Trüb sind die Aussichten auf einen Zuschuss fürs Bad. Foto: Werner Müller

Die Chance auf einen Zuschuss für die Freibadsanierung in Schopfheim ist vertan. Ob daran Bürgerinitiative oder Stadt schuld ist, sorgte für Debatten im Gemeinderat.

Rote Zahlen hin oder her: Bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts sorgte im Gemeinderat zwar der Schuldenberg für Sorgenfalten, die Gemüter in Wallung brachte indes ein ganz anderer Themenkomplex: das Schwimmbad, der Bürgerentscheid und die Zuschussproblematik.

 

Dieses Fass machte Diether Lützelschwab als Sprecher der IG „Sport- und Familienbad Schopfheim“ in der Bürgerfragestunde auf. Stadt und Gemeinderat steckten wohl in einem „fürchterlichen Dilemma“, sagte er. Räche es sich jetzt doch, dass sie kein Planungskonzept für eine Sanierung mit mehreren Varianten, und diese mindestens bis zum Vorprojekt-Stadium durchgearbeitet habe.

IG fühlt sich als Sündenbock

Keine Planung, keine Kostenaussage – und nun also die offizielle Information, dass das als Grundlage für einen Zuschussantrag eindeutig zu dürftig ist. Da suche man sich halt einen „Sündenbock“, um vom eigenen „Nichtkönnen“ abzulenken, erklärte Lützelschwab und schloss mit den Worten: „Wir ziehen uns diesen Schuh nicht an“.

Mit seiner Äußerung bezog sich der IG-Sprecher auf eine Mitteilung der Verwaltung. In dieser informiert sie den Gemeinderat, dass die Stadt für die Sanierung des Schwimmbads für kommendes Jahr keine Zuschüsse aus dem einschlägigen Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragen kann.

Projektskizze als Basis?

Kämmerer Thomas Spohn hatte der zuständigen Hotline mitgeteilt, dass die Sanierung des Bades zwar feststehe, allerdings, nicht in welcher Form – Naturbad oder chemisch-technisches Bad. Diese Frage – und damit auch die Kosten – werde vielmehr erst in einem Bürgerentscheid im März 2026 entschieden. Er wollte von der Kontaktstelle deshalb wissen, ob es ausreiche, wenn die Stadt in Anbetracht dieser Sachlage jetzt für den Zuschussantrag lediglich eine „Projektskizze“ einreiche.

Absage von der Hotline

Die Antwort war ebenso knapp wie eindeutig: „Für die Einreichung einer Projektskizze muss die Entscheidung für eine Umsetzungsvariante bereits getroffen sein, damit die Interessenbekundung zur entsprechenden Teilnahme am Bundesprogramm eindeutig ist. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

Die Hotline teilte der Stadt zudem mit, dass sich eine „fortgeschrittene Projektreife“ samt der dazugehörigen Planungskosten, die eine „zügige Realisierung“ erwarten lasse, ebenfalls positiv auf eine Bewertung des Zuschussantrags auswirken.

„Das geht jetzt halt nicht“

Bürgermeister Dirk Harscher stellte als Antwort auf die Wortmeldung von Diether Lützelschwab denn auch klar, dass die Stadt mit dem Gemeinderatsbeschluss für ein Naturbad im Sommer dieses Jahres den Fahrplan hätte einhalten und die Zuschüsse beantragen können. Jetzt aber müsse man das Ergebnis des Bürgerentscheids abwarten und könne erst danach die erforderlichen Anträge einreichen. „Wir hätten alles in Ruhe beantragen können“, so das Stadtoberhaupt, „das geht jetzt halt nicht“.

Das bestätigte auch Thomas Spohn. „Die Sanierung ist förderfähig, wenn ein klarer Beschluss vorliegt“, sagte er. Dann sei es auch „egal“, welche Variante zum Zuge komme.

„Verantwortung abgewälzt“

Das wiederum wollte Thomas Kuri nicht gelten lassen. Die Verwaltung wälze die Verantwortung nur auf die IG Sport- und Familienbad ab. Dass bisher lediglich eine Planung auf dem „Niveau einer Studie“ vorliege, sei Sache der Stadt, monierte der CDU-Fraktionschef und betonte: „Nicht die IG trägt die Verantwortung, sondern die Mehrheit des Gemeinderats, die für ein Naturbad stimmte.“

Es gehe bei der Vorlage der Verwaltung beileibe nicht um „Schuldzuweisungen“, stellte Beigeordneter Thomas Schmitz klar. Vielmehr stelle diese den Sachverhalt lediglich neutral dar.