Bei der Spendenübergabe: (von links) Lisa Wahl, Adrian Sonder, Martina Sillmann, Ulrike Schweizer und Heike Heinzelmann Foto: Monika Schwarz

Oberbürgermeister Adrian Sonder hat den Erlös aus dem Verkauf seines Buches „Zuversicht“ der Frauenhilfe gespendet.

Im vergangenen Jahr hatte Adrian Sonder sein Buch „Zuversicht – 100 Gedankenanstöße für den Alltag in der Taborkirche vorgestellt. Seit dem Jahr 2011 hatte er dafür seine Gedanken als kleine Zitate zusammengefasst.

 

Schon bei der Buchvorstellung hatte Sonder angekündigt, den Erlös des Buches an die Frauenhilfe zu spenden. Dieses Versprechen hat er jetzt eingelöst und an Tina Sillmann, Lisa Wahl, Heike Heinzelmann und Ulrike Schweizer den symbolischen Spendenscheck über 3500 Euro in den Räumen der Frauenhilfe übergeben. Dort wird das Geld auch dringend für die wichtige Arbeit der Einrichtung gebraucht.

„Wir sind hocherfreut“, bedankte sich Sillmann, die die Arbeit der Einrichtung, aber eben auch die Notwendigkeit, diese auch mit Hilfe von Spenden finanzieren zu müssen, erläuterte. Neben der Beratung betroffener Frauen, die einen sehr großen Teil der Arbeit ausmacht und deren Ausmaß zuletzt um 20 bis 25 Prozent gestiegen ist – mehr als 100 neue Beratungen sind es bereits im laufenden Jahr – spielen die Prävention an Schulen und die Paarberatungen, bei denen auch der Täter im Fokus steht, eine wichtige Rolle.

„Täterarbeit ist eben auch Opferschutz“

Etwa einmal pro Woche ist das Team der Frauenhilfe deshalb beispielsweise an Schulen unterwegs und stößt dabei personell manchmal an die eigenen Grenzen. „Und Täterarbeit ist eben auch Opferschutz“, sagt Beraterin Lisa Wahl zu diesem Aufgabenbereich.

Für einige Projekte der Frauenhilfe gibt es zwar Spenden in Form von Projektgeldern, die finanzielle Unterstützung wird in solchen Fällen aber in aller Regel nur zeitlich begrenzt, beispielsweise über einen Zeitraum von zwei Jahren, gewährt. Danach müssen sich die Verantwortlichen wieder selbst um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Etwa 35 bis 40 Prozent der Arbeit der Frauenhilfe wird ständig über Fördergelder und Spenden finanziert.

„Brennendes gesellschaftlichen Thema“

Sonder begründete seine Spenden an die Frauenhilfe mit dem „wichtigen und auch brennenden gesellschaftlichen Thema“ und den in der Vergangenheit stetig gestiegenen Zahlen häuslicher Gewalt. Angesichts dieser Realitäten sei es ihm persönlich ein Anliegen gewesen, zu helfen. „Wir müssen da alle noch mehr machen, es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, zeigte er sich überzeugt. Aufgrund der Finanzierungsstruktur der Einrichtung gehe es ohne Spenden und Fördergelder ja auch gar nicht.

Einen Fortsetzungsbuchband – so antwortet Sonder schmunzelnd auf Frage – plane er aktuell aber nicht. Rund 1500 Exemplare seines Buches wurden bisher verkauft, der Großteil davon bereits unmittelbar nach der Buchvorstellung und vor Weihnachten. „Der Zeitpunkt der Vorstellung war deshalb gut gewählt.“ Auch die Tatsache, dass er an die Frauenhilfe spende, habe vereinzelt zum Kauf motiviert.