Der Autor wird den SC zum Europapokal-Finale begleiten – wie Tausende andere Fans.
Wie sieht es aus, liebe Leser, wird auch an Ihrem Arbeitsplatz gerade häufig über eine bestimmte Stadt in der Türkei gesprochen? In der Mittagspause der Redaktion der Lahrer Zeitung ist Istanbul zurzeit jedenfalls ein heißes Thema, woran der Schreiber dieser Zeilen nicht ganz unschuldig ist.
In der Metropole auf zwei Kontinenten wird am kommenden Mittwoch das Finale der Euro League zwischen dem SC Freiburg und Aston Villa ausgetragen; ein Spiel, das ich mir auf keinen Fall entgehen lassen will. Flüge und Hotel sind gebucht, eine Eintrittskarte besitze ich leider noch nicht. Meine Kollegen mussten sich zuletzt meine Sorgen anhören, ob es damit noch klappen wird.
So geht es zurzeit vielen SC-Fans. Das Europapokal-Finale gegen den Traditionsverein aus Birmingham verursacht einen Massenansturm vom Breisgau an den Bosporus. Die Flüge aus dem süddeutschen Raum sind ausgebucht, obwohl die Fluggesellschaften die Preise teils vervierfacht haben. Dabei dürften abertausende Fans ticketlos anreisen, denn das Vereinskontingent des SC Freiburg – 11.000 Karten – hat sich natürlich als viel zu klein erwiesen.
Ein teures Vergnügen
Auf dem (inoffiziellen) Zweitmarkt im Internet kosten Karten ab 2000 Euro aufwärts. So ein Kauf will aber gut überlegt sein, denn Tickets aus dunklen Kanälen bergen das Risiko, dass man damit letztlich doch nicht ins Stadion kommt. Alles schon erlebt.
Aber es ist halt das mit Abstand größte Spiel der Vereinsgeschichte. Für die Freiburg-Fans wirkt es dabei immer noch surreal, dass der Bundesligist aus dem Breisgau es in ein Endspiel im Europapokal geschafft hat. Altgediente Anhänger wie der Autor können sich noch gut an Zeiten erinnern, als der Verein im Vergleich zur Konkurrenz arm war und ein viel zu kleines Stadion hatte, in dem das Abstiegsgespenst Dauergast war. Was der FC Heidenheim heute ist, war einst der SC Freiburg.
Und nun also Istanbul. Sollte das Undenkbare eintreten und der SC gegen den favorisierten Traditionsverein aus England tatsächlich gewinnen, wird das eine Gefühlsexplosion ohnegleichen bei den Anhängern auslösen. Ach, wäre das schön!