflächen anbringen darf. Der Pachtvertrag sollte langfristig, 30 bis 50 Jahre, laufen, aber eine Testphase und eine Mindestlaufzeit beinhalten. Die Betriebskosten müsste der Verein ebenso tragen wie Reparaturen, Pflege und organisatorische Pflichten – und er müsste die Verantwortung für einen ordnungsgemäßen und sicheren Betrieb tragen.
Der Pachtzins
sollte sich, so die Idee, nach Größe, Lage und Ausstattung der Sportfläche sowie nach der Wirtschaftlichkeit des Vereins richten – und könnte entfallen, wenn der Verein umfangreiche Unterhaltungsaufgaben übernimmt. Bei größeren baulichen Maßnahmen könnte sich die Stadt durch Sportförderung beteiligen, der Verein zudem Zuschüsse einwerben und durch Vermietung weitere Einnahmen generieren.