116 Frauen und 169 Kinder: Das ist die Zahl der Menschen, die im Frauenhaus des DRK in Freudenstadt in fünf Jahren Zuflucht gefunden haben.
Celine Zink, die Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim DRK, freut sich über diese Bilanz und das fünfjährige Bestehen. Das Jubiläum wurde mit einem Beisammensein und einer Feierstunde unter der Mitwirkung des Kreisverbands und anderer Kooperationspartner wie DRK-Ehrenpräsident Kurt Deckelnick sowie dem Ersten Landesbeamten, Reinhard Geiser, verwirklicht.
Präsident Roland Lepold erinnerte an die kleine Eröffnung des Hauses in der Coronazeit und an die politischen Forderungen nach einer solchen Einrichtung in der Zeit davor. Die Erleichterung sei damals bei allen Beteiligten groß gewesen, als sich das DRK bereit erklärt habe, die Trägerschaft zu übernehmen.
„Keine einfache Entscheidung, auch aufgrund der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen“, betonte Lepold. Er dankte allen, die im Haupt- oder Ehrenamt dazu beigetragen haben, dieses Projekt zu realisieren.
Viel Unterstützung durch private Spender
DRK-Geschäftsführer Dieter Dettinger erwähnte die Istanbul-Konvention aus dem Jahr 2018, in der sich Deutschland dazu verpflichtet habe, für gewaltbetroffene Frauen und Kinder eine niederschwellige, spezialisierte barriere- und diskriminierungsfreie Unterstützung bereitzustellen. Aktuell fehlten aber noch immer 12 000 Plätze deutschlandweit.
Dettinger erinnerte auch an all die damaligen Herausforderungen, deren Bewältigung die ursprünglich für Juli 2020 geplante Eröffnung noch einmal auf September verschoben haben. Alle hätten damals aber sehr gut kooperiert.
Ort der Hoffnung und des Neuanfangs
Am 1. Oktober 2020 war die erste Bewohnerin eingezogen. „Die Einrichtung bietet nicht nur Schutz und Unterkunft, sie ist auch ein Ort der Hoffnung und des Neuanfangs“, sagte Dettinger. Die gute Unterstützung du „Lassen sie uns gemeinsam an einer Welt arbeiten, in der Gewalt gegen Frauen keinen Platz hat.“
Celine Zink, Leitung Soziale Dienste, präsentierte das neue Logo und den neuen Flyer des Frauenhauses mit einem Olivenbaum als Symbol für Hoffnung und Beständigkeit. Das Jubiläum stehe unter dem Motto „gemeinsam fühlen und gemeinsam handeln“.
Frauenhaus ist zu 89 Prozent ausgelastet
Mit den Mitarbeiterinnen der Einrichtung nahm sie die Gäste mit auf einen berührenden Streifzug durch die Emotionen betroffener Frauen und Kinder und präsentierte beispielhaft deren erschütternde Geschichten. Untermalt wurde das Ganze durch zum Thema passende Musik.
Die Auslastung liegt aktuell bei 89 Prozent. Die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus unterstützen die Frauen bei allen administrativen Aufgaben, begleiten sie zu Terminen und bieten Beratung an. Auch die Kinder werden täglich betreut und gemeinsame Aktionen und Ausflüge finden regelmäßig statt.
Zu kämpfen habe man mit dem Mangel an Wohnraum. Herausfordernd sei die Situation für die Frauen auch aufgrund der begrenzten Plätze in Frauenhäusern und aufgrund der bürokratischen und sprachlichen Hürden, erklärt Zink.
Abschließend nutzte die Frauenhilfe als Kooperationspartner die Gelegenheit, auch ihre Arbeit vorzustellen. Einige Bilder, die die Frauenhauskinder gemalt haben, wurden am Rande des Jubiläums in einer Ausstellung gezeigt. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte Steffi Pfeifle.
Charitykonzert in Freudenstadt geplant
Darüber hinaus findet am Samstag, 8. November, in der Sportsbar Dobel in Freudenstadt ab 18 Uhr ein Charitykonzert und eine „Schwarzwälder Kölschnacht“ zugunsten des Frauenhauses mit „Kaffeebud“ und „DJ Torsten“ statt.
Der Eintritt kostet acht Euro. Zwei Eintrittskarten für ein Bundesligaspiel des 1. FC Köln inklusive Übernachtung werden dabei verlost.