Sylvain Dujardin und seine Kollegin Cloé Seignovert messen per Zugverfahren die Standfestigkeit der alten Linde. Foto: Alexander Blessing

Die Standfestigkeit des Freiburger Wahrzeichens – der Oberlinden-Linde – ist per Zugversuch getestet worden. Wie es mit dem Baum weiter geht, wird nach dem Ergebnis des Gutachtens entschieden.

Die Linde auf dem Oberlindenplatz nahe des Martinstors steht seit 1729 an Ort und Stelle. Sie ist längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. In den vergangenen Jahren hat der Baum aber geschwächelt. Um zu Überprüfen, ob die Linde noch standfest genug ist, oder zu einem Sicherheitsrisiko wird, hat die Stadt ein Gutachten bei Simon David Ferner, der in Freiburg ein Baumpathologisches Institut betreibt, in Auftrag gegeben. Für das Zugverfahren, bei dem aus verschiedenen Richtungen mit einer Zugkraft von bis zu 1,5 Tonnen an dem Baum gezogen wird, sind Sylvain Dujardin und Cloé Seignovert aus Lyon nach Freiburg gekommen.

 

Experten sind aus Frankreich angereist

Die beiden Experten aus Frankreich setzen zuerst einen Ankerpunkt in die Baumkrone. Anschließend wird ein Seil daran befestigt und mit einem Seilzug, der an einem Bagger hängt, Kraft auf dem Baum ausgeübt. Diese Kraft simuliert die Windlast, bei denen der Baum bei künftigen Stürmen standhalten muss. Mit Messgeräten erfassten die Experten die Neigung des Baumstamms am Boden und die Wurzelbewegung.

Vorsichtige Entwarnung

„Die ersten Daten, die ich gerade gesehen habe, sehen gar nicht so schlecht aus“, erklärt Ferner nach dem ersten Zugversuch. Das bedeutet man können auch den zweiten Zugversuch aus einer anderen Richtung vornehmen. Genaueres zur Standfestigkeit des Baumes könne man aber erst sagen, wenn alle Daten erfasst und analysiert wurden, so Ferner.

Die Ergebnisse des Gutachtens liegen dem Garten und Tiefbauamt in gut drei Wochen vor. Erst dann wird entschieden, wie es mit der rund sieben Meter hohen und fast 300 Jahre alten Linde weitergeht.