Bei der Aufführung im September war von Weihnachten noch keine Spur. Doch am dritten Advent kehren "die Schöne" (Britta Petersen) und "das Biest" (Christian Peter Hauser) auf die Seelbacher Bühne zurück – mit einer Weihnachtsversion. Foto: Kiryakova

Ein Märchen bekommt einen festlichen Anstrich: Die Freilichtspiele Seelbach präsentieren am dritten Adventswochenende "Die Schöne und das Biest" als Weihnachtsversion. "Das Stück eignet sich wunderbar", so Regisseurin Katja Thost-Hauser.

Seelbach - Mit "Die Schöne und das Biest – Christmas Edition" haben nun alle, die im September keine Karten mehr bekommen haben, oder das Stück noch einmal sehen wollen, die Möglichkeit, sich der Jahreszeit entsprechend verzaubern zu lassen, kündigt die Gemeinde Seelbach die Wiederauflage des Stücks an. Regisseurin Katja Thost-Hauser erzählt ihre Version des alten französischen Märchens mit weihnachtlichen Klängen für jung und alt.

Die Idee, das Stück, das im September Premiere gefeiert hat, noch einmal neu aufzulegen, sei relativ schnell entstanden, so Thost-Hauser im Gespräch mit unserer Redaktion. "Corona hat uns in der Mangel gehabt. Einige Schauspieler mussten in Quarantäne", erzählt sie. Am 10. und 11. Dezember hofft sie nun darauf, dass alle spielen können – vor allem die, die im September nicht dabei waren.

Aufführung beinhaltet weihnachtliche Elemente

Das Umschreiben des Stücks auf eine Weihnachtsgeschichte sei leicht gewesen, erklärt die Regisseurin. Denn: "Das Stück bietet sich wunderbar an". So ließen sich in der Aufführung an vielen Stellen immer wieder weihnachtliche Elemente finden. Die Gemeinde Seelbach gibt auf ihrer Webseite einen Einblick in die Sonderversion: Der kleine französische Ort Couronne eröffnet den Weihnachtsmarkt. Belle genießt die fröhliche Stimmung und singt mit den Dorfbewohnern Weihnachtslieder. Ihre verarmte Mutter jedoch macht sich große Sorgen, da sie dringend auf eine wichtige Benachrichtigung wartet, von der der Wohlstand der Familie abhängt. Als diese endlich ankommt, muss sie sich schnell auf eine Geschäftsreise aufmachen. Belles verwöhnte Schwestern freuen sich, schon bald wieder im Luxus leben zu können, während Belle nur um eine Rose als Mitbringsel bittet.

Auf dem Rückweg der wenig erfolgreichen Geschäftsreise verirrt sich die Mutter in ein magisches Schloss, heißt es von Seiten der Gemeinde weiter. Obwohl offensichtlich niemand zu Hause ist, wird ihr ein Abendessen präsentiert und für sie musiziert. Haben sich etwa die Möbel bewegt? Als sie sich am nächsten Tag wieder auf den Heimweg machen möchte, erblickt sie zu ihrem Erstaunen eine blühende Rose und erinnert sich an Belles Wunsch. Sie pflückt sie und plötzlich erscheint ein furchtbares Biest, das sie bedroht.

Wie es weiter geht, erfahren die Besucher der Aufführung im Seelbacher Bürgerhaus. Eines sei sicher: Liebe kann alles, auch ein Ungeheuer erlösen, vor allem wenn der schönen Belle der Zauber von Weihnachten zur Seite steht, so die Gemeinde.

"Das wird eine Weihnachtsparty"

"Wir haben eine schöne Version gefunden. Das wird eine Weihnachtsparty", ist Thost-Hauser bereits voller Vorfreude. Das gleiche gelte für das ganze Ensemble. Dankbar ist sie für die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die ebenfalls von der Idee begeistert gewesen sei.

"Es lohnt sich absolut, sich das Stück noch einmal anzusehen", hofft die Regisseurin auch auf "Wiederholungstäter" unter den Zuschauern. Neben der reinen Aufführung werde es auch einige weihnachtliche Gesangseinlagen geben. Darunter bekannte Lieder zum Mitsingen, aber auch weniger bekannte Lieder. "Wir hoffen, dass die Besucher zahlreich kommen", so Thost-Hauser. Eine Selbstverständlichkeit sei das nach den Lockdowns immer noch nicht. Für sie ist klar: "Es wird etwas ganz besonderes. Es wird schön sein, dieses Miteinander zu erleben". Während des Stücks, hofft die Regisseurin, können die Zuschauer "Krieg, Krankheit und Stromkosten ein bisschen vergessen".

Insgesamt drei Aufführungen der Sonderversion sind angesetzt: Samstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr sowie Sonntag, 11. Dezember, um 15 Uhr und 19.30 Uhr. Tickets gibt’s ab 17,70 Euro im Vorverkauf auf der Webseite der Gemeinde.

Info – Seit 2015 Intendantin

Katja Thost-Hauser ist in Wien geboren und hat als Regisseurin bereits mehr als 100 Theaterstücke in Deutschland, Österreich und Kanada inszeniert. Ihr Vater Bruno Thost, der im Jahr 2019 starb, stammt aus Seelbach und gründete dort die Freilichtspiele. Daher kommt die Verbindung zur Gemeinde im Schuttertal. Im Jahr 2015 hat die heute 50 Jahre alte Katha Thost-Hauser den Posten der Intendantin übernommen.