Die Besucherzahlen im Freibad waren in der abgelaufenen Badesaison deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Foto: Reimer

Welche Auswirkungen Corona in den vergangenen beiden Jahren auf die Besucherzahlen des Freibads hatte, wurde bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses deutlich. Gleichzeitig sorgten die Energiekosten für Diskussion.

Oberndorf - Ronja Blosl vom Amtsbereich Finanzplanung und -dienste stellte den Jahresabschluss des Eigenbetriebs Freibad für das Jahr 2020 vor und gab einen Einblick in die Zahlen für das Jahr 2021.

Drastischer Rückgang

Mit rund 30 000 Besuchern verzeichnete das Freibad im ersten Corona-Jahr einen drastischen Rückgang. Im Jahr 2019 suchten noch knapp 70 000 Badegäste das Oberndorfer Freibad auf. Das wirkte sich dementsprechend auf die Einnahmen durch Eintrittsgelder aus. Trotz erhöhter Preise fielen diese Einnahmen von etwa 108 000 Euro auf knapp 74 000 Euro.

Zwar stiegen im folgenden Jahr wieder die Besucherzahlen etwas, lagen aber mit rund 33 000 noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau. Die Einnahmen waren daher auch im Jahr 2021 nach vorläufiger Rechnung auf ähnlich niedrigem Niveau. Zum Vergleich: In der jüngsten Saison verzeichnete das Freibad wieder rund 70 000 Gäste.

Wie wird das Wasser beheizt?

Der Gesamtverlust betrug im Jahr 2020 etwa 314 000 Euro und lag damit sogar etwa 14 000 Euro niedriger als im Vorjahr. Den niedrigeren Einnahmen standen nämlich auch weniger Ausgaben gegenüber. So waren die Energie- und Wasserkosten sowie Materialaufwendungen niedriger. Der Gesamtverlust wird aus dem Haushalt der Stadt ausgeglichen.

Nachdem diese Zahlen vorgestellt wurden kamen im Gremium auf Anfrage von Thorsten Ade (CDU) die Auswirkungen der steigenden Energiekosten zur Sprache. Der Erste Beigeordnete Lothar Kopf erklärte, dass das Wasser mit Hackholzschnitzeln über das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Neckarhalle aufgeheizt werde.

Nicht auf Gas angewiesen

Mit dem BHKW wird die Grundlast gestemmt. Aufgrund der hohen Außentemperaturen wurde der mit Gas betriebene Spitzenlastkessel im August abgeschaltet. Die Wassertemperaturen betrugen dennoch weiterhin 23 bis 24 Grad. Zum Ende der Saison lagen sie bei etwa 22 Grad, so Kopf. Des Weiteren sind auch PV-Anlagen in Betrieb, die beim Erwärmen des Wassers unterstützend zum Einsatz kommen, so Kopf. Ob weitere Flächen für Solarenergie genutzt werden können, werde derzeit geprüft.

"Wir hoffen, dass wir die Attraktion Freibad nächstes Jahr wieder öffnen können und diese nicht der Energiediskussion zum Opfer fällt", sagte Kopf. Da man das Wasser nicht ausschließlich mit Gas aufheizen müsse, zeigte er sich zuversichtlich.

Sanierung wird in naher Zukunft Thema

Dieter Rinker (FWV) sprach sich dafür aus, den Freibad-Betrieb von Energiepreisen unabhängiger zu machen. Dies sei durch bauliche Maßnahmen möglich: So könne mit einer Abdeckung die Abkühlung des Wassers über Nacht verringert werden. Kopf erklärte, dass das Thema Freibad-Sanierung in naher Zukunft angegangen werden müsse. Da werde man auch auf Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu sprechen kommen.