Carmela de Feo alias La Signora brennt beim Frauenforum der Narrozunft in Villingen ein Feuerwerk der guten Laune ab. Foto: Monika Hettich-Marull

Ausdrucksstark, laut, wild – und gnadenlos lustig. Carmela de Feo alias La Signora hat die Frauen im Fürstenberg-Saal der Zehntscheuer in Villingen voll im Griff.

Das Frauen Forum der Narrozunft hat mit dem genussvollen Abend – zunächst gab es Fingerfood und leckeres Dessert an kunstvoll dekorierten Tischen, danach ein Feuerwerk an Witz, Musik und Wahrheiten – den Nerv der Gäste erneut getroffen.

 

Doch Vorsicht: Am Gastspiel von La Signora sollte nur teilhaben, der in aller Öffentlichkeit nicht davor zurückschreckt, über so persönliche Dinge wie Freizeitgestaltung, Wohnungseinrichtung, Rauschmittelkonsum oder gar den Lebenspartner ausgefragt werden möchte.

Eine Option der Antwortverweigerung gibt es bei La Signora nicht – da ist sie stur. Und so schafft sie es, dass die Besucherinnen weitaus mehr preisgeben, als sie eigentlich wollen. „Man muss sich im Wettlauf der Witzgestalten schon etwas einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben“, hat sie erkannt und genau das tut sie auch.

Sie singt, tanzt und powert

In Oberhausen aufgewachsen, mitten drin im Ruhrpott, mit italienischen Wurzeln – was wahrscheinlich ihr Temperament erklären kann – singt, tanzt und powert sie die Besucherinnen an den Rand der Atemnot. Dabei ist sie anrüchig und ein bisschen schlüpfrig, vor allem aber betörend lustig.

Publikum miteinbezogen

Sie stürzt sich von Beginn an verbal auf ihre Besucherinnen, ist frivol – überschreitet aber nicht die imaginäre rote Linie. Sie ist spontan, bezieht das Publikum immer mit ein und wagt sich an die Untiefen des fortgeschrittenen Alters und dessen verheerenden Einfluss auf den Körper. Fragt sich, warum bei Babys alles, was sie tun – auch die anrüchigen Dinge – süß ist, bei älteren Damen aber nicht. Geht von der Geburt bis zum Lebensabschied an ihre Grenzen, spürt ihrer eigenen Vergänglichkeit nach und blickt neidisch auf straffes Bindegewebe und ellenlange Beine – denn ihre eigenen sind zu kurz, wie sie bedauernd ausführt.

Zahlreiche Frauen klatschen begeistert Beifall beim Auftritt von La Signora. Foto: Monika Hettich-Marull

Sie sinniert über das Kribbeln in der Beziehung: Erst kribbelt es wie Schmetterlinge im Bauch, dann wundert man sich, warum es aufhört, dann kribbelt es wieder, diesmal allerdings mit Tötungsabsicht im Hals. Deshalb bezeichnet sie die Ehe als „Weight Watchers der Liebe“, stellt fest, dass der Hunger aber bleibt. Dann wird es schlüpfrig – Lösungsansatz: „Es gibt ja immer noch die Fleischwurst für die Hand“.

La Signora ist eine Granate, die auf den „vier Paletten“ der kleinen Bühne mitten in Villingen explodiert, laut, schrill und witzig – aber vor allem authentisch und durch und durch sympathisch. Dieses unglaubliche Feuerwerk sollte man erlebt haben. Nach 2018 war La Signora zum zweiten Mal zu Gast in Villingen – und wieder mit durchschlagendem Erfolg.