Die Knirpse des Kindergartens Stein haben die Murmelbahn auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums eröffnet – einige Eindrücke davon.
Die Zollernstadt hat eine neue Attraktion, die zum Ausflug einlädt: die Murmelbahn auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums in Stein. Das Angebot ist einmalig in der Region, und schon die Eröffnung am Mittwoch hat gezeigt: Die Kinder sind eifrig am Spielen mit der Murmelbahn.
Sie hatten nicht nur Kurzweile, sie durften die Murmeln auch behalten, Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn schenkte den Knirpsen noch Gummibärchen – damit war der Tag für die Kindergartenkinder perfekt, auch der Regen schreckte sie nicht.
Die Idee, eine Murmelbahn zu bauen, kommt ursprünglich von Hahn, der eine solche Konstruktion bereits in seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd gesehen hatte. Sein Dank galt jedoch den Forstwirten Marcel Killmayer, Manuel Ehmann und Alexander Mettler, die mit handwerklichem Geschick zu Werke schritten.
Bahnen sind zusammen rund 60 Meter lang
Wie Ehmann berichtete, haben er und seine Kollegen Sturmholz von Douglasien aus dem Stadtwald genommen. Für die Fundamente brauchten sie zwei Tonnen Beton, und die Bahnen haben eine Länge von fast 60 Metern.
Die Forstwirte haben die Konstruktion raffiniert ausgetüftelt: Die Kugel rollt genau so schnell bergab, dass Kinder – und natürlich auch Erwachsene – bequem nebenher laufen können, um die Murmel zu beobachten. Die richtige Neigung zu finden, verlangte einiges Fingerspitzengefühl und Geduld, erklären die drei Forstwirte.
Ausgestattet ist die Bahn mit einigen Finessen. Sie beginnt mit einem Wettrennen: Bei der ersten Bahn kann man zwei Kugeln gleichzeitig rollen lassen – für die Gewinnerkugel, geht es weiter zur nächsten Bahn. Versehen ist die Holzkonstruktion mit Hindernissen, Glöckchen und einem ‚Aufzug‘, um die Murmel nach oben zu ziehen.
Hahn an die Forstwirte gerichtet: „Ich bin beeindruckt, dass ihr Lust gehabt habt, das zu machen“ – zumal der Bau einer Murmelbahn nicht ihrem ursprünglichem Tätigkeitsfeld entspricht. Aufgebaut ist die Konstruktion unterhalb des Nordtors, für Hahn der richtige Ort, denn die Attraktion wertet nicht nur die Wanderung „Römertour“ auf, sondern bietet noch ein weiteres Argument zum Besuch des Freilichtmuseums.
Gerd Schollian vom Förderverein sprach nicht umsonst von einer „Bereicherung für das Römermuseum“. Er sagte, dass sich die Murmelbahn bewusst auf halber Höhe zum Nordtor befindet, sodass sie optisch nicht zur Konkurrenz wird. Auch das Denkmalamt musste dem Projekt auf historischem Boden zustimmen.
Das tat es, augenscheinlich sehr zur Freude der Kinder des Kindergartens Stein. Sie haben die Eröffnung ebenfalls mitgestaltet. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied hießen sie ‚ihre Gäste‘ willkommen. Danach führten sie ein kurzes Theaterstück auf, für das sich die Knirpse eigens Kostüme bastelten.
Spielgeräte kaputt
Spendenaktion
Am Rande der Murmelbahn-Eröffnung berichtete Gerd Schollian, Vorsitzender des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum, dass die Hälfte des Spielplatzes, der sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, abgebaut werden musste. Grund dafür ist demnach die mangelnde Verkehrssicherheit der Spielgeräte. Nun will der Förderverein eine Spendenaktion starten, um Ersatz zu erhalten.