Flankiert von Bollenhutmädle: Wildbads Bürgermeister Ulrich Bünger (von links), wissenschaftlicher Leiter Thomas Hafen, Rolf Dittus, Ortsvorsteher von Sulz am Eck, Grenzstein Entdecker Timo Roller und Heide Dittus, Margit Langer, Geschäftsführerin des Vogtsbauernhofs, Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert. Foto: Jehle

Zufällig von Wanderern entdeckt. Wildberg übernimmt für Schlössle Patenschaft.

Gutach - Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ist um ein weiteres Schmuckstück reicher. Die Stadt Wildberg schenkte dem Freilichtmuseum einen historischen Grenzstein, der nun die Gemarkung des Effringer Schlössles markiert.

Zur offiziellen Übergabe und Einweihung war am Sonntag eine Delegation aus Wildberg angereist. Sie wurde begrüßt von Margit Langer, Geschäftsführerin des Vogtsbauernhofs und dessen wissenschaftlichen Leiter Thomas Hafen sowie Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert. Die besondere Verbindung zu Wildberg bestehe seit der Eröffnung des "Schlössles" im März 2018, erinnerte Langer an die damalige Übernahme einer Patenschaft für das 600 Jahre alte Landschloss. Seither finde ein reger Austausch zwischen dem Museum und den beiden Kommunen statt, die vergangenes Jahr in Form einer Kooperationsvereinbarung vertieft worden sei.

Zufällig von Wanderern entdeckt

"Der Grenzstein ist ein Meilenstein unserer Partnerschaft und bringt hohe Symbolkraft mit", betonte Hafen in seinem Grußwort. Es werde ein Übergang markiert, was auch in alten Redewendungen wie "über Stock und Stein gehen" zum Ausdruck komme. Ortsgrenzen seien historisch mit Holzstämmen und Landesgrenzen mit Steinen markiert worden. In einem kurzen Exkurs erläuterte Hafen die hiesige geschichtliche politische Silhouette von Kurpfalz, Herzogtum Baden, das Königreich Württemberg und Vorderösterreich.

Das auf dem am Schlössle gesetzten Grenzstein eingemeißelte "W" stehe jedoch für "Wildberg" und die Nummer kennzeichne den Grenzverlauf des Staatswaldes und den Ländereien des Klosters Reuthin. Das Kleindenkmal gehört zu einer Gruppe von Marksteinen, die von Wanderern zufällig entdeckt wurde.

Wildbergs Bürgermeister Ulrich Bünger bedankte sich für das herzliche Willkommen und erklärte, die gemeinsam unterzeichnete Urkunde solle mit Leben erfüllt werden. "Wir haben viel Kontakt unterm Jahr", unterstrich Bünger und kündigte freudestrahlend eine Überraschung an.

Wildberg übernimmt für Schlössle Patenschaft

Diese bestand aus sogenannten Grenzsteinzeugen, die unter einem Grenzstein eingegraben wurden. Sie sollten bei Streitigkeiten oder Verlust des Steins dessen genaue Lage bezeugen, wie Rolf Dittus, Ortsvorsteher von Sulz am Eck erläuterte.

"Wir freuen uns riesig über jede Ankündigung eines Besuchs von Ihnen", empfing Gutachs Bürgermeister die Delegation. Die persönliche Begegnung sei in Pandemiezeiten besonders wertvoll. Das Museum sei das Aushängeschild der Gemeinde und habe unter der Leitung von Langer und Hafen stetigen Aufschwung erfahren. Gerne wurde die Einladung angenommen, nächstes Jahr den berühmten Schäferlauf zu besuchen. "Ihr werdet als Ehrengäste eingeladen", kündigte Wildbergs Bürgermeister an.

Das Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof öffnete das Effringer Schlössle aus Wildberg im März 2018 für die Besucher. Es wurde in einem aufwendigen, mehr als zwei Jahre dauernden Versetzungs- und Restaurierungsverfahren an seinen neuen Standort in Gutach gebracht. Wildberg hat für das Schlössle eine Patenschaft übernommen, mit der eine ideelle und finanzielle Förderung verbunden ist.

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