Der Aufbau des Ortenauhauses im Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ist bald abgeschlossen. Dann geht es Innen weiter. Der technische Museumsleiter Horst Biegert informiert über den aktuellen Stand.
Auch wenn es von außen so aussieht, als liege das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Winterschlaf: Es tut sich dort auch jetzt viel. Vor allem beim Ortenauhaus, das am 2. Juli eröffnet werden soll.
Das historische Rebhaus aus Durbach wurde auf das Museumsgelände in Gutach versetzt, nun wird dort emsig gearbeitet. Unsere Redaktion hatte die Gelegenheit, mit Horst Biegert, dem technischen Leiter des Museums einen Rundgang durch das Gebäude zu machen. Zwei Eingänge gab es ins Hausinnere, nur an einer der beiden Türen gibt es jetzt eine Treppe, noch behelfsmäßig aus Holz. Drei Schlafkammern gibt es im Erdgeschoss, eine Küche und ein Bad.
„Der Holzfußboden war morsch, er musste herausgerissen werden“, erzählt Biegert. Unter dem neuen Fußboden soll es eine Fußbodenheizung geben, das ist schon zu erkennen. Es sei wichtig, eine gewisse Raumtemperatur zu halten, damit die Räume trocken bleiben. Bautrockner waren auch im Einsatz.
Das ganze Haus ist aus Holz. An manchen Stellen ist noch zu erkennen, dass dort mal der Holzbock für Schaden gesorgt hat. Biegert zeigt neue Balken, die eingezogen werden mussten, um die Statik zu erhalten. Es soll alles nach historischem Vorbild wieder hergerichtet werden. Im Bad hat es einen alten Holzofen für heißes Wasser gegeben, auch das soll wieder so eingerichtet werden.
Ausstellungsraum zum Thema Wald und Wein
Eine provisorische Holztreppe – oder eher Stiege – führt nach oben. „Dort war alles extrem niedrig“, schildert Biegert die vorherige Situation. Daher wurde ein Teil der Decke nicht wieder eingezogen, ein Raum bleibt bis zum Dach offen. Im Obergeschoss soll ein Ausstellungsraum zum Thema Wald und Wein entstehen. Die alte Rauchkammer auf dem Dachboden bleibt erhalten, kann jedoch nicht besichtigt werden. Es hätte keinen Sinn gehabt, die Stiege so zu erweitern, dass sie für Besucher breit genug wäre. „Es müssen immer zwei Fluchtwege da sein“, erklärt der technische Leiter des Museums. Die Rauchkammer soll als Lagerraum genutzt werden. Um für die Besucher Platz zu schaffen, werden auch nicht alle Wände nach historischem Vorbild wieder eingezogen. Es sei alles „extrem kleinteilig“ gewesen so Biegert. Besucher hätten sich da kaum bewegen können. Es werden auch längst nicht alle Möbel wieder dort aufgestellt, wo sie waren, es sei alles sehr zugestellt gewesen. Mit dem Mobiliar hätte man drei Häuser einrichten können, schätzt Biegert.
Dann geht es aus dem Haus heraus und in den kleinen Anbau, der früher Garage war und in dem auch eine Toilette für Kirchgänger untergebracht war. Dort werden im Erdgeschoss behindertengerechte Toiletten eingebaut. Eine Treppe führt in den Keller. Ursprünglich war das Haus nur teilweise unterkellert, der neue Keller unter der Garage wird mit dem alten verbunden. Der Unterschied in der Bausubstanz ist deutlich zu sehen. Im ursprünglichen Keller sieht man noch die alten Balken, die Wände werden nicht verkleidet. Dort soll die Geschichte des Weinbaus gezeigt werden, auch Weinbaugeräte sollen aufgestellt werden. Im neuen Teil des Anbaus werden Besuchertoiletten und die Technik, beispielsweise der Wärmetauscher, untergebracht.
Dann geht es nach draußen. Dort ist deutlich zu erkennen, dass auch ein Eckpfosten des Hauses ausgetauscht werden musste: „Da konnte man schon in das Haus hineinsehen“, erinnert sich Biegert. Vor dem Haus ist schon das Fundament der neuen Weinstube zu sehen. Dort entsteht eine bewirtete Winzerstube. Temperiert werden beide Gebäude durch Erdwärme, fünf Erdbohrungen bis circa 120 Meter Tiefe wurden gemacht. Vor den beiden Häusern wird es eine Terrasse geben, Kastanienbäume sollen dort gepflanzt werden, die den Besuchern der Winzerstube im Sommer Schatten spenden.
So geht’s weiter
Zur Zeit ist die Firma Jako noch verantwortlich für die „Baustelle“ Ortenauhaus. Das Unternehmen hat das Haus in Durbach abgebaut und in Gutach aufgebaut. Näheres dazu gibt es unter ortenauhaus.com/ zu sehen. Die Übergabe des Hauses an das Museum ist für Anfang März geplant. Dann geht Horst Biegert mit seiner Mannschaft an die Inneneinrichtung. Die Eröffnung des Hauses ist am 2. Juli geplant.