In der Mauer des Freiburger Gefängnisses ist derzeit ein großes Loch zu sehen. Foto: Ralf Deckert

In der Mauer des Freiburger Gefängnisses ist derzeit ein großes Loch zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Es sieht aus, als hätten die berühmten Panzerknacker aus den Walt-Disney-Comics einen Weg in die Freiheit gesprengt: In der Mauer der Justizvollzugsanstalt Freiburg (JVA) klafft derzeit ein großes Loch. Doch das hat nichts mit einem Sicherheitsproblem zu tun. Vielmehr investiert das Land Baden-Württemberg, dessen größtes Gefängnis die Freiburger Haftanstalt ist, dort rund 40 Millionen Euro. Unter anderem werden mehr Plätze in der Sicherungsverwahrung realisieret.

 

„Aktuell laufen in der JVA zwei große Baumaßnahmen parallel in getrennten Projekten“, berichtet Ole Nahrwold, der Leiter des Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Freiburg. „Zum einen der Neubau der Küche und Krankenstation und zum anderen die Aufstockung der Sicherungsverwahrung“, erklärt Nahrwold.

Vor Baubeginn wurde nach Blindgängern gesucht

Beide Maßnahmen seien bereits in der Ausführung. Bis Anfang 2028 sollen die Maßnahmen für die Küche und die Krankenstation umgesetzt sein. Schon die Vorbereitungen seien dort besonders aufwendig gewesen, da ab April 2024 detaillierte Suchmaßnahmen nach möglichen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen werden mussten, wie Nahrwold berichtet. Dadurch habe sich der Baubeginn des 24 Millionen Euro teuren Projekts verzögert. Ebenfalls 2028 soll zudem die Erweiterung der Sicherungsverwahrung abgeschlossen werden. Diese befindet sich in Baden-Württemberg zentral organisiert ebenfalls in der JVA Freiburg. Dort leben Straftäter, die zwar ihre Haft abgesessen haben, von denen aber weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht, so dass sie nicht entlassen werden können.

Dieses Projekt kostet das Land voraussichtlich weitere 15 Millionen Euro, so Nahrwold. Hinzu kommen weitere 1,2 Millionen Euro für Sicherungsmaßnahmen und bauliche Provisorien im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahme. „Das Gebäude der Sicherungsverwahrung besteht derzeit aus drei Etagen. Dieser dreigeschossige Anbau wird stellenweise um zwei Etagen aufgestockt“, erklärt Nahrwold. So werde die Sicherungsverwahrung, die derzeit 52 Plätze bietet, um 15 Plätze erweitert.

Loch in der Mauer ist für die Logistik der Baustelle

Die Ausführungsplanung sei bereits weitgehend abgeschlossen, so Nahrwold weiter. „Baubeginn für den eigentlichen Erweiterungsbau wird dann, nach Abschluss notwendiger Vorarbeiten und nach den erforderlichen Umzügen, voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres sein“, erklärt er.

Und das Loch in der Mauer? Das sei für die Baulogistik für den Neubau der Krankenstation nötig geworden, so Nahrwold: „Hierzu wurde zunächst eine neue Gefängnismauer im Innern der JVA errichtet, die während der Bauzeit das Baufeld von der JVA abgrenzt.“ Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme werde der Neubau in die JVA integriert und die ursprüngliche Außenmauer wieder vollständig hergestellt, erklärt der Amtsleiter. In den kommenden Wochen werde ein Tor in die Bauöffnung in der Gefängnismauer eingebaut, über das dann zukünftig die Baustelle für den Neubau bedient werden kann.