Auch an heißen Tagen findet jeder ein ruhiges Plätzchen im Höhenschwimmbad Schweigmatt. Foto: Ines Bode

Mit dem Start in die Badesaison sind die Mitgliederzahlen des Fördervereins „Schwimmbad Schweigmatt“ in die Höhe geschnellt: Von 600 Neuzugängen spricht Vorsitzender Alexander Simon.

Seit Mai ist der Zutritt nur als Vereinsmitglied möglich, 820 seien es aktuell, sagt Simon. Um das idyllisch gelegene Freibad zu erhalten, wird es in dieser Saison erstmals von einem Verein betrieben. Ein Sprung ins kalte Wasser sozusagen.

 

Keine Einzelkarten mehr

1935 ging das Bad in Betrieb, um nach 90 Jahren eine Reform zu erleben. Die Stadt als bisheriger Betreiber steuert jedoch einen Zuschuss bei. Vergangenheit sind die Zeiten, als man eine Einzelkarte kaufen konnte. Jetzt heißt es, Fördermitglied werden, 20 Euro bezahlen und damit das Bad viermal besuchen. Für 70 Euro dürfen Erwachsene die ganze Saison baden und eigene Kinder bis 17 Jahre mitbringen. Als drittes gibt es die ermäßigte Mitgliedschaft für 35 Euro.

Gäste von weither

Die neue Sachlage habe zunächst für viele Erläuterungen an der Kasse gesorgt, bilanziert Simon. Ab und zu habe er selbst Dienst. In wenigen Augenblicken entscheide sich, ob er Unentschlossene überzeugen könne, so seine Erfahrung. Sätze wie, „Ach, kommen Sie doch erstmal rein“ und eine Kaffeeeinladung verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Mehrzahl der Ankömmlinge ziehe mit.

Gemütlichkeit pur

70 Prozent der Einnahmen werden über das 20-Euro-Modell generiert, der Rest seien Jahreskarten. Mittlerweile sei das neue Prozedere weithin bekannt. Wie zum Beweis finden sich an diesem Nachmittag zwei Gäste ein, deren Autokennzeichen sie als Waldshuter ausweist. Sie zücken ihre Kärtchen und streben der Wiese zu. Das Thermometer prahlt mit 35 Grad, und dennoch herrscht geruhsamer Badebetrieb.

Lärmende Jugendliche, die sich naturgemäß auf Sprungbrettern austoben, sucht man in dem Höhenbad vergebens. Jeder findet ein ruhiges Plätzchen. Das Wasser ist 24 Grad warm, wegen der Kinder, die keine blauen Lippen haben sollen, sagt Simon. Ein Grad mehr, und den Besuchern werde das kühle Nass zu warm, schmunzelt er. „Wir freuen uns über unser gediegenes Publikum“, beschreibt er die Gästeklientel. Wenn sich Lörracher hier oben einfinden, staunt der Vereinschef, und über die häufigen Besucher aus Pratteln staunt er noch mehr.

Frank Uehlin wirft im Bad bei schönem Wetter den Grill an. Für den früheren „Waldhaus“-Wirt ist das Ehrensache. Seine Stammgäste sind begeistert. Foto: Ines Bode

Frank Uehlin grillt

Frank Uehlin ist über die Phase des Staunens hinaus. Seine Stammgäste erwarten ihn immer, „wenn das Wetter schön ist“. Gar Warteschlangen rufe seine gute Küche hervor, freut sich der ehemalige „Waldhaus“-Wirt. Als Ehrensache betrachte er den Dienst am Grill. Würste und Steaks gehen weg wie warme Semmeln. Am Morgen habe er die Salate zubereitet und für Bratkartoffeln sei auch gesorgt. Am Nachmittag streicht er die knusprige Beilage von der Hinweistafel. Jetzt gibt’s noch würzigen Rindfleischsalat mit Brot. Viele Portionen sind bereits verputzt. Für die letzten Teller schneidet er Gurkenfächer und Zwiebeltürme zurecht.

Mitglieder engagieren sich

Den Wareneinsatz bekomme er aus der Vereinskasse zurück, und der Gewinn gehöre dem Förderverein. So wie Uehlin denken viele. „Ich habe Zeit und kann etwas für das Bad tun“, sagt er. Im Kiosk steht Henriette von Caprivi als Teil eines Teams. Dann gibt es noch ein Putz- und ein Kuchen-Salat-Team. „Mit 28 Leuten eine abartig starke Truppe“, sagt Simon. Eigenständig werde dafür gesorgt, dass stets eine Kuchen-Auswahl bereitstehe. Auch das Bezahlsystem – jeder werfe Geld in den Topf – funktioniere gut, wie von Caprivi bestätigt. Ihr Standpunkt: Jeder könne sich mit etwas Arbeit einbringen.

Anja Lohse und Bernhard Wehrle steuern bereits auf den Ausgang zu. Unlängst haben sie an einem Tag mit mexikanischer Kost für eine kulinarische Einlage gesorgt. Da wurden leckere Tapas verköstigt. Das Paar spricht von einer Ideenliste fürs Bad. „Einfach machen und gucken, ob‘s passt. “

Auch die Poolparty sei bestens angekommen, resümiert Simon. Bis in die Nacht war das Bad belebt. Außerdem laufen programmatische Angebote wie Qi Gong, Wassergymnastik und Massage. „Jeder der Anbieter ist auf uns zugekommen“, betont der Vorsitzende. Nicht zuletzt können junge Bad-Mitglieder bei der DLRG Schopfheim kostenlos das Jugendschwimmabzeichen in Bronze ablegen. „Mach mit“, lautet die neue kurze Botschaft, um diesen Erholungs- und Freizeitort zu erhalten.

Webseite: www.schwimmbad-schweigmatt.de

Termin: Dienstag, 26. August, 18 Uhr, Old- und Youngtimer Treffen mit Barbecue. Der Badebetrieb endet aus Haftungsgründen um 18 Uhr.