Das Freibad in Engstlatt bleibt erst mal geschlossen. Foto: Eyckeler

Das Freibad in Balingen-Engstlatt bleibt vorerst geschlossen. Unser Leser Thorsten Kilb aus Balingen hat dazu eine klare Meinung.

Ärgernis mit Ansage

 

Mit großem Bedauern, aber leider wenig Überraschung, musste die Bevölkerung erfahren, dass das Freibad Engstlatt ausgerechnet einen Tag vor der geplanten Öffnung geschlossen bleiben muss. Der Grund: Die seit Jahren bekannte und offensichtlich marode Beckenfolie hat endgültig ihren Dienst quittiert.

Man muss der Stadt fast schon zu dieser Punktlandung gratulieren. Wochenlang wurde der Rasen gemäht, das Gelände vorbereitet und alles auf Saisonstart getrimmt. Nur das Herzstück eines Freibades – das Becken – scheint dabei etwas aus dem Blick geraten zu sein. Dass der entscheidende Schaden dann am Tag vor der Eröffnung festgestellt wird, wirkt wie ein Schildbürgerstreich aus dem Lehrbuch.

Probleme nicht überraschend aufgetreten

Besonders irritierend ist, dass die Probleme an der Beckenfolie keineswegs überraschend aufgetreten sind. Laut Berichterstattung befindet sich diese bereits seit Jahren in einem grenzwertigen Zustand und wurde immer wieder notdürftig geflickt. Gleichzeitig war für die Instandsetzung ein Budget von 75.000 Euro bewilligt. Da stellt sich die Frage: Warum wurde nicht rechtzeitig gehandelt?

Gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen muss jeder Euro sinnvoll eingesetzt werden. Ständige Reparaturen an einer längst verschlissenen Anlage kosten Jahr für Jahr Geld, ohne das Grundproblem zu lösen. Am Ende zahlt der Steuerzahler mehrfach für dieselbe Baustelle. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Bürger sowie insbesondere die Kinder und Jugendlichen. Ausgerechnet in den Ferien stehen sie vor verschlossenen Toren.

Die Erklärung, man arbeite nun an einem Zukunftskonzept für die Bäderlandschaft, klingt zwar vernünftig, kommt aber spät. Zukunftskonzepte sind wichtig – sie ersetzen jedoch keine rechtzeitige Instandhaltung bestehender Einrichtungen. Deshalb richtet sich eine konkrete Frage an Oberbürgermeister Dirk Abel: Wie sieht die kurzfristige Lösung für das Freibad Engstlatt aus, damit die Bürger noch in dieser Saison baden können? Und vor allem: Wie sieht die nachhaltige Lösung aus, damit sich ein solcher Vorgang nicht in wenigen Jahren erneut wiederholt?

Die Menschen in Engstlatt und Balingen haben Anspruch auf mehr als Ausreden und Notlösungen. Sie erwarten zu Recht vorausschauendes Handeln, einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld und eine Verwaltung, die bekannte Probleme löst, bevor sie zum öffentlichen Ärgernis werden.

Der aktuelle Zustand des Freibades ist deshalb nicht nur peinlich, sondern vor allem das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse. Und genau darüber sollte nun offen gesprochen werden.

Thorsten Kilb, Balingen

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