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Freiburg/Staufen Kind für Sex verkauft: "Mutter war überfordert"

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Der Angeklagte hat eingeräumt, die Mutter des Kindes unter Druck gesetzt zu haben. Foto: dpa/Seeger

Freiburg/Staufen - Ohne Zweifel: Ohne seine Kooperationsbereitschaft nach seiner Festnahme hätte die Polizei vermutlich nie alle Tatverdächtigen im Staufener Missbrauchsfall dingfest machen können. Der 39-jährige einschlägig vorbestrafte Christian L. weiß das. Und er genießt seine Rolle als Mann, der "reinen Tisch" macht in seinem Strafprozess, sichtlich. Mal grinst er fast er diabolisch, dann wieder schaut er mit stechendem Blick ins Publikum im Gerichtssaal, als wolle er sichergehen, dass auch alle hören, was er zu sagen hat.

Und das ist eine Menge. Eine grausame Menge, für deren Schilderung L. über zwei Prozesstage verteilt rund zehn Stunden gebraucht hat und die er ganz in seinem Sinne als große Show gestaltet hat.

Christian L. zuhören zu müssen, ist schwer erträglich. Über seine und die Missbrauchshandlungen seiner zahlreichen Mittäter berichtet er nahezu emotionslos. "Es war halt so", ist in Satz, der ihm unwirsch entfährt, als ihn Staatsanwältin Nikola Novak mit der Gewalt und den Schmerzen konfrontiert, die er seinen beiden heute sechs und neun Jahre alten Opfern zugefügt hat. L. mag es nicht, wenn man ihm bei seinen Schilderungen in die Parade fährt. Er will die Deutungshoheit über sein Handeln behalten und reagiert oft ungeduldig auf Gegenfragen.

Mutter unter Druck gesetzt

Und doch ist er ein wertvoller Berichterstatter, zumal er ein Licht auf die Persönlichkeit von Michaela Berrin T. (48) wirft, deren Geständnis für diesen Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit erwartet wird. Verteidiger Matthias Wagner sagt über sie, dass sie keinen Hang zu pädophilen Taten habe und auch keine Gefahr für die Allgemeinheit sei, sodass man sie in die Sicherungsverwahrung stecken müsste.

"Faul" sei die Frau gewesen, sagt Christian L. Immer wieder habe er sie zu einem halbwegs regelmäßigen Tagesablauf animieren müssen, ihren ABM-Job bei der "Tafel" in Staufen habe sie nicht halten können. Um ihren Sohn missbrauchen zu können, habe er ihr gedroht, sie zu verlassen. Der Junge habe sich "immer wohler gefühlt", wenn seine Mutter bei den Vergewaltigungen in der Nähe gewesen sei. Dabei habe die Frau alles getan, um sich den Jungen emotional vom Hals zu halten. Sobald der Bub von der Schule kam, wurde er in sein Zimmer geschickt. "Sie hat ihm kein Gefühl von Liebe vermittelt", saht L.

Bei aller Brutalität und Gefühlskälte der Täter gegenüber dem Sohn von Michaela Berrin T. und der Tochter einer Freundin der Frau sei der Fall doch nur "das Spitzle des Eisberges", erklärt ein Ermittler. Derzeit laufe noch immer die weltweite Fahndung nach einem Unbekannten, der möglicherweise mit einem der Angeklagten im Staufener Missbrauchsfall auch in ein Tötungsdelikt an einem Kind verwickelt gewesen sein könnte. Man wisse aber weder, ob dieses Delikt, von dem Christian L. berichtet, wirklich geschehen sei, noch könne man sagen, wo man den Verdächtigen vermute.

en wir unseren Lebensunterhalt bestritten". Dies sei auch dem Jungen gegenüber deutlich gemacht worden, damit dieser sich nicht wehre oder sich weigere.

Die Filmaufnahmen dienen nun als Beweismittel. "Es sind heftige Filme", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Gezeigt würden sie im Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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