Wenn Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs teurer werden, dann könne das an der Mauterhöhung für Lastwagen liegen, die zum 1. Dezember in Kraft getreten ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Frauenunion Calw.
Die Erhöhung auf fast das Doppelte der bisherigen Abgabe betreffe sowohl jeden Verbraucher als auch viele Familienbetriebe der Logistikbranche, deren Existenz nun auf dem Spiel stehe. Die gesamte Wertschöpfungskette sei davon betroffen, schreibt die Frauenunion Calw.
Auch das Transportunternehmen Freudenmann-Henßler aus Altensteig stehe vor Herausforderungen. Ellen Freudenmann-Habel – stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion (FU) Calw und Mitglied des Landesvorstands der FU –, die den Betrieb gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder leitet, sieht in der Mauterhöhung einen Wettbewerbsnachteil der inländischen Speditionen. „Glücklicherweise“ sei der von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) noch zusätzlich geplante Aufschlag für Baden-Württemberg, der auch für Landes- und Kreisstraßen gelten sollte, bis mindestens 2027 verworfen worden. „Der Berg wird für uns Spediteure mit dieser ideologischen Verkehrspolitik täglich größer“, so Freudenmann-Habel.
Die kleinen Unternehmen treffe es besonders hart, „weil sie kaum Einsparmöglichkeiten haben“, fährt Freudenmann-Habel fort, „und natürlich werden für den Endverbraucher weitere Kosten entstehen, denn selbst die Großen der Logistikbranche werden die Kosten weitergeben müssen. “
Straße wichtigster Versorgungsweg
Die Bundesregierung rechne mit jährlichen Zusatzeinnahmen von 7,6 Milliarden Euro, die den Bundeshaushalt entlasten und in die Schieneninfrastruktur fließen sollen. Dies solle den Umstieg auf klimafreundliche Transportalternativen wie die Bahn beschleunigen. Doch genau hier hake es, hebt Freudenmann-Habel hervor. Das Eisenbahnnetz in seinem jetzigen Zustand sei nicht für eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene geeignet, zumal kein Zug Tankstellen oder Supermärkte anfahren könne. Der Verkehrsträger Straße sei und bleibe auch für die nächsten Jahre der wichtigste Versorgungsweg in der Wertschöpfungskette.
Das Aufkommen werde sich in den nächsten Jahren noch steigern. Für den gewünschten Umstieg auf alternative Antriebstechnologien fehle es gerade im Bereich des Güterlastverkehrs nicht nur an Fahrzeugen, einer ausgereiften Technologie für alle Einsatzmöglichkeiten und der nötigen Ladeinfrastruktur – auch die Stromnetze seien auf absehbare Zeit nicht darauf ausgelegt, in einem Industriegebiet eine größere Anzahl von Lastwagen gleichzeitig laden zu können.
Keine Grundlagen
Um ideologischer Ziele willen würden Entscheidungen getroffen, für deren Umsetzung nicht einmal die rudimentärsten Grundlagen vorhanden seien. Ausbaden dürfen es die Bürger, ist sich Freudenmann-Habel mit der Calwer FU-Vorsitzenden Angelika Holzäpfel einig.