Viel los war auf der Bühne bei „Tintenblut“. Zu den Darstellern gehörten unter anderem (von links) Christina Siefert, Roland Siefert, Stefan Löffler, Anette Faller, Nicole Tischler-Hauser, Benjamin Tisler und Dieter Barthle. Foto: Jochen Schwillo

Die Franziskusbühne in Schwenningen wartete mit fantasievoller „Tintenblut“-Inszenierung auf.

Oft flüchtet man sich in Bücher, in eine Welt der Fantasie, um wenigstens für einen kurzen Moment alle Sorgen hinter sich zu lassen.

 

Doch was passiert, wenn die Figuren einer Geschichte nicht zwischen den Buchdeckeln bleiben wollen? Und wenn man obendrein Charaktere aus den Büchern mit der eigenen Stimme herauslesen kann oder die Gabe besitzt, sich selber in die Bücher hineinzulesen und dann nur mit Schwierigkeiten aus der Fantasiewelt wieder in die reale Welt zurückkommt?

Das hat die Bestsellerautorin Cornelia Funke in ihren Büchern der Tintenherz-Reihe hervorragend beschrieben und die Schwenninger Franziskusbühne erzählte die Geschichte von „Tintenherz“ weiter.

Teil zwei nach „Tintenherz“

Sie schlug am Wochenende eben die Buchdeckel auf zu „Tintenblut“. Denn es sei an der Zeit gewesen, nachdem vor sieben Jahren die Gruppe den ersten Teil „Tintenherz“ auf die Bühne brachte, jetzt die Fortsetzung zu bringen. Auf Kulissenwechsel hatten die Laiendarsteller beim dezent gehaltenen Bühnenbild bewusst verzichtet, vielmehr setzte man auf die Macht des geschriebenen Wortes und der Wechsel von der einen in die andere Welt wurde visuell durch Lichteffekte verstärkt.

Bevor es richtig losging, gab Stefan Löffler noch einen kurzen Rückblick über die vorangegangen Ereignisse aus „Tintenherz“. Er trat als Mo auf, als Vater von Meggies (Nicole Tischler-Hauser),der mit einer ganz besonderen besondere Gabe gesegnet ist. Was immer er vorliest, wird lebendig. Doch die Bösewichte, die er seinerzeit aus dem Buch „Tintenherz“ herausgelesen hat, verfolgen ihn nach wie vor.

Meggie, die nichts von der Gabe ihres Vaters weiß, dieses aber auch selbst besitzt, wie sie herausfindet, will ihn einfach zurückhaben. Gemeinsam mit Fari“ (Benjamin Tisler), der aus dem Geschichten von 1001 Nacht entsprungen ist, tauchen beide in die magische Welt ein und begegnen dort vielen neuen und bekannten Figuren.

Da gibt es den guten Herrscher über die Tintenwelt, den „Speckfürsten“ (Jürgen Neininger) und auch sein Sohn, der „Schöne Cosimo“ (Stephan Rothfelder). Zu den bekannten Charakteren zählt der Feuerschlucker „Staubfinger“, (Joachim Rothfelder), der sich nichts mehr sehnt, als von der wirklichen Welt wieder in seine Tintenwelt zu gelangen.

Ausgedacht hatte sich die Geschichte der Schriftsteller Fenoglio (Roland Siefert), der sich mittendrin in den Geschehnissen wiederfindet und nicht schlecht staunt, dass ein gewisser Orpheus (Dieter Barthle) ebenso wie Mo die Fähigkeiten besitzt, sich in Bücher lesen zu können.

Und auf diesen setzt eben „Staubfinger“ seine ganze Hoffnung. Die Tintenwelt ist jedoch voller Gefahren. Der böse, machthungrige „Natternkopf“, bedroht mit dem grausamen, lauten und stimmgewaltigen Basta (Harald Siefert) die friedlichen Bewohner und will alles verbieten, was Spaß machen könnte.

19 Darsteller wirken mit

Insgesamt wirkten bei der Franziskusbühne am Samstag 19 Darsteller mit. Einige schlüpften davon in verschiedene eigenständige Rollen. Mit einer Pause dauerte eine Vorstellung annähernd drei Stunden. Vergleicht man jedoch das Buch mit über 700 Seiten Umfang, hat der Autor Robert Koall es verstanden, die Geschichte kompakt zu erzählen.

Weitere Termine

Mit den Premierenvorstellungen war die Schwenninger Freizeit-Mimen zufrieden. Am Samstagnachmittag kamen über 80 Zuschauer und am Abend wurden nochmal über 90 Personen gezählt.

Die weiteren Figuren sind Resa, (Anette Faller), Elionor, (Christina Siefert), Roxane (Diana Shimbail), „Rußvogel“ (Stephan Rothfelder), Violante (Marita Langer) sowie die weißen Frauen, die Soldaten, der Hofstaat und die Spielleute. Souffleur war Alexander Mahlenbrei, die Technik betreute Jürgen Hauser.

Die letzte Gelegenheit für „Tintenblut“ gibt es am Samstag, 16. November, 15 Uhr und 19.30 Uhr, im Gemeindehaus St. Franziskus, Erzbergerstraße 11 in Schwenningen.