Bürgermeister Oliver Simmendinger und Alexander Schaupp, Chef der Kläranlage und auch für die Wasserqualität im Junginger Freibad zuständig, freuen sich auf die bald beginnende Saison. Das gute Badewetter wird sich schon noch einstellen, schwieriger sieht es bei der Suche nach einem Kioskbetreiber aus. Foto: Matthias Badura

Das Junginger Freibad ist für den Saisonbeginn am 30. Mai gerüstet. Der Eintritt könnte teurer werden. Dringend fehlt noch ein Kioskbetreiber.

So recht hineinfühlen konnte man sich dieser Tage in die bevorstehende Junginger Freibadsaison noch nicht. Kalt und ungemütlich war’s am Montagmittag auf dem Gelände – wie auch überall sonst auf der Alb. Der Himmel hing voll grauer Wolken, kalt war’s.

 

Doch sobald die Sonne nur einen Spalt hervorlugte, das junge Gras der Liegewiese aufleuchtete, die leichten Wellen auf dem Wasser glitzerten, da bekam man eine Vorstellung davon, wie schön und lustig es hier wieder werden könnte, wenn der Sommer erst richtig Einzug gehalten hat.

Die Vorbereitungen laufen, nein, sind nahezu abgeschlossen. Die Abdeckung der Becken ist entfernt, die Becken sind gesäubert, schadhafte Stellen hat man ausgebessert, alle Wände gestrichen, das Wasser ist eingelassen. Die Gemeindemitarbeiter Nicole Rogic und Alexander Schaupp (zugleich für die Junginger Kläranlage zuständig) haben sich um diese Aufgaben gekümmert – und sind auch während der Sommermonate vor Ort. Die Pflege der Anlage erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. „Da bist du täglich zwischen drei und fünf Stunden beschäftigt“, sagt Schaupp. Er wird weiterhin die Wasserqualität im Auge haben, kontrollieren, messen, dosieren, denn regelmäßig müssen Proben abgegeben werden. Daneben steht ausreichend Personal zur Verfügung, das die Sicherheit im großen Becken, im Nichtschwimmerbecken und im Bassin für die Kleinsten gewährleistet.

Bewerber dürfen sich melden

Was leider vorerst geschlossen bleibt, ist der Kiosk. Es hat sich kein neuer Betreiber gefunden, nachdem Giuseppe „Pino“ Colicchio das Handtuch warf. „Wir haben Nachfolger gesucht und versuchen es weiter. Wir sind für alle Lösungen offen, auch eine stundenweise Öffnung oder nur an bestimmten Tagen wäre möglich“, sagt Bürgermeister Oliver Simmendinger. Interessierte dürfen sich jederzeit bei der Verwaltung melden. Im anderen Fall kein Eis, keine Süßigkeiten, keine Getränke? Doch, aber halt aus dem Automaten. Auf Pommes wird man jedoch verzichten müssen.​

Eintrittspreis noch offen

Erster Öffnungstag ist am 30. Mai. Es steht noch nicht fest, was der Eintritt kostet. Bisher hatten Erwachsene zwei und Kinder einen Euro zu entrichten. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 21. Mai darüber beraten, ob man den Preis anhebt. Ein gewichtigeres Thema dürfte die Frage nach dem Fortbestand des Hallenbades darstellen. Die Anlage liegt seit der vergangenen Saison still. In vergangenen Sitzungen sprachen sich Mitglieder des Gremiums dafür aus, die Anstalt ganz zu schließen. Sie sei schlichtweg nicht weiter finanzierbar, man könne die Kosten gegenüber den Bürgern nicht mehr verantworten. Für andere Ratsmitglieder kommt dieser endgültige Schritt nicht infrage. Sie verweisen unter anderem auf den Schul-Schwimmunterricht, der dann nicht mehr stattfinden kann.

Bisher war es übrigens so, dass man zum Saisonauftakt das warme Schwimmbadwasser ins Freibad einleitete. Jetzt werden die Becken aus der Leitung befüllt (gut 600 kühle Kubikmeter). Natürlich braucht die Sonnenkraft länger, um sie zu erwärmen. „Ein Grad pro Tag“, schätzt Alexander Schaupp – gutes Wetter vorausgesetzt!

Ein Dorfmittelpunkt

Auch das Freibad stand aus finanziellen Gründen in der Vergangenheit schon zur Disposition. Damals gründete sich der Förderverein Freibadfreunde und sammelte Geld für die Sanierung. Diese Frage stellt sich im Augenblick nicht. Ohnehin nicht für Oliver Simmendinger. Der Unterhalt mit Personal und Material sei nicht billig, meint der Bürgermeister. „Aber unser Bad ist etwas Besonderes. Es ist mehr als nur eine Schwimmanlage, es ist ein kultureller Dorfmittelpunkt.“