Das für die EM 2004 erbaute Stadion in Braga ist eines der spektakulärsten in ganz Europa. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Auf dem Weg ins Europa-League-Finale wartet auf den SC Freiburg mit Sporting Braga nicht nur ein starker Gegner, sondern auch eine der spektakulärsten Kulissen Europas.

Diese zwei Spiele elektrisieren eine ganze Stadt. Das weiß auch der Freiburger Trainer Julian Schuster. „Die Rahmenbedingungen sind besonders, man fühlt es einfach in der Stadt“, sagte er nach der 0:4-Niederlage bei Borussia Dortmund bei DAZN.

 

Diese dürfte zumindest in Teilen einkalkuliert gewesen sein, vor allem mit dem Blick auf die düstere Bilanz des Sport-Clubs beim BVB. Vier Stammspieler ließ Schuster gleich ganz zu Hause, um sie für die das Europa-League-Halbfinale gegen Sporting Braga am Donnerstag (21 Uhr/RTL) zu schonen.

Der Gegner: Auf dem Weg zum großen Finale in Istanbul stehen zwei Duelle mit dem Vierten der Portugiesischen Liga an. Ein Verein mit einiger Europapokal-Erfahrung, der im Viertelfinale das leicht favorisierte Betis Sevilla ausgeschaltet hat – trotz Zwei-Tore-Rückstand im Rückspiel. Auswärts drehte Braga das Spiel und gewann mit 4:2.

Braga wird von Guardiolas ehemaligem Co-Trainer gecoacht

Trainiert werden die Portugiesen von Trainer Carlos Vicens – ein Lehrling Pep Guardiolas. Von 2021 bis 2025 war der Spanier Vicens Co-Trainer bei Manchester City, den Ballbesitzfußball seines erfolgreichen Landsmanns hat er nach Braga mitgebracht.

Warum das Stadion in Braga so besonders ist

Das Stadion: Gut möglich, dass Fans und Spieler des SC Freiburg im berühmten Felsenstadion von Braga am Donnerstag zunächst einmal kurz ins Staunen geraten werden. Denn das Estádio Municipal de Braga hat seine ganz eigene Statik und ist ein architektonisches Meisterwerk. Gelegen auf dem „Monte Castro“, dem höchsten Punkt der Stadt, ist es in das Felsmassiv integriert und besteht nur aus zwei gegenüberliegenden Tribünen, die mit Stahlseilen verbunden sind. Hinter dem Tor ragt der Fels in die Höhe, dort hängt auch die LED-Leinwand. Ein spektakuläres Bild, für das die Freiburger Spieler jedoch spätestens beim Warmmachen keinen Blick mehr übrig haben dürften.

In der K.o.-Runde überzeugte der SC Freiburg Offensivfußball

Die Finalchancen: Dass der SC Freiburg im Jahr 2026 die Chance hat, das Finale der Europa League zu erreichen, dürften bis vor wenigen Monaten wenige gedacht haben. Und dennoch steht der südbadische Bundesligist verdient in der Runde der letzten vier. Mit Ausnahme des Auswärtsspiels in Genk überzeugte die Elf von Trainer Schuster die gesamte K.o.-Runde über und begeisterte Fans wie Experten mit Offensivfußball.

Kräfte bündeln für ein großes Spiel

„Wir können noch sehr, sehr viel erreichen, das wissen wir alle. Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln in den nächsten Tagen und dann am Donnerstag den Grundstein fürs Weiterkommen legen“, sagte Stürmer Lucas Höler nach dem BVB-Spiel bei DAZN. Dass die Freiburger im Rückspiel Heimrecht haben, darf dabei getrost als Vorteil gesehen werden. Denn zu Hause hat der Sport-Club in dieser Europapokal-Saison jedes Spiel gewonnen, in den K.o.-Spielen sogar jeweils deutlich.

Stammkräfte wurden zuletzt gegen den BVB geschont

Das Personal: Allzu sehr ins Detail gehen wollte Schuster nach der 0:4-Niederlage im Ruhrpott nicht zu den genauen Gründen für das Daheimbleiben der kaum zu ersetzenden Leistungsträger Matthias Ginter, Johan Manzambi und Yuito Suzuki. „Die Jungs habe wirklich alles herausgepresst, was in ihrem persönlichen Tank war“, hatte Schuster zu seiner XXL-Rotation mit sieben Wechseln in der Startelf erklärt.

Das Ziel ist klar: Das Beşiktaş-Stadion in Istanbul

Da jedoch keine strukturellen Verletzungen vorlagen, werden am Donnerstag alle drei wieder in der Startelf erwartet. Es wäre extrem wichtig für das große Ziel – das Endspiel in Istanbul. Bevor die Freiburger jedoch vom Beşiktaş-Stadion am Bosporus träumen dürfen, stehen zwei Duelle mit Braga an. Eines davon im berührtem Felsenstadion.