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Freiburg Als 13-Jährige verschwunden: Maria wieder daheim

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Maria war 2013 in Freiburg verschwunden. Foto: Salzer-Deckert

Freiburg - Manchmal nehmen schlimme Geschichten ein glückliches Ende: Die seit dem 4. Mai 2013 aus Freiburg verschwundene Maria H. ist seit der Nacht zum Freitag wieder zuhause. Die mittlerweile 18-Jährige hatte sich aus Mailand in Italien bei ihrer Familie gemeldet. Die Polizei bestätigte am Freitag: Die junge Frau, die plötzlich wieder in Freiburg aufgetaucht ist, ist tatsächlich das verschwundene Mädchen von einst.

Nun sind zahllose Fragen offen: Wie geht es Maria, wo hat sie gesteckt, was ist aus dem Mann geworden, mit dem sie damals aus Freiburg weggegangen war? Über den Verbleib des mittlerweile 58 Jahre alten, per internationalem Haftbefehl gesuchten Bernhard H. aus Blomberg/Nordrhein-Westfalen habe man derzeit keine Kenntnisse, do Polizeisprecher Jerry Clark. Der Haftbefehl gegen den Handwerker und ehemaligen Parteifunktionär der rechtsextremen „Republikaner“ bleibe bestehen: H. wird wegen Kindesentziehung und schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern gesucht. Eine detailliertere Vernehmung Marias sei für die kommende Woche geplant, so Clark. Auf den ersten Blick hätten die Ermittler den Eindruck gewonnen, dass es der jungen Frau nicht schlecht zu gehen scheine.

Dass Maria nun überraschend wieder aufgetaucht ist, scheint an ein Wunder zu grenzen: Ihm falle spontan kein Fall ein, in welchem ein verschwundener Teenager nach so langer Zeit wieder wohlbehalten daheim auftauche, so Jerry Clark von der Freiburger Polizei. Täglich werden in Deutschland mehrere hundert Menschen vermisst gemeldet. Die allermeisten tauchen binnen weniger Tage wieder auf, nur etwa drei Prozent bleiben länger als ein Jahr verschwunden.

Tochter sucht Kontakt über Facebook

Im Falle Marias waren es am Ende 1944 Tage, wie Monika Beisler, die Mutter Marias, in ihrer Mitteilung vom Freitag auf Facebook vorrechnet: ihre Tochter habe über Facebook Kontakt zu ihrer Familie gesucht, Freunde der Familie seien dann nach Mailand gefahren, um die junge Frau abzuholen. „Ich bitte um Verständnis, dass wir und vor allem Maria etwas Zeit brauchen, bevor wir uns weiter dazu äußern“, so Monika Beisler weiter. Man wolle sich aber schon jetzt bei den Medien und der Polizei im In- und Ausland für die Hilfe bei der langen Suche nach ihrer Tochter bedanken, so die Mutter weiter: „Es ist einfach unglaublich wie viel Hilfe, Mitgefühl, Mutmachen, menschliche Wärme und Freundschaft wir erfahren durften“. Es gebe an diesem Tag „keine glücklichere Familie als unsere“. Mehrere hundert Menschen drückten der Familie gegenüber via Facebook binnen weniger Stunden ihre Freude und ihr Mitgefühl für das Happy End ihres langen Traumas aus.

Der Facebook-Post von Marias Mutter:

Der Fall der verschwundenen Gymnasiastin hatte seinerzeit bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Maria hatte H. 2012 im Internet kennengelernt, wo er sich als Junge namens „Karlchen“ ausgab und an das Mädchen heranmachte. Ein klassischer Fall von sogenanntem „Cyber Grooming“, bei dem sich Pädophile im Netz mit falscher Identität an Kinder heranmachen und deren Vertrauen erschleichen, um sie dann zu missbrauchen. Die Sache flog auf, nicht zuletzt weil H. Ehefrau Anzeige gegen ihren Mann erstattete. Doch Maria und der 40 Jahre ältere Mann blieben heimlich online in Kontakt, bis sie im Mai 2013 schließlich verschwanden: Maria hatte ihrer Mutter vorgelogen, die Nacht bei einer Freundin verbringen zu wollen. Die Polizei ging davon aus, dass das Verschwinden vonseiten des Mädchens freiwillig geschah. Monika Beisler betonte dagegen immer wieder, dass sie davon ausgehe, dass H.s Druck auf ihre Tochter ausgeübt haben müsse und möglicherweise Komplizen habe, die ihn decken.

Spur verliert sich in Osteuropa

Die Spur des ungleichen Paares verlor sich bald in Osteuropa. Im polnischen Gorlice fand man noch im Sommer 2013 den Skoda und den weißen Schäferhund H.s. Dann gab es noch eine als gesichert geltende Sichtung der beiden Personen in Tschechien. Doch trotz rund 1000 Hinweisen und Spuren bei der Polizei, einer intensiven Suche im Internet auf der Facebook-Seite „Bitte findet Maria“ und zahlloser TV- und Zeitungsberichte blieben H. und das Mädchen danach wie vom Erdboden verschwunden. Dafür schossen teilweise die Gerüchte rund um den Verschwundenenfall  ins Kraut: Vor zwei Jahren gab es unbestätigt bleibende Berichte, wonach H. V-Mann beim Verfassungsschutz gewesen sein soll. Fotos, die ihn und Maria in Spanien zeigen sollten, wurden vom Landeskriminalamt überprüft und als nicht zielführender Hinweis wieder zu den Akten gelegt. Zuletzt, so eine Sprecherin der Freiburger Polizei im April 2018 kurz nach Marias 18. Geburtstag, habe man kaum mehr Hinweise erhalten. Der Geburtstag Marias sei „ein erwartet schrecklicher Tag“ gewesen, so ihre Mutter damals. Dass sich nun alle zum Guten für sie und ihre Familie gewendet hat, ist ein glück, an das sie vielleicht selbst kaum mehr geglaubt hat.  

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