Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Freiburg Nach Alessios Tod beginnt Suche nach der Verantwortung

Von
Eva-Maria Münzer, Sozialdezernentin des Landratsamts, rechtfertigte am Donnerstag das Vorgehen der Behörde. Foto: Rothermel

Freiburg - Eine Woche nach dem tragischen Tod des dreijährigen Alessio aus Lenzkirch-Kappel (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) hat das Regierungspräsidium Freiburg als Aufsichtsbehörde gegenüber dem Landratsamt eine Überprüfung der Schutzmaßnahmen des Kreisjugendamts für den getöteten Jungen begonnen. Es seien entsprechende Fragen aufgetaucht, die man vom Jugendamt beantwortet bekommen möchte, so Pressesprecher Markus Adler am Donnerstag. Die Untersuchung werde sicher einige Zeit in Anspruch nehmen.

Alessio war vor einer Woche auf dem heimischen Zipfelhof in Lenzkirch vermutlich von seinem 32 Jahre alten Stiefvater so sehr geprügelt worden, dass er an den Folgen seiner Verletzungen starb. Sowohl ein Kinderarzt als auch ein schleunigst eingeflogener Notfallmediziner konnten ihn nicht mehr retten.

Das Jugendamt beim Landkreis steht in der Kritik, weil es den Jungen trotz früherer Prügelvorwürfe und sogar staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den Stiefvater nicht aus der Familie heraus in Obhut genommen hatte. Stattdessen wurde ein Paket von Unterstützungsmaßnahmen für die Familie geschnürt, an denen die Mutter (24) und der Stiefvater auch teilnahmen. Landrätin Dorothea Störr-Ritter (CDU) hat in einem SWR-Interview angekündigt, aufgrund des Falls des toten Alessio nochmals die Zusammenarbeit ihrer Behörde und der Kinderklinik überprüfen zu wollen.

Den leiblichen Vater des Buben hat die Polizei bisher nicht ermitteln können. Im Ort machen die wildesten Gerüchte die Runde. Und natürlich sind die Menschen entsetzt über das, was geschehen ist. Reporter kommen und wollen wissen, was das für Leute seien, die da den Zipfelhof bewirtschaftet haben. Immer wieder ist dabei zu hören, dass der Landwirt, der den Hof erst vor wenigen Jahren gekauft hat, ein ruhiger, hilfsbereiter und freundlicher Kerl gewesen sei. Ein Mann mit zwei Gesichtern offenbar, der nun im dringenden Verdacht steht, seinen Stiefsohn umgebracht zu haben und in Untersuchungshaft sitzt.

Alessio soll in der kommenden Woche bestattet werden. Neben der Landwirtschaft hat der Zipfelhof auch Ferienwohnungen vermietet. Von der Tourismusbehörde wurde er als "kinderfreundliches Haus" vermarktet.

Artikel bewerten
13
loading
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.