Am Fundort der Leiche war wochenlang ein Absperrband der Polizei zu sehen. (Archivfoto) Foto: Müller

Der Mann, der seine Freundin getötet und die Leiche bei Kniebis verbrannt hat, ist verurteilt. Wir blicken zurück, wie der grausige Fall seinen Anfang nahm.

Freudenstadt - Es war ein grausiger Fund, den Pilzsammler am frühen Nachmittag des 11. Septembers 2021 im Wald nahe der Bundesstraße 28 bei Kniebis machten. Zwischen den Bäumen entdeckten sie die stark verbrannte Leiche einer Frau.

Schon in der ersten Mitteilung an die Presse ging die Polizei von einem Verbrechen aus. Die Identität der Frau gab zunächst Rätsel auf. Die Ermittler starteten einen Zeugenaufruf.

Die Ermittler

Zwei Tage nach dem Fund der Leiche wurde beim Polizeirevier Calw eine Sonderkommission für die Ermittlungen zusammengestellt. Als "Soko Pfad" ermittelten 30 Polizisten und suchten nach dem Täter. Einen Tag später wurden erste Details zum Aussehen der getöteten Frau bekanntgegeben.

Polizei veröffentlicht Bilder

Da zu diesem Zeitpunkt die Identität der Frau noch immer ungeklärt war, veröffentlichte die Polizei am 17. September ein Bild, das eine Tätowierung der Getöteten zeigte. Fünf Tage später machten die Ermittler auch ein Phantombild öffentlich, durch das das Aussehen der Frau rekonstruiert wurde.

Versuche zum Brandverlauf

Um einige Fragen zum Brandverlauf zu klären, unternahm die Polizei in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr einige Versuche zum Brandverlauf am Fundort der Leiche. Welche Fragen dadurch geklärt werden sollten, wurde von der Polizei nicht bekanntgegeben.

Soko-Chef im Interview

Am 20. Oktober stellte sich der Chef der "Soko-Pfad" in einem Interview den Fragen unserer Redaktion. Zu diesem Zeitpunkt waren als Reaktion auf die Zeugenaufrufe schon 250 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Der Ermittler bestätigte zudem, dass die Identifizierung der Leiche ungewohnt lange dauerte.

Verhaftung im Bergischen Land

Zweieinhalb Monate nach dem Fund der Leiche wurde der Täter im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen von einem Mobilen Einsatzkommando der Landespolizei und weiteren Polizeikräften festgenommen. Laut Angaben der Polizei gelang die Verhaftung dank eines Hinweises aus der Öffentlichkeit, durch den die getötete Frau identifiziert werden konnte. Später wurde bekannt: Der 32-jährige Täter war der Freund der Getöteten.

Der Prozess

Lange waren für die Öffentlichkeit viele Fragen offen geblieben. Denn aus ermittlungstaktischen Gründen hielt die Polizei zahlreiche Erkenntnisse zurück. Erst durch den Prozess vor dem Landgericht Wuppertal wurden weitere Details zur Tat bekannt.

Laut Aussagen vor Gericht hatte das Paar Drogenprobleme. Bei einem Streit um den gemeinsamen Sohn erwürgte der Mann seine Lebensgefährtin, laut Angaben des Mannes ein Versehen. Anschließend wickelte er die Leiche in einen Swimmingpool ein und brachte sie mit seinem Auto in den Schwarzwald.

Begleitet wurde der Täter dabei von seinem Sohn. Der Vater hielt ihn in dem Glauben, sie würden gemeinsam einen Ausflug unternehmen. Den Tod der Mutter verheimlichte der Täter gegenüber seinem Sohn. Der Plan, die Leiche zu vergraben, scheiterte am harten Waldboden. Daher übergoss der Mann den toten Körper seiner Lebensgefährten mit Benzin und verbrannte diesen.

Das Urteil

Zu Prozessbeginn hatte die Staatsanwaltschaft gefordert, den Angeklagten wegen Totschlags zu verurteilen. Doch letztendlich wurde der Mann nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gesprochen. Darüber hinaus wirkten sich seine Versuche, die Tat durch Verbrennen der Leiche zu vertuschen, nicht strafverschärfend aus. Denn grundsätzlich ist das Vertuschen der eigenen Tat nicht strafbar. Auf den Täter kommt nun eine achtjährige Haftstrafe zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.