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Freiburg Ermordete Medizinstudentin: Engagement lebt in Stiftung weiter

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Eine Rose liegt vor einem Gedenkstein, der an die 2016 ermordete Studentin. Der Freundeskreis und der Seelsorger der Universität Freiburg hatten den Gedenkstein angeregt. Er wurde mit Unterstützung der Stadt Freiburg aufgebaut. Foto: dpa

Freiburg - Der Mord an der 19 Jahre alten Medizinstudentin in Freiburg löste überregional Bestürzung aus. Die Tat ereignete sich vor drei Jahren, sie verschärfte den Ton in der Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik. Der Mörder, ein junger Flüchtling, wurde im März vergangenen Jahres verurteilt. Nach dem Urteil gründeten die Eltern der Studentin die nach ihr benannte Maria-Ladenburger- Stiftung. Hilfe für Studenten ist für die Macher der an der Universität Freiburg beheimaten Stiftung zur Aufgabe geworden.

«Wir arbeiten für die Ziele und Werte, für die sich Maria in ihrem Leben eingesetzt hat», sagt Michael Lauk. Der 49 Jahre alte Freiburger Start-up-Unternehmer ist Vorsitzender des Verbandes der Freunde der örtlichen Universität und führt so auch die Maria- Ladenburger-Stiftung. Diese hat ihren Sitz in Freiburg und trägt den Namen der jungen Frau, die am 16. Oktober 2016 nachts in Freiburg ermordet wurde. Als der Täter, der Flüchtling Hussein K., im März 2018 vom Landgericht Freiburg zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, verkündeten die Eltern die Gründung der Stiftung.

Zum dritten Jahrestag des Mordes rückt deren Arbeit in den Blick. «Wir sind keine politische Stiftung», sagt Lauk: «Wir wollen vielmehr ein Zeichen der Menschlichkeit setzen mit der Unterstützung Hilfsbedürftiger und so Marias Ziele und Ideale in ihrem Sinne ein Stück weiterleben lassen.» Die junge Frau aus dem Enzkreis in Baden-Württemberg war nach Freiburg zum Studieren gekommen. Sie wollte Ärztin werden, um Menschen zu helfen, wie ihre Eltern Friederike und Clemens Ladenburger erklärten, als sie im März in Berlin den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen erhielten. Sie wirkte gemeinsam mit anderen Studierenden in ihrer Fachschaft Medizin und engagierte sich sozial, auch in der Entwicklungshilfe.

Getragen wird die Stiftung, die ihren Sitz in Freiburg hat, von der Familie Ladenburger und von Ehrenamtlichen. Unterstützt werden Lauk zufolge Studenten der Freiburger Universität. Der Schwerpunkt liegt an der medizinischen Fakultät. Hinzu kommen Projekte aus den Fachrichtungen Biologie, Pharmazie und Umweltwissenschaften: «Wir fördern Praktika, Famulaturen und soziale Projekte.» Hilfen beantragen können auch Studenten, die in finanzielle Not oder in andere Schwierigkeiten geraten und deren Studium so in Gefahr sei, wie ein Sprecher der Hochschule erklärt.

«In den ersten eineinhalb Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung Fördermittel in Höhe von rund 25 000 Euro ausgezahlt. Gefördert wurden damit mehr als 20 Studenten und Studentengruppen sowie die Studienstarthilfe des Studierendenwerks», sagt Lauk: «Für eine Stiftung, die erst begonnen hat, sind das sehr gute Zahlen.» Ziel sei, künftig jährlich rund 30.000 Euro auszuzahlen. Dies hänge jedoch von den Einnahmen ab. Die Stiftung sei, wie andere auch, in Zeiten niedriger Zinserträge auf zusätzliche Spenden angewiesen.

Auch aus diesem Grund ist die Stiftung öffentlich präsent, sagt Lauk, der das Mordopfer persönlich nicht kannte und der sich an die erste Begegnung mit den Eltern erinnert: «Mir ist erst damals aufgefallen, wie sehr der Fokus in der Öffentlichkeit auf der Tat und auf dem Täter liegt.» Für das oder die Opfer von Straftaten und die Menschen, die hinter solchen Schicksalen stehen, gebe es kaum Beachtung.

«Für mich persönlich war es eine bewegende Erfahrung, mehr über den Menschen Maria zu erfahren», sagt Lauk. Dies sei das Signal der Stiftung: «Unser Ziel ist, dass der Name Maria Ladenburger nicht allein mit dem Verbrechen verbunden wird, sondern vielmehr mit den Zielen und Werten, für die zu Lebzeiten eingestanden ist.»

Gefördert wird den Angaben zufolge unter anderem eine Studentengruppe aus der Biologie. Sie forscht im Bereich neuer Wirkstoffe zur Lösung der weltweit drohenden Krise wegen Antibiotika resistenter Keime und Bakterien. Auch Projekte zur Entwicklungshilfe in Afrika und Asien erhielten Unterstützung sowie Studierende, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern für die Sterilisation medizinischer Geräte engagieren. Krankheiten und Todesfälle sollen so verhindert werden.

Nach dem Mord erhielt die Familie des Opfers von rechten Gruppen Hass- und Drohbotschaften, sagt Lauk. Sie habe sich jedoch nicht beirren lassen. Die Stiftung sei daher auch ein Signal «gegen Hass und Gewalt und für mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft».

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