Die neue Saison in Hechingen rückt näher. Sie startet am Samstag, 23. Mai – und wartet mit Altbewährtem und einigen Neuerungen auf.
Das Wasser ist schon im Becken, während zwischen den Wolken die Sonne durchblitzt. Eigentlich lädt das Hechinger Freibad schon zum Baden ein. Ob das Wetter dafür stimmt? Das wäre bei circa 14 Grad und mehr Schatten als blauem Himmel beim Vor-Ort-Termin die Frage. Für Sonja Luik ist klar: „Für mich ist Badewetter.“
Sie ist für die technische Einrichtung des Freibads zuständig, Bärbel Weinundbrot kümmert sich um alles, was verwaltungstechnisch erledigt werden muss. Sie und das Bäderteam haben die Anlage in den vergangenen Wochen aus dem Winterschlaf geholt. Noch schwimmen keine Badegäste im Becken, denn die Freibadsaison soll erst am 23. Mai starten.
Neuerungen und Altbewährtes
Was die Badegäste für die Saison 2026 wissen müssen? Der wichtigste Tipp vorneweg: immer zuerst duschen. „Am Körper sind Schweiß und Schmutz“, erklärt Weinundbrot. Kommt das ins Wasser, benötigt man mehr Chemie zur Reinigung. Ein No-Go sind demnach zudem Glasflaschen, weil die Scherben im Gras nicht gut zu sehen sind. Deshalb: Sicherheitshalber lieber gleich auf Getränke in Glasflaschen verzichten.
Ganz neu bei der nächsten Badesaison ist der Raucherbereich. Ab dem 1. Juni gelten weitere Gesetze zum Nichtraucherschutz. Deshalb hat das Bäderteam eine eigens vorgesehene Raucherzone eingerichtet, die es bislang nicht gegeben hat.
Beibehalten wird der Flexbetrieb, bei dem wahlweise Hallen- oder Freibad geöffnet sein werden. Wie Weinundbrot und Luik erklären, wird tagsüber aber nicht getauscht – auch wenn das Wetter plötzlich umschlägt. Entweder ist der eine oder der andere Bereich geöffnet. Das ist organisatorisch und logistisch nicht anders möglich.
Freude für Frühschwimmer
Erfreuliche Nachrichten gibt es für die hart gesottene Gruppe der Frühschwimmer: In den ersten Wochen ist das Freibad in der Zeit von 7 Uhr bis 9 Uhr montags bis freitags geöffnet. In dieser Zeit ist die Wasseraufsicht gewährleistet. Die Öffnung des Freibads am Morgen ist ein Pilotversuch – wie sich dieser entwickelt, bleibt abzuwarten.
Unterdessen machte das Bäderteam der Stadt die Anlagen seit Mitte März fit für die neue Saison. Wasser strömte 70 Stunden aus mehreren Düsen ins Freibad, das ein Fassungsvermögen von rund 1250 Kubikmetern hat. Schneller ginge zwar, dann könnte es aufgrund der Menge aber zu Problemen mit der Wasserversorgung privater Haushalte kommen. Das Becken ist derzeit schon gefüllt und wird beprobt. Zuvor waren vier Mitarbeiter einen ganzen Arbeitstag damit beschäftigt, das Freibad zu reinigen. Danach inspizierten Handwerker die Fliesen.
Der Betriebshof war dafür zuständig, Hecken und Gras wieder in Ordnung zu bringen. Gespeist wird das Becken mit üblichem Frischwasser, das für den Badbetrieb aufbereitet wird. Die Technik dafür befindet sich unter dem Hallenbad, erklärt Luik.
Ist das Becken voll, entsteht automatisch ein Wasserkreislauf. Vereinfacht erklärt es Luik so: Wasser schwappt vom Beckenrand in die Rinne, wird im Keller gefiltert, gechlort und danach pumpen es Maschinen wieder ins Becken zurück. Das Kinderbecken hat einen eigenen Wasserkreislauf.
30 Liter Frischwasser pro Badegast
Wasser verliert das Freibad im Sommer übrigens auch: Wie Luik berichtet, kalkuliert der Betrieb mit 30 Litern Frischwasser pro Badegast. Und all das unter den wachsamen Augen der „Fachangestellten für Bäderbetriebe“.
Sie sind es, die das Freibad vorbereiten, Rettungsringe und Rettungsstangen kontrollieren – im Zweifel überlebensnotwendige Ausstattung, die nicht nur funktionieren, sondern auch verlässlich an Ort und Stelle greifbar sein muss.
Weinundbrot erklärt, dass auch das Beaufsichtigen des laufenden Betriebs zu den Aufgaben der Fachangestellten für Bäderbetriebe gehört. All das bei oftmals hoher Lautstärke, Sonneneinstrahlung auf das Wasser und vielen Badegästen. Ziemlich anstrengend – und die Badegäste können kommen.
Eispolster schützen die Beckenwand
Wasser im Becken:
Das Becken des Freibads bleibt im Winter gefüllt und wird nicht abgedeckt, auch wenn die Außentemperatur deutlich ins Minus rutscht. Grund dafür ist die Kälte im Erdreich, das sich in gefrorenem Zustand ausdehnt und von außen gegen die Beckenwand presst. Das Wasser im Becken ist wie ein Gegendruck, der das Bauwerk stabilisiert. Um die Schäden so gering wie möglich zu halten, werden die Beckenwände zur Sicherheit mit Eispolstern ausgekleidet, sodass das Eis nicht direkt an den Fliesen scheuert.
Öffnungszeiten:
Die Saison im Hechinger Freibad soll am Samstag, 23. Mai, beginnen. Geöffnet sind Frei- und/oder Hallenbad während der Flex-Saison von montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr; samstags, sonntags und feiertags von 9 bis 20 Uhr.