Auf knapp 40 Hektar Fläche leben auf dem Mundenhof kleine und große Tiere. Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Der Freiburger Mundenhof wird immer beliebter. Im vergangenen Jahr haben mehr als 573.000 Besucher das Tiergehege besucht.

Mehr als 573.000 Menschen haben im vergangenen Jahr das Freiburger Tiergehege auf dem Mundenhof besucht. Der Besucherrekord freut die Verantwortlichen zwar, es gibt aber mittlerweile Tage, an denen die Tierpfleger kaum noch zu den Tiergehegen vordringen können, weil so viel Publikum da ist, berichtet Susanne Eckert vom Leitungsteam der knapp 40 Hektar großen Anlage. Ein bisschen sei das mittlerweile wie der „Über-Tourismus“ in Städten wie Venedig und Barcelona.

 

Der Mundenhof sei ein Phänomen, so Eckert. „Wir machen ja eigentlich keine Werbung und schalten keine Anzeigen. Es gibt seit vielen Jahren eigentlich nur ein Faltblatt mit Veranstaltungsterminen.“ Und das reiche offenbar, um die Besucherzahlen im Vergleich zu 2013 nahezu zu verdoppeln. Ein „riesiger Erfolg und eine große Auszeichnung“ sei das, so Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit (Grüne). Künftig rechne man beim größten Tiergehege in Baden-Württemberg mit weiter wachsendem Andrang, da in direkter Nachbarschaft der Stadtteil Dietenbach entsteht. Dort sollen einmal rund 16.000 Menschen leben.

Vandalismus und Diebstahl bleiben ein Problem

Mit dem Besucherzuwachs einher gehen einige weitere Probleme, für die man derzeit keine richtig gute Lösung weiß, so Susanne Eckert. „Ich würde mal sagen, dass 96 Prozent unserer Besucherinnen und Besucher sich an die Regeln im Tiergehege halten.“ Aber es gebe eben auch ein paar, die beispielsweise ihre Hunde nicht anleinen wollen oder in Tiergehege eindringen. Zuletzt gab es auch einen Einbruch in der Werkstatt des Geheges. Immer wieder erlebe man Rückschläge durch Vandalismus auf dem offen betretbaren Gelände. Die Schäden im fünfstelligen Bereich seien problematisch. Negative Zwischenfälle seien aber auch eine Belastung für Tiere und Team auf dem Mundenhof: Im vergangenen Jahr wurden 16 Nandu-Eier aus dem Nest gestohlen. Jeder Vorfall werde zur Anzeige gebracht, so Eckert.„Neben dem finanziellen Schaden durch solche Handlungen sind es vor allem die Folgeerscheinungen, die uns langfristig beschäftigen. Neben der Unsicherheit bei Mitarbeitenden, Besuchenden und unseren Tieren kostet es eben auch enorm viele Ressourcen, alles wieder funktionstüchtig herzurichten“, erklärt Eckert. Das seien Kapazitäten, die für andere Projekte auf dem Mundenhof fehlen würden.

Mittlerweile wurde für die Nandus ein neuer Stall gebaut, in dem sie geschützter brüten können. Das Baumaterial kam von zwei Garagen bei der alten Schmiede, die im Zuge der Neugestaltung zur „Zukunftsschmiede“ abgerissen wurden. Baumaterialien zu recyceln entspreche voll und ganz dem Nachhaltigkeitsanspruch, den der Mundenhof verfolge, so Susanne Eckert.

Nachzuchterfolge im Aquarium

Aktuell gibt es wieder viele Tierbabys auf dem Mundenhof zu bestaunen. Fantastisch seien, so Eckert, auch die Nachzuchterfolge im Schauaquarium mit Piranhas, Kardinalbarschen und Anemonenfischen, die allesamt im Aquarium nur schwer zu züchten sind.

Beliebte Veranstaltungen wie das Kürbisfest im Herbst stehen auch 2026 auf dem Programm. Und am 10. Mai wird erstmals als Bildungsprojekt ein „Markt für Morgen“ mit vielen Mitmachaktionen veranstaltet. Pädagogische Angebote sind auf dem Mundenhof seit jeher gefragt: Als weiteres Angebot wird am 21. Juni zusammen mit der Initiative „Gemischte Tüte Freiburg“ ein inklusiver Kinder-Kunst-Workshop zur Drucktechnik mit Naturmaterialien aufgelegt.

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