Das Nachtwächterbad im Förtelbachtal: Der Betreiberverein hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal. Foto: Thomas Fritsch

Die Sonne beheizt künftig das Höfener Nachtwächterbad. Ehrenamtliche leisteten Tausende von Arbeitsstunden. Was stand an bei der Hauptversammlung des Betreibervereins?

Rund 70 der insgesamt 512 Mitglieder haben die Hauptversammlung des Betreibervereins „Nachtwächterbad im Förteltal“ im Höfener Kursaal besucht. Die Vorstands-Doppelspitze, Britta Ehrke und Michael Zinke, blickte auf das Vereinsjahr zurück und würdigte die Leistungen der Helfer, die nicht nur den Badebertrieb am Laufen gehalten, sondern auch dafür gesorgt haben, dass alle Einrichtungen erhalten und zukunftsfähig hergerichtet wurden.

 

So wurden etwa der Kiosk und die Küche komplett erneuert, was auch mehrere Firmen durch Materialspenden und unentgeltliche Arbeitsleistungen unterstützten.

Auf eigene Rechnung Der Verein betreibt den Kiosk jetzt auf eigene Rechnung. Die Einnahmen haben wesentlich zur Realisierung der Photovoltaik- und Solarthermie-Anlage (PVT) beigetragen, die aktuell gebaut wird und bis zum Saisonstart Strom und Wärme liefern soll.

Die vorhandene Absorberanlage für die Beckenbeheizung hatte nur noch eine Leistung von 20 Prozent. Rund 92 000 Euro kostet die neue Anlage, der Landkreis Calw gibt 40 000 Euro dazu. Der Ertrag aus dem Kiosk und eine Großspende finanzieren den Rest. Bei allen Investitionen gelte die Devise „Keine Kredite, es wird nichts gemacht, was vorher nicht genau kalkuliert ist“, unterstrich Zinke.

Stühlerücken im Vorstand des Betreibervereins Nachtwächterbad im Förteltal: Jana Hess und Elena Hess (von links mit Blumenstrauß) scheiden aus dem Gremium aus. Jens Großmann (hinten) wurde als zweiter Vorstand gewählt. Flankiert von der Doppelspitze, Britta Ehrke und Micheal Zinke, stellten sich alle zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Bernd Helbig

24 bis 25 Grad Die PVT-Module werden auf einem Vordach montiert, das vor dem Hauptgebäude errichtet wird, weitere auf dem Dach des Kiosks. Die Wassertemperatur im großen Schwimmbecken soll dann wieder auf 24 bis 25 Grad angehoben werden.

In der vergangenen Saison war das Wasser zu kalt, was wohl einige Badegäste vergrault hat, wie Jana Hess berichtete. Das Aufheizen des großen Beckens hat in der Saison rund 26 000 Euro gekostet. Zinke rechnet mit einer Einsparung an Gas- und Stromkosten von rund 18 000 Euro durch die PVT-Anlage.

Die Maßnahme sei ein weiterer Schritt zur Energieautarkie des Freibads, so Zinke.

Personalwechsel Im Vorstand gibt es einen Personalwechsel, die zweite Vorsitzende Elena Hess und Eventmanagerin Jana Hess scheiden aus, auf die Posten bewarben sich Jens Großmann und Esther Großmann. Beide wurden von der Versammlung einstimmig gewählt. Kassenprüfer Benjamin Kolasch wurde für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt.

Saisonstart In der Saison 2026 wird es wieder Schwimmkurse und Rettungsschwimmer-Training geben. Saisonstart ist der 25. Mai, das Bad ist dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr geöffnet, in den Ferien von 13 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag von 8 bis 19 Uhr.

Auch allerhand Veranstaltungen sind wieder geplant – etwa Maibaumaufstellung und Saisonstart, Pfingstgottesdienst und Zwölf-Stunden-Schwimmen, Hundeschwimmen und Winterzauber. Aktuelles gibt es auf der Homepage www.nachtwaechterbad.de und ab sofort auch über den WhatsApp-Kanal.

Gewinn Der Verein hat im Jahr 2025 gut gewirtschaftet. Den Erträgen von rund 270 000 Euro stehen Aufwendungen für den Badebetrieb von 140 000 Euro gegenüber und es bleibt ein Ertrag von rund 69 000 Euro.

Einen großen Teil des Gewinns hat das Kiosk-Team erwirtschaftet, hinzu kam eine anonyme Spende von 36 000 Euro. Den höchsten Anteil an den Betriebskosten hatten Strom und Gas mit zusammen rund 60 000 Euro.

Wie Zinke vorrechnete, seien für die vielen Tausend Arbeitsstunden, die Vereinsmitglieder ehrenamtlich für das Höfener Freibad geleistet haben, Personalkosten in Höhe von rund 300 000 Euro angefallen.

Bürgermeister Heiko Stieringer bedankte sich für das große Engagement und bekräftigte: Hauptgrund dafür, dass die Gemeinde das Bad aufgegeben habe, seien eben diese Personalkosten gewesen, die einen jährlichen Abmangel von mehr als 220 000 Euro im Haushalt verursacht hätten.