Für das Jahr 2028 ist der Baubeginn des Lückenschlusses zwischen den Radwegen von Efringen-Kirchen bis Egringen anvisiert. Die Pläne sind schon weit gediehen.
Projektleiterin Alexandra Käfer und Stabsstellenleiterin Martina Hinrichs vom Landratsamt stellten den Planungsstand zum Bau des Radweges zwischen Egringen und Holzen im Egringer Rathaussaal rund 50 Interessierten vor.
Der Lückenschluss zwischen den Radwegen von Efringen-Kirchen bis Egringen sowie von Holzen bis Riedlingen ist seit dem Jahr 2014 als wichtiges Anliegen im Radverkehrskonzept des Landkreises verankert.
Nachdem ein Modellprojekt mit Schutzstreifen auf der Kreisstraße 6351 „nur mittelgut angekommen ist“, wie Alexandra Käfer in Erinnerung rief, habe im Oktober 2022 die Untersuchung von drei Varianten für einen „echten Radweg“ begonnen.
Weil bei einer Trassenführung östlich der Kreisstraße zu viel wertvoller Wald verloren gehen und die Nutzung bestehender Feldwege zu Konflikten mit landwirtschaftlichem Verkehr führen würde, habe sich ein Radweg westlich der K 6351 als Vorzugstrasse herauskristallisiert.
Der geplante Streckenverlauf
Der neue Radweg startet nicht direkt am Egringer Ortsausgang. „Das Ortsschild soll weiter nach außen versetzt werden“, erläuterte Alexandra Käfer. Denn erst ein paar Meter nach dem Siedlungsrand lasse sich die Kreisstraße für den Bau einer Mittelinsel aufweiten.
Diese diene als Querungshilfe für die Radler aus Richtung Efringen-Kirchen. Eine weitere Querungshilfe wird nach der Einmündung der Kreisstraße 6327 angelegt, über die Radler, die aus Richtung Rümmingen und Schallbach kommen, auf den neuen Radweg gelangen können.
Da der Feuerbach in dem kleinen Waldstück, das unterhalb von Maugenhard beginnt, direkt an die Kreisstraße heranrückt, ist in diesem Bereich eine Trassenführung zwischen Bach und Straße nicht möglich.
Der Radweg muss dort also über den Feuerbach hinweggeführt werden. Kurz hinter dem Waldstück kehrt er dann über ein zweites Brückenbauwerk wieder an die Kreisstraße zurück. Für den Radweg werde eine Böschung aufgeschüttet, so dass er auf demselben Höhenniveau wie die Straße verlaufe, so Alexandra Käfer weiter. Für alle Kreuzungen mit Straßen und Wegen gelte, dass den Radlern stets Vorfahrt zu gewähren sei.
Das weitere Vorgehen
Die Entwurfsplanung sei abgeschlossen und man steige nun in die Genehmigungsplanung ein. Kommendes Jahr soll nach den Vermessungsarbeiten dann der Grunderwerb erfolgen. Dazu werde es Mitte des Jahres 2027 einen Infotermin mit allen betroffenen Eigentümern geben.
Bei den Verkaufspreisen werde man sich an den Bodenrichtwerten orientieren, so die Frauen vom Landratsamt. Der Radweg werde drei Meter breit, hinzu kämen Bankette, so dass einem angrenzenden Grundstück ein Streifen von maximal fünf Metern verloren gehen könne.
Man werde versuchen, in jedem Einzelfall eine verträgliche Lösung zu finden, versicherte Martina Hinrichs, nachdem ein Landwirt angemerkt hatte, dass er im Zuge der Renaturierung des Feuerbaches bereits einen zehn Meter breiten Streifen habe abgeben müssen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Bauarbeiten im Herbst 2028 beginnen.
Aufgrund der transparenten Darstellung und dem Ausliegen aller Pläne gab es vergleichsweise wenig Fragen. Die Vorfahrt für Radfahrer sah Stefan Medam im Fall der Kreuzung der Zufahrt zum Bauernladen Schopferer als problematisch an.
Außerdem könnte die Linksabbiegespur für Autofahrer aus Richtung Holzen, die in Richtung Rümmingen wollen, zu kurz sein, wurde befürchtet. Mehrere Verkehrszählungen hätten aber ergeben, dass die angedachten Lösungen zu keinen größeren Rückstaus führen, so die Projektleiterin. Die Abbiegespur sei immerhin 32 Meter lang, ergänzte Bürgermeisterin Carolin Holzmüller.
Auch die sichere Führung der Radler durch Egringen dürfe man nicht aus den Augen verlieren, mahnte Uwe Wagener an, der Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt anregte. Und Marvin Aberer fragte, ob sich in Sachen Radweg-Weiterführung von Riedlingen nach Kandern etwas tue. Nach über 40 Jahren des Wartens habe sie die Hoffnung, dass das Land hier ab 2028 endlich mit dem Lückenschluss beginne, informierte Kanderns Bürgermeisterin Simone Penner.
Auch die Frage nach den Ausgleichsmaßnahmen wurde gestellt, denn mit dem Radweg wird eine Fläche von 11.430 Quadratmetern versiegelt. In welchem Umfang dies zu kompensieren ist, werde derzeit berechnet, informierte Naturschutzplaner Peter Lill, der sich etwa das Anlegung neuer Streuobstwiesen oder Aufforstungen im Wald vorstellen kann. Lill stand genauso wie Radwegplaner Jürgen Ufheil und Brückenplaner Dieter Seibert im Anschluss für Planerläuterungen zur Verfügung.