Nun ist es offiziell: Vier Wintersportlerinnen aus unserer Region werden bei den Spielen in Italien dabei sein. Dazu kommen zwei Spieler und ein Athletikcoach der Wild Wings.
Die Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis zum 22. Februar 2026 in Norditalien in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Insgesamt werden rund 2900 Athletinnen und Athletinnen um die Medaillen kämpfen.
Am Dienstag gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nun die Nominierungen für die Spiele bekannt. 183 Athletinnen und Athleten wurden offiziell für das Team D nominiert. Deutsche Stars wie Skispringer Karl Geiger fehlen. Dafür ist ein Eishockey-Crack aus Villingen-Schwenningen dabei, der sehr lange verletzt war.
Auch Langläufer Janosch Brugger (28, WSG Schluchsee) löste ein Ticket. Im Ski alpin zählt Emma Aicher (SC Mahlstetten) zu den Medaillenanwärterinnen.
Schwarzwald-Baar-Kreis
Daniela Maier (Skicross), Janina Hettich-Walz (Biathlon) und Jana Fischer (Snowboard) werden den Schwarzwald-Baar-Kreis bei den Olympischen Spielen vertreten. Auch zwei Spieler der Wild Wings sind dabei. Alexander Trivellato und Thomas Larkin wollen mit Gastgeber Italien die NHL-Stars aus Europa und Nordamerika ärgern. Die Schwenninger wurden ebenfalls am Dienstag nominiert.
Dazu soll sich der Schwenninger Athletikcoach Hendrik Kolbert um die Fitness der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft um Bundestrainer Harold Kreis kümmern.
Daniela Maier
Am 20. Februar 2026, einem Freitag, soll für die Skicrosserin des SC Urach alles passen. Vier Jahre nach Bronze in Peking will Daniela Maier bei den Spielen in Italien den Olymp erklimmen. Eine Medaille bei den Spielen von Mailand und Cortina, genauer im Livigno Snow Park, wäre „gigantisch. Das ist mein großer Traum.“
Es ist ein realistischer. Derzeit belegt die 29-Jährige nach zahlreichen Podestplatzierungen im Gesamtweltcup den dritten Platz. Nur Olympiasiegerin Sandra Näslund (Schweden) und Fanny Smith (Schweiz), mit der Maier in Peking nach langen Diskussionen Bronze „teilte“, liegen vor dem nächsten Weltcup in Veysonnaz vor der Schwarzwälderin.
Janina Hettich-Walz
Für die junge Mutter (29) erfüllt sich erstmals der olympische Traum. Das „große Ziel ist schon Olympia. Darauf arbeite ich hin“, war die Biathletin des SC Schönwald erleichtert, als sie beim Heimweltcup von Oberhof die interne Norm, zwei Weltcup-Plätze unter den Top 15 oder eine Platzierung in den Top 8, mit Rang sechs im Sprint abhaken konnte.
Dazu stand die Lauterbacherin auch schon bei zwei Weltcups mit der deutschen Staffel auf dem Podest. Bei den DSV-Quartetts war auch Julia Tannheimer (DAV Ulm) dabei, die am Furtwanger Skiinternat (Skif) ihr Abitur ablegte.
Gerade in den Teamwettbewerben könnte für Hettich-Walz und Tannheimer in Antholz – dort geht es im Biathlon um die Medaillen – Edelmetall herausspringen.
Jana Fischer
Auf die Bräunlingerin warten bereits die dritten Winterspiele. Fischer löste bereits Ende November 2025 das Ticket. Zuletzt stand die 26-jährige Snowboardcrosserin bei den beiden Weltcups in China jeweils im Viertelfinale.
Im Gegensatz zu Skicrosserin Daniela Maier hat die Snowboarderin des SC Löffingen im Livigno Snow Park zwei Möglichkeiten, um sich in Szene zu setzen. Die 14. des Gesamtweltcups könnte im Teamwettbewerb für eine Medaille gut sein.
Schwenninger Wild Wings
Zwei Spieler und ein Coach der Wild Wings stehen jeweils vor der Olympia-Premiere. Der italienische Eishockey-Verband setzt beim Heimspiel auf die beiden Schwenninger Verteidiger Thomas Larkin und Alex Trivellato.
Die Vorfreude der beiden Leistungsträger der Wild Wings auf „Olympia daheim“ ist riesengroß. Thomas Larkin bringt es auf den Punkt: „Ich bin in Mailand geboren. Für mich und auch für Alex geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Wir stehen bei Olympischen Spielen in unserem Heimatland auf dem Eis und bauen auch auf unseren Heimvorteil.“ Das italienische Team wird in der Vorrundengruppe auf Finnland, Schweden und die Slowakei treffen.
Auch Hendrik Kolbert, Athletikcoach der Wild Wings, wird wohl ein wichtiger Teil des deutschen Eishockeyteams unter Bundestrainer Harold Kreis sein. Bei zwei Weltmeisterschaften zählte der 42-Jährige bereits zum Staff der DEB-Auswahl. In der DEL wird die Fachkompetenz von Hendrik Kolbert, der sehr fortschrittlich arbeitet, schon längst sehr geschätzt. Seit sechs Jahren ist der gebürtige Sachse erfolgreich bei den Wild Wings.
Kai Wissmann (Eisbären Berlin), gebürtig in Villingen-Schwenningen, wurde trotz langer Verletzungszeit ins deutsche Eishockey-Aufgebot berufen. Torwart Dustin Strahlmeier (Wolfsburg, früher Schwenningen) ist dagegen nicht dabei.
Und wer wird bei den Schwenningern für den vier Wochen lang abwesenden Hendrik Kolbert übernehmen? Trainersohn Ben Walker, im Hauptjob Video-Analyst bei den Wild Wings, hält das DEL-Team in der Olympia-Pause weiter fit.
Zollernalbkreis
Mit Emma Weiß nimmt eine Sportlerin aus dem Zollernalbkreis zum zweiten Mal nach 2022 an Olympischen Winterspielen teil.
Die Kunstspringerin startet in der Disziplin Aerials und holte sich die Olympianorm quasi auf den vorletzten Drücker. Denn ehe sie im kanadischen Lac Beauport überraschend als Dritte auf dem Treppchen landete, stand nur ein neunter Platz vom Saisonbeginn in Finnland in ihrer Erfolgsbilanz. „Das war ein richtig toller Tag“, lautete ihr erleichtertes Fazit über den kanadischen Weltcup. Am 17. Februar wird es in der Quali ernst, tags darauf will sie zum ersten Mal in einem olympischen Finale stehen. „Ich freue mich schon total darauf“, sagt sie strahlend.