Wie seit dem Jahr 2002 wurde auf dem Rathausplatz in Trossingen die Fahne „Frei Leben ohne Gewalt“ gehisst. Außerdem informierte das Frauenhaus Tuttlingen mit der Außenstelle Trossingen über die wichtige Arbeit der Frauenhäuser. Foto: Ingrid Kohler

Seit 23 Jahren wird die Fahne von der Organisation „terres des femmes“ vor dem Rathaus in Trossingen gehisst.

Der Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ ist immer am 25. November und wurde in Trossingen erstmals im Jahr 2002 von Susanne Reinhard-Klotz initiiert.

 

Auch das Frauenhaus Tuttlingen war mit einem Infostand über das Wohnprojekt in der Außenstelle Trossingen präsent. Ursula Steuer-Winkler blickte auf die Istanbul-Konvention, ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Deutschland hat die Konvention 2018 ratifiziert, wodurch sie zu einem Teil des deutschen Rechts wurde, doch „sie wird nicht wirklich umgesetzt, es ist noch viel zu tun“.

Die diesjährige Fahnenaktion von „terres des femmes“ steht unter dem Motto „WegAusDerGewalt – Gemeinsam ein Netz gegen Partnerschaftsgewalt knüpfen“. Frauen, die den Weg aus der Gewalt gehen, hätten meistens eine lange Zeit voller Gewalt, Angst und Unsicherheit hinter sich, betonte Susanne Klein, Vorstandsmitglied des Frauenhauses Tuttlingen „und für Frauen, die sich aus der Gewalt des Täters befreien, ist auch nach der Trennung die Gefahr nicht vorbei“.

Damit das Leben von Frauen aber nicht am seidenen Faden hänge, brauche es Strukturen, die nach der Trennung Sicherheit geben, nämlich „ein starkes Netz aus Institutionen und Hilfsangeboten, Familien-Richterinnen, Staatsanwältinnen, Polizistinnen, Mitarbeitende von Beratungsstellen, Ärztinnen – bei ihnen müssen die Fäden zusammenlaufen, sie müssen enger und besser miteinander vernetzt sein, um nachhaltigen Gewaltschutz zu erreichen und Femizide zu verhindern“.

Helferinnen gesucht

Das Netz werde stärker, je mehr Menschen für das Thema sensibilisiert und bereit seien, hinzuschauen, nachzufragen und Hilfe anzubieten. „Dieses Netz können wir alle sein – Freundinnen, Verwandte, Kolleginnen, Nachbarinnen. Ein Netz der Sicherheit, das eine gewaltbetroffene Frau trägt, bis in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben, in dem sie selbst die Fäden in der Hand hält“. Wer Hilfe benötigt oder sich engagieren möchte, oder wer eine Wohnung zu vermieten hat, kann sich unter dem Telefonnummer 07461/2066 melden.