Das Müllheimer Freizeit- und Familienbad steht vor umfangreichen Sanierungsarbeiten. Insgesamt werden rund eine Million Euro bis 2027 investiert.
Es geht um zentrale Technologien im Müllheimer Schwimmbad, die in den kommenden zwei bis drei Jahren ertüchtigt und modernisiert werden sollen. So berichtete es Till Bethe, Geschäftsführer des Müllheimer Ingenieurbüros IST Energieplan, im Bauausschuss. Das Ingenieurbüro hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Anlage befasst und sowohl den Sanierungsaufwand als auch notwendige Modernisierungsarbeiten festgestellt.
Allein in der Winterpause, also noch vor der Badesaison 2026, sollen rund 478 500 Euro investiert werden, die allerdings über zwei Haushalte – 2025 und 2026 – verteilt werden. Bereits für dieses Jahr waren 500 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt. „Wir werden in diesem Jahr nicht den kompletten Betrag brauchen, müssen aber im kommenden Jahr einen ähnlichen Betrag wieder einstellen“, kündigte Bürgermeister Martin Löffler an.
In den nächsten Monaten, also noch vor der nächsten Badesaison, soll im Bereich des Sprungturms unter dem Drei-Meter-Brett ein kleines Aufsichtshaus entstehen. Das soll zum einen der Badeaufsicht dienen, aber auch die Messtechnik für das Schwimmbecken, einen Abstellplatz für den Beckenreinigungsroboter und eine Anlaufstelle für kleinere Bagatellverletzungen aufnehmen.
Herzstück der Arbeiten wird allerdings die Modernisierung der Badewassertechnik sein. Hier sollen die Schaltanlage erneuert, die Messwasserversorgung optimiert, die Bedienbarkeit verbessert und die Dosiertechnik erneuert werden. Dazu gehört laut Bethe auch die Instandsetzung der Großrutsche, wo die Pumpe für das Wasser auf der Rutschbahn ausgefallen und durch eine neue Technik ersetzt werden soll.
Elektrotechnik ist alt
Auf den Dächern der Gebäude soll die Solarkollektoranlage, mit der unter anderem das Beckenwasser erwärmt wird, umgebaut werden. Bethe empfiehlt auch den Austausch der Umwälzpumpen aus energetischen Gründen. Hier winkt laut IST-Geschäftsführer eine öffentliche Förderung in Höhe von bis zu 40 Prozent, die Amortisierungslaufzeit bezifferte er mit rund zehn Jahren.
Eine weitere Baustelle ist die Elektrotechnik. „Sie ist teils alt, vieles wurde dazu gebaut. Da muss nun etwas geschehen“, sagte Bethe. Es geht um den Umbau der Hauptverteilung und der Zähleranlage, um die Erneuerung der Außenverteiler, um die Ertüchtigung des Blitzschutzes und viele weitere Arbeiten etwa im Bereich Badewassertechnik.
Den ehemaligen Kiosk für Personalzwecke ertüchtigen
Im Kleinkindbereich bleibt es beim bisherigen Becken, das Thema Edelstahlbecken scheint mittlerweile wieder vom Tisch zu sein, wie Bürgermeister und Bethe signalisierten. Dafür muss dort unter anderem an der Wassertechnik und am zusätzlichen Sonnenschutz gearbeitet werden.
Der ehemalige Kiosk soll für Personalzwecke ertüchtigt werden. Die Wärmeversorgung wird ebenfalls umgebaut. Hier sieht das Ingenieurbüro den Ersatz der alten Kollektoranlage, die Einbindung der Wärmepumpen in die Beckenwassererwärmung und den Rückbau nicht benötigter Solarabsorberflächen vor. Mit den vorhandenen Wärmepumpen soll das Auskühlen des Beckenwassers in den Nachstunden während der Badesaison verhindert werden. Ferner wird auf einen anderen Stromtarif umgestellt, der deutlich geringere Kosten verursachen wird, hieß es.
Aus den vielen Projekten entwickelte IST Energieplan eine Prioritätenliste, die sämtliche Arbeiten berücksichtigt. Von hoher Priorität seien das Aufsichtshaus, die neue Schaltanlage für die Badewassertechnik, die Instandsetzung der Großrutsche und dringende Elektroinstallationen, die bis zur nächsten Saison umgesetzt werden sollen.
Prioritätenliste erstellt
Nach der der nächsten Badesaison, in der Prioritätsstufe zwei, geht es um die Elektrotechnik, Blitzschutz, den Umbau der Beckenwassererwärmung und um die Teilerneuerung der Beleuchtung zu einem Gesamtpreis von 248 000 Euro. Im Jahr 2027 folgen die weiteren Arbeiten mit einem Kostenrahmen von 294 000 Euro.