Die Quartiersarbeit des Vereins Nachbarschaftswerk im Freiburger Stadtteil Brühl-Beurbarung ist Ansprechpartner für alle Bewohner des Viertels. In Freiburg gibt es insgesamt 13 solcher Anlaufstellen, die von sechs freien Trägern betrieben werden.
„Wir sind Ansprechpartner für Alles und für Alle“, erklärt Sebastian Gak. Zusammen mit Tina Brenneisen und Maryam Salehpour bildet er das dreiköpfige Team der Quartiersarbeit im Freiburger Stadtteil Brühl-Beurbarung. In Freiburg gibt es 13 solcher Quartiersbüros, die von freien Trägern betrieben werden und als Anlaufstelle für die Bewohner der Stadtteile dienen sollen. Das Viertel, in dem der Verein Nachbarschaftswerk die Quartiersarbeit seit 2020 anbietet, ist heterogen. „Hier leben viele ältere und alleinerziehende Menschen, Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger sowie Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärt Tina Brenneisen beim Gespräch mit unserer Redaktion. Die Zielgruppe und das Aufgabenfeld, in dem sich die Quartiersarbeit abspiele, sei deshalb auch sehr unterschiedlich.
Zu den Aufgaben der drei Quartiersarbeiter gehört das vernetzen der Bewohner und Institutionen im Viertel, die Förderung des ehrenamtlichen Engagements, die Organisation von gemeinsamen Aktionen und Festen, sowie die Leitung des Quartiersbüros und des Stadtteiltreffs. „Wir sind eine Schnittstelle zwischen der Stadt und den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir dienen als Sprachrohr in beide Richtungen “, zeigt Gak auf.
Vielfältige Angebote
„Wenn jemand mit einem Anliegen auf uns zukommt, prüfen wir, inwiefern wir dabei unterstützen können“, erklärt Tina Brenneisen. Entweder könnten sie selbst aktiv werden oder an die passenden Ansprechpartner weiterverweisen. So geschehen beim Projekt „Frischgebacken“. Eine kleine Gruppe sei auf das Team zugekommen mit der Idee, ein Elterncafé ins Leben zu rufen. Seit Sommer diesen Jahres ist das Angebot nun immer dienstagvormittags in den Räumlichkeiten der Quartiersarbeit zu finden. „Wir stellen den Raum und unterstützen die Initiatorinnen“, zeigt Brenneisen auf. Das Elterncafé selbst werde dann aber von den Ideengebern betreut.
Ähnlich ist es bei den Projekten „Gemeinsam Gärtnern“ oder dem Bücherschrank. Auch dort sind sie mit den Projektteams in Kontakt, das jeweilige Projekt wird aber von den Ehrenamtlichen umgesetzt.
Ein weiteres dieser Angebote, dass ins Leben gerufen wurde, ist der Mittagstisch im Stadtteiltreff, der von einem ehrenamtlichen Team immer dienstags auf die Beine gestellt wird. Dort gibt es ein preisgünstiges Mittagessen für alle, die vorbeikommen wollen.
Das neueste Projekt, dass im Quartier angestoßen wurde, ist die Leihbar. Immer mittwochs können im Büro der Quartiersarbeit verschiedene Gegenstände gegen ein Pfand geliehen werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist das Netzwerken.„Das macht unglaublichen Spaß. Man kommt mit vielen Menschen in Kontakt und hat immer wieder neue Probleme oder Anliegen, die man lösen muss“, erklärt Brenneisen.
Team reagiert auf alltägliche Probleme der Bewohner
Eine Sozialberatung gibt es in Brühl nicht. „Wir machen nur eine Verweisberatung“, erklärt Gak. Das bedeutet, die Bewohner werden an die entsprechende Stelle weitergeleitet. Bei anderen Anliegen helfen die drei aber gerne weiter. „Es kam ein älteres Ehepaar zu uns in den Städtetreff und hat nach einem Computer mit Internetzugang gefragt, das habe ich dann ermöglicht“, zeigt Gak ein Beispiel aus dem Alltag auf. Er wolle nun prüfen, ob noch mehr Bewohner dieses Problem haben und man zu den Öffnungszeiten einen PC mit Internet zur Verfügung stellen sollte. „Ich denke, das ist eine gute Idee“, bekräftigt Brenneisen.