Frauenärztin Martina Knobloch (r.) ist mit ihrer Praxis dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Zollernalb Klinikums Balingen beigetreten. Das eröffnet weitere Möglichkeiten in der Diagnostik und Behandlung. Zugleich erhöhen sich die Chancen, für das Weiterbestehen der Praxis, wenn sich die Gynäkologin zur Ruhe setzen sollte. Mit auf dem Bild Bürgermeister Davide Licht, die Medizinische Fachangestellte Silvia Ehrle und Lara Kaufmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des MVZ. Foto: Matthias Badura

Frauenärztin Martina Knobloch gibt ihre Selbstständigkeit auf, betreibt ihre Praxis aber wie bisher. Sie ist jetzt Teil des MVZ.

Die Burladinger Frauenärztin Martina Knobloch ist mit ihrer Praxis bereits zum Jahresbeginn dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Zollernalb Klinikums beigetreten. Sie gibt damit ihre Selbstständigkeit auf, praktiziert aber weiterhin, so wie auch ihre Mitarbeiterinnen hier tätig bleiben.​

 

Das bietet mehrere Vorteile: Die Praxis wird auf diese Weise von der zunehmenden Verwaltungsarbeit entlastet.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, medizinische Kräfte zu finden, die hier in Voll- oder Teilzeit arbeiten – oder die in der Fachrichtung Gynäkologie von Martina Knobloch ausgebildet werden. Das wiederum eröffnet die Chance, jemanden zu finden, der die Praxis im Ärztehaus später übernehmen möchte.​

Klage über Fachärztemangel

​Der Fachärztemangel auf dem Land stellt ein allgemeines Problem dar. Fast noch schwieriger ist es, Medizinerinnen und Mediziner im Bereich Frauenheilkunde zu finden. Schließt eine Praxis, werden die umliegenden nahezu überrannt. Viele können die Patientinnen jedoch wegen ihrer bereits vorhandenen Auslastung kaum oder gar nicht aufnehmen.​

Hohe Belastung

​Auch die Sprechstunden bei Martina Knobloch sind im Terminkalender voll besetzt – das erfordert ein hohes Arbeitspensum und stellt somit eine hohe Belastung dar. Die Gynäkologin suchte schon bisher beständig Kräfte beziehungsweise potenzielle Nachfolger. In Vergangenheit hat es damit nicht geklappt. Im Verbund mit dem Zollernalb Klinikum könnte sich das ändern. Zumindest besteht die Aussicht dazu.​

Burladingens Bürgermeister Davide Licht gratulierte bei einem Besuch am Freitag zu der Entscheidung und bedankte sich gleichzeitig bei Martina Knobloch dafür, dass sie sich rechtzeitig für das Weiterbestehen der Praxis engagiert. Zugleich hieß er das Versorgungszentrum in seiner Stadt willkommen und hoffte, dass sich die Zusammenarbeit noch erweitert.​

Ebenso äußerte sich Lara Kaufmann, die dem Team der Unternehmensorganisation MVZ angehört. In einer von ihr mit herausgegebenen Pressemitteilung des Zollernalb Klinikums heißt es: „Kernziel der Transaktion ist es, die bewährte medizinische Versorgung vor Ort fortzuführen und zugleich die Behandlungsmöglichkeiten durch die Ressourcen des MVZ zu erweitern.“ Mit der Übernahme der gynäkologischen Praxis in Burladingen wird die ambulante Versorgung vor Ort nachhaltig gestärkt und zukunftssicher aufgestellt.“​

Mehr Diagnosemöglichkeiten

Die Einbindung schaffe zudem „erweiterte diagnostische Möglichkeiten sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit“ mit anderen ärztlichen Fachrichtungen. „Insgesamt stärkt die Zusammenarbeit die lokale Gesundheitsversorgung, sichert die fachärztliche Verfügbarkeit und unterstützt präventive Angebote für Frauen jeden Alters. Die MVZ Trägergesellschaft Zollernalb Klinikum freut sich deshalb, mit diesem Zugewinn die gynäkologische Versorgung regional weiter absichern zu können.“