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Nach Einigung zwischen Ärzten und Krankenkassen: Rund 30 Demonstranten vor AOK in Freiburg.

Freiburg - Nach der Honorar-Einigung zwischen Ärzten und Krankenkassen haben Mediziner und Fachangestellte am Mittwoch im Südwesten nur noch auf Sparflamme protestiert. Vor der Krankenkasse AOK in Freiburg kamen rund 30 Demonstranten zusammen.

In Offenburg und Pforzheim war es nach Angaben IKK-Filialen, vor denen gestreikt werden sollte, ruhig. Hier seien nur sechs beziehungsweise zwei Demonstranten gezählt worden, sagte die Sprecherin der IKK Classic Baden-Württemberg, Bettina Uhrmann.

Ärzteverbände hatten die bundesweiten Protestaktionen noch vor dem Durchbruch in den Verhandlungen angekündigt. Am Dienstagabend einigten sich die Parteien nach acht Stunden dann auf ein Honorarplus von 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro für die rund 150 000 Kassenärzte. Die Protestwelle sollte aber nicht gestoppt werden - auch weil einige Mediziner zeigen wollten, dass der Kompromiss für sie schmerzhaft ist, hieß es.

Die AOK Baden-Württemberg kritisierte den Kompromiss ebenfalls. „Eine Einigung, die nur auf Geld schaut, bringt nie eine Lösung“, sagte deren Sprecher Kurt Wesselsky. Die Strukturen müssten geändert werden. Er warb für den baden-württembergischen „Sonderweg“ des Hausarztvertrages als bundesweites Vorbild. Mit dem Direktvertrag zwischen AOK Baden-Württemberg, Hausärzteverband und Medi-Verbund wurde die Vergütung pauschaliert und bis zu 45 Prozent verbessert.