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Freiburg/Stuttgart Schüler streiken für den Klimaschutz

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Schüler-Demo am Stuttgarter Schlossplatz im Dezember vorigen Jahres. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Freiburg/Stuttgart - Fridays for Future heißt eine Schülerbewegung, die von Schweden ausging und sich in vielen Ländern ausbreitet. Die Schüler nehmen dafür teilweise auch Schulstrafen in Kauf.

Alles begann mit der damals 15-jährigen Greta Thunberg aus Schweden. Mit einem Schild, auf das sie "Skolstreijk för klimatet" (Schulstreik für Klima) geschrieben hatte, saß sie im August 2018 vor dem schwedischen Parlament – drei Wochen lang, jeden Schultag. Die junge Aktivistin streikt immer noch für den Klimaschutz, mittlerweile aber nur noch freitags. Sie will erst aufhören, wenn Schweden die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt.

Die Schülerin hat mit ihrem Engagement und ihren Reden, unter anderem bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, eine globale Bewegung inspiriert. In Deutschland nennt sich diese Fridays for Future. Seit November streikten freitags schon Tausende Schüler, Studierende und Azubis. An diesem Freitag wird die bisher größte Streikwelle erwartet: In 51 deutschen Städten werden viele Jugendliche nicht zur Schule, sondern auf die Straße gehen. "Wir wollen das Thema Klimaschutz in den Diskurs bringen. Wir haben eine Klimakatastrophe, und trotzdem stehen mehr Artikel über Fußball in der Zeitung als darüber", kritisiert Nisha Toussaint-Teachout, eine der Organisatorinnen der Stuttgarter Demo.

Die Bewegung ist jung, die Kommunikation läuft vor allem über jedermann zugängliche Whatsapp-Gruppen. "Es waren allein in Freiburg schon rund 2000 Leute in verschiedenen Whatsapp-Gruppen, um bei Fridays for Future mitzumachen", berichtet Jesko Treiber, der die Bewegung in Freiburg mitorganisiert.

Der Freiburger und die Stuttgarterin berichten, dass sie sich jeweils in ihrem Bekanntenkreis zusammengeschlossen hatten, um einen Streik in ihrer Stadt zu organisieren. Dann hätten sie immer mehr Leute eingeladen, und die Bewegung sei ins Rollen gekommen. "Bei uns läuft alles basisdemokratisch, aber langsam merken wir, dass wir irgendeine Art der Legitimation brauchen. Deshalb war unser letztes Treffen dann öffentlich", sagt Treiber. Vor sieben Wochen waren nur fünf Stuttgarter Schüler am Streik beteiligt, an diesem Freitag werden mindestens 500 erwartet.

Ministerium wertet Teilnahme als unentschuldigtes Fehlen

Das Thema Klimaschutz bewegt viele junge Menschen: "Es ist unsere Zukunft, die verspielt wird, wenn die Klimaschutzziele nicht erreicht werden", sagen Lena Schwelling und Marcel Roth, die Landessprecher der Grünen Jugend (GJ) Baden-Württemberg. Der 19-jährige Jesko Treiber denkt, dass neben dem Thema auch viele von der Bewegung angesprochen sind, weil sie "von Schülern für Schüler" ist. Viele Organisationen unterstützen die Streiks – etwa Grüne Jugend und BUND-Jugend. Die Bewegung will jedoch unabhängig von politischen Organisationen sein.

Aber nicht alle stehen den Streiks positiv gegenüber. Die Junge Union (JU) Baden-Württemberg fordert, dass den Schülern die Fehlstunden ins Zeugnis eingetragen werden. Philipp Bürkle und Michael Bodner von der JU sagen: "Mit Schulschwänzen den Klimawandel zu bekämpfen ist in etwa so sinnvoll wie mit dem Staubsauger durch die Sahara zu laufen."

Auch viele Eltern sind nicht begeistert von den Streiks und befürchten, dass sich einige Schüler den Demonstrationen nur anschließen, um nicht in den Unterricht zu müssen. Die Schulleitungen reagieren unterschiedlich. Einige dulden die Streiks, andere schließen Strafen nicht aus. Tübinger Gymnasien beispielsweise erlauben jeweils vier Schülern pro Klasse hinzugehen.

Laut Kultusministerium ist die Teilnahme an der Demo als unentschuldigtes Fehlen zu werten. "Wir haben natürlich Verständnis für das Engagement der Schüler. Es ist allerdings kein sachlicher Grund erkennbar, warum diese Demonstration unbedingt in der Unterrichtszeit stattfinden muss", sagt ein Sprecher der Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Toussaint-Teachout verteidigt die Bewegung: "Wir stehen da nicht, weil wir nicht in die Schule gehen wollen, sondern weil wir von der Klimakatastrophe betroffen sein werden. Und ohne Zukunft lohnt sich auch keine Bildung."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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