Für wen das Wandern eher eine Überwindung darstellt, dem bietet sich am Vatertag eine echte Alternative an. An diesem Tag startet in Haigerloch die Freibadsaison.
Am vergangenen Freitag stand noch die alljährliche Routine-Schulung des Freibad-Teams in Sachen Erste Hilfe für Badegäste an, ansonsten ist so weit aber alles vorbereitet, damit es an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, pünktlich um 9 Uhr losgehen kann.
Kurz nach Ostern hat das Freibad-Trio um Adam Kansy, Julia Hühnerfuss und Angelika Raddatz begonnen, das Familienfreibad auf die Sommersaison 2026 vorzubereiten, die wie in all den Jahren zuvor wieder bis Mitte September dauert. Es wurde gründlich durchgeputzt und die üblichen kleinen Schäden repariert, die ein Winter an einer solchen Freiluftanlage eben so anrichtet.
Alles ist auf ein Ziel ausgerichtet: Das Team will jedes Jahr eine Atmosphäre schaffen, in der Badegäste unbeschwert und völlig entspannt ihren Freibadbesuch in Haigerloch genießen können. Zusammen mit der umfassenden Freibadsanierung vor ein paar Jahren hat diese Strategie bisher gute Früchte getragen. Die Anlage in Haigerloch ist mittlerweile das wohl beliebteste Freibad im ganzen Zollernalbkreis. Badegäste aus einem weiten Radius rund um die Felsenstadt zieht es alljährlich dorthin.
Ziel: die Saison 2025 toppen
In der Saison 2025 waren es insgesamt 56.000. „Eine gute Saison, wir haben das Vorjahr getoppt, obwohl es weniger schöne Tage als 2024 gab“, bilanziert Julia Hühnerfuss. Der Spitzentag mit 2700 Besuchern lag diesmal sogar mitten unter der Woche.
Ganz neu in diesem Jahr ist ein Kassensystem, das seit einigen Wochen schon in den Museen der Stadt seinen Dienst tut. Es ist im Freibad zwar noch nicht in seiner Endstufe funktionsfähig – aber doch immerhin so weit vorbereitet, dass Besitzer von Dauer- oder Zehnerkarten am Drehkreuz des Freibadeingangs ihre Karten zum Abscannen vorhalten müssen und so Zugang ins Freibad bekommen. Wer sich allerdings spontan für einen Freibadbesuch entscheidet, der kann sein Tages-Ticket wie bisher auch an der Kasse lösen. Und sollte diese an einem nicht so stark frequentierten Bade-Tag mal nicht besetzt sein: einfach klingeln, dann kommt jemand vom Freibad-Personal an die Kasse.
Mit diesem System – langfristig soll es durch einen Kassenautomaten ergänzt werden, so dass kein Personal mehr an der Kasse benötigt wird – schafft die Stadt einen von Freibad-Besuchern lang gewünschten positiven Effekt. War das Wetter perfekt für einen Freibadbesuch und der Andrang entsprechend groß, kam es an der Kasse relativ schnell zum Stau und zu Wartezeiten. Oft zum Unmut derer, die bereits eine Eintrittskarte in der Tasche hatten.
Rauchverbot ab 1. Juni
Und noch eine kleine Herausforderung stehen dem Freibad-Trio ins Haus. Ab dem 1. Juni gilt in Freibädern ein Rauchverbot. Ab dann sind Glimmstängel aber auch Shishas, E-Zigaretten und Vapes auf den Liegewiesen passé.
Viele Freibäder behelfen sich damit, abgetrennte Raucherzonen einzuführen. Zwei davon plant Adam Kansy auch im Haigerlocher Freibad. Eine im hinteren Bereich der Liegewiese und eine hinter dem Technik- und Aufsichtsgebäude. Vermutlich gekennzeichnet mit Schildern und ausgestattet mit einer Sitzbank, das Aufstellen von Pavillons scheidet aus Kostengründen vorerst aus.
Somit ist auch diese Herausforderung gelöst, wie so viele seit Corona. Eine aber bleibt bestehen: Die Parksituation an besonders stark frequentierten Tagen. Der Parkplatz vor dem Freibad bietet halt nur 70 Plätze. Badegäste können jedoch ganz schön findig sein und haben an den Straßen rings ums Freibad auch schon Hofeinfahrten und Rettungswege blockiert, was natürlich gar nicht geht. Hier hilft letztendlich nur Vernunft und Einsicht.