Die Freien Wähler Schliengen sind „richtig stolz“ auf ihre acht Vertreter im Gemeinderat.
Das sagte Vorsitzender Karl-Ernst Seemann bei der Generalversammlung am Montagabend. Die Partei umfasst derzeit 29 Mitglieder. Sie seien eine gute Gruppe, befand Seemann. Im vergangenen Jahr gab neben den zehn Gemeinderatssitzungen neun Fraktionssitzungen.
Rückblick: Seemann äußerte sich zufrieden darüber, dass es aus Sicht der Freien Wähler nun endlich wieder ein gut aufgestelltes Team im Rathaus gebe. Lob hatte er insbesondere für den neuen Rechnungsamtsleiter Johannes Sattler übrig, der auch auf den Gemeinderat zugehe und ihn an Entscheidungen teilhaben lasse. „Johannes Sattler kann uns einiges beibringen, so ist mein Eindruck“, hielt der Vorsitzende fest. Die Hoffnung ist groß, dass nun endlich Tempo in das Nachreichen der fehlenden Jahresabschlüsse der Gemeinde kommt. Diese stehen seit 2018 aus.
Seemann zählte mehrere Projekte auf, die mit den Freien Wählern über den Gemeinderat auf den Weg gebracht, zu denen aber auch viele Fragen seitens der Fraktionsmitglieder gestellt wurden. Eines davon ist die Schule in Mauchen, deren „dringend benötigter“ Ausbau rund fünf Millionen Euro kosten wird. Positiv gesehen wird seitens der Freien Wähler die Anschaffung neuer Geräte für den Bauhof. Auch künftig werde man angesichts der Finanzlage der Gemeinde bei der Mittelanmeldung, die für Ende 2026 ansteht, vorsichtig sein, sich aber trotzdem „voll engagieren für die Gemeinde und die Belange der Bürger“, versprach Seemann.
Finanzen: Kassenwart Wolfgang Pfeiffer berichtete über eine ordentliche Kassenlage. Die Einnahmen, die vorwiegend aus den Mitgliedsbeiträgen stammen, sind etwas gestiegen.
Bereits vorhandene Funkmasten nutzen
Ausblick: Zum geplanten Funkmast eines Betreibers in Niedereggenen, den der Ortschaftsrat zumindest am vorgesehenen Standort ablehnt, gibt es noch keine gesicherten Neuigkeiten. Ortsvorsteher Timo Hemmer teilte aber mit, dass „es Anfragen und Gespräche gibt, Funklöcher im Tal und im benachbarten Sitzenkirch eventuell über schon vorhandene Funkmasten anderer Telekommunikationsbetreiber abdecken zu können“. Er bedankte sich für die Unterstützung des Ortschaftsrats durch die Freien Wähler in Sachen Funkmast-Verhinderung.
Seemann urteilte, dass ein Ortschaftsrat ein Plus für jede Gemeinde sei, „denn die Mitglieder der Ortschaftsräte sind ganz nah dran am Tagesgeschehen“, davon würde auch der Gemeinderat profitieren.
Digital unabhängig werden
Unter „Verschiedenes“ wurde über die neue Computer und teure EDV-Programme diskutiert, die die Gemeinde anschaffen muss, um auch sicherheitsstandardmäßig „up to date“ zu sein. „Das kostet uns ein Schweinegeld, wir sind wie viele andere Gemeinden abhängig von amerikanischen Konzernen und deren Produkten“, ärgerte sich Wolfgang Pfeiffer. Er zitierte aus einem Fernsehbeitrag, in dem informiert wurde, dass das Bundesland Schleswig-Holstein mit viel Nachdruck nun auf sogenannte Open-Source Lösungen setze. Das Bundesland wolle digital unabhängig werden und zudem die hohen Lizenzkosten senken, die nun auch Schliengen wegen der Erneuerung der Programme leisten muss.
Pfeiffer wünschte sich, dass sich auch andere Bundesländer auf den Weg von Schleswig-Holstein begeben und sich auch Kommunen kundig machen, wie man längerfristig ohne Programme der amerikanischen Tech-Giganten eine Verwaltung digital besser aufstellen könnte.