Die freie Falterschule im Schwarzwald stößt in Dornstetten räumlich an ihre Grenzen und prüft einen Umzug nach Horb-Bildechingen.
Die Falterschule im Kreis Freudenstadt steht vor einer möglichen räumlichen und inhaltlichen Erweiterung. Die freie Schule, die seit September 2024 in den Räumen der ehemaligen Bäckerei Ziegler in Dornstetten betrieben wird, prüft derzeit einen Umzug nach Horb-Bildechingen. Anlass sind wachsende Schülerzahlen, zunehmende Projektarbeit – und die geplante Erweiterung um die Sekundarstufe.
„Wir sind mit sieben Kindern gestartet, sehr bewusst klein“, sagt Sabrina Fischer, Sekretärin und Lernbegleiterin der Schule. Zum Start unterrichteten eine Lehrerin mit zweitem Staatsexamen sowie zwei Lernbegleiter die Kinder. Inzwischen befindet sich die Falterschule im zweiten Schuljahr, unterrichtet klassenübergreifend Kinder der Klassenstufen eins bis vier und arbeitet mit gemischten Lerngruppen.
Woher kommen die Schüler? Die Schüler kommen aus einem weiten Umkreis: aus Wittlensweiler, Loßburg, Schömberg, Fluorn-Winzeln, Waldachtal – ein Kind sogar aus dem Landkreis Böblingen. „Die Entfernungen nach Dornstetten sind für viele Familien aus dem Raum Horb einfach groß“, erklärt Lernbegleiterin Anastasia Kindsvater. Horb sei deshalb schon lange ein Wunschstandort.
Warum reicht der aktuelle Standort nicht mehr? Die aktuellen Räume in Dornstetten stoßen zunehmend an ihre Grenzen. „Wir lernen stark projektbasiert. Dafür brauchen wir Platz – und den haben wir hier kaum noch“, so Fischer. In Horb-Bildechingen wird derzeit ein Gebäude mit rund 266 Quadratmetern geprüft. In den Räumen der Firma Köninger in Horb-Bildechingen war zuvor die Physiotherapie-Praxis „Physio Perform“, die innerhalb von Bildechingen umgezogen ist.
An diesem neuen Standort könnten perspektivisch bis zu 60 Kinder lernen, wie Fischer und Kindsvater berichten. Eine angrenzende Garage ließe sich als Handwerks- oder Werkstattbereich nutzen.
Was plant die Falterschule? Parallel bereitet die Falterschule die Einreichung ihres Sekundarstufenkonzepts vor. Ziel sei ein generationenübergreifender Lernort, erklärt Kindsvater: „Wir wollen Vereinsamung im Alter begegnen und Begegnungen schaffen – etwa durch Kochprojekte für ältere Menschen oder gemeinsames Lernen.“ Viele Kinder der Schule hätten entweder nie ein klassisches Schulsystem kennengelernt oder dort belastende Erfahrungen gemacht. Fischer und Kindsvater berichten: „Wir sehen oft, dass Kinder, die sich zuvor stark verweigert haben, in einem entspannten Umfeld plötzlich gut lesen lernen.“
Wo kann man sich informieren? Am Sonntag, 8. Februar, lädt die Schule ab 15 Uhr zu einem Info-Nachmittag in den Räumen der Firma Köninger in Horb-Bildechingen in der Robert-Bosch-Straße 24 ein. Neben einer Theateraufführung der Kinder („Eule findet den Beat“) geht es um Pädagogik, Austausch mit Eltern und Lernbegleitern sowie um die Zukunftspläne der Schule – insbesondere um einen möglichen Umzug.
Finanziert wird die Schule über Schulgeld, Bürgschaften der Eltern sowie Spenden und Sponsoren. Ein Gespräch mit dem Horber Bürgermeister ist für den 9. Februar angesetzt. Ob und wann ein Umzug realisiert werden kann, ist noch offen – klar ist jedoch: Die Falterschule plant langfristig und wächst über ihren bisherigen Standort hinaus.