Bei der Preisverleihung im Palais du Luxembourg in Paris (von links): Gérard Vialat, ehemaliger Bürgermeister von La Roche-Blanche, Isabelle Sébillet, Präsidentin des Partnerschaftskomitees von La Roche-Blanche, Renate Baiker vom Partnerschaftsausschuss Empfingen und Albert Schindler, ehemaliger Bürgermeister von Empfingen. Foto: Privat

Die Partnerschaft zwischen Empfingen und La Roche-Blanche wurde für den 1. Deutsch-französischen Städtepartnerschaftspreis des französischen Senats nominiert.

Im November flatterte sie herein – die Information, dass Empfingens Partnergemeinde La Roche-Blanche zu den Nominierten des 1. Deutsch-französischen Städtepartnerschaftspreises des französischen Senats gehört. Die Aufregung und auch die Freude darüber war auch in Empfingen groß. Nach den Worten des Senatspräsidenten Gérard Larcher ist eine Nominierung für den Preis das Ergebnis einer engen Verbundenheit zweier Gemeinden, „eines Tandems: Ihre beiden Dynamiken spiegeln sich gegenseitig. Ohne die eine wäre die andere verwaist.“ Ziel des deutsch-französischen Partnerschaftspreises ist es, „zu den Wurzeln der Partnerschaften zurückzukehren, um ihre ganze Vielfalt und den ganzen Reichtum neu sichtbar zu machen.“

 

Mehr als 220 französische Städte und Gemeinden bewarben sich um die ausgelobten Preise. Roman Le Gleut als Präsident der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe des Senats betonte: „Jede Bewerbung steht für ein Projekt, das eine ganze Gemeinschaft um einfache, aber kraftvolle Ideen zu vereinen wusste: einander besser kennenlernen, miteinander in Dialog zu treten und gemeinsam zu handeln. Die Geschichte unserer beiden Länder erinnert uns daran, wie schwierig dieser Weg war; diese Initiativen sind so viele Zeugnisse der erzielten Fortschritte.“

Viele gemeinsame Aktivitäten

Für die Bewerbung hatte die Präsidentin des Partnerschaftskomitees von La Roche-Blanche, Isabelle Sébillet, zahlreiche Stunden aufgewandt, denn es war gar nicht so einfach, die zahlreichen und vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten zusammenzufassen. In ihrer Bewerbung hob sie das unermüdliche Engagement der Vereine mit ihren Freiwilligen, Familien, Einwohnern und gewählten Vertretern hervor, „die diese Beziehung Jahr für Jahr gepflegt und bereichert haben. Selbst die Pandemie von 2021 hat unseren Austausch nicht unterbrochen. Von Anfang an basierte der Austausch auf gemeinschaftsfördernden Begegnungen: Musik, Sport (Fußball, Tennis, Radtouren), Schüleraustausch sowie die aktive Beteiligung von Vereinen wie Chören, Feuerwehren oder Jugendclubs. Diese Initiativen haben es ermöglicht, tiefe Verbindungen zu knüpfen, die im Alltag der Einwohner verankert sind, und der Zusammenarbeit eine menschliche Dimension zu verleihen. Jedes Jahr finden im Rahmen des Austauschs gegenseitige Besuche statt, bei denen jede Gemeinde die andere in einem Geist der ehrlichen Freundschaft empfängt. Diese Reisen sind oft viel mehr als nur einfache Besuche; sie werden zu Momenten der Emotionen, des Austauschs und der gegenseitigen Entdeckung und stärken das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer echten europäischen Familie.“

Reisen zwischen Gemeinden

Sébillet verwies auf besondere Höhepunkte, hier vor allem auch auf die gemeinsamen Besuche der Gedenkstätten der beiden Weltkriege wie dem Mémorial de Caen, den Landungsstränden und Verdun. „All diese Momente des Austauschs, der Besinnung und der Weitergabe erinnern an die tiefe Bedeutung dieser Partnerschaft. Die Reisen zwischen unseren beiden Gemeinden – manchmal sogar mit dem Fahrrad über fast 670 Kilometer – stehen für Geselligkeit, Musik, Gastronomie und lokale Traditionen. Karneval, Dorffest, Hohenzollernmarkt, Apfelfest, Weihnachtsmärkte: Jedes Treffen ist eine Gelegenheit, Spezialitäten, Know-how und Lebensfreude zu teilen.“

Im Besonderen verwies Sébillet auf die informellen Sprachkurse, die in beiden Kommunen eingerichtet wurden, „um uns besser zu verstehen, jeden Moment unseres Wiedersehens in vollen Zügen zu genießen und das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer echten europäischen Gemeinschaft zu stärken.“

Preisverleihung und Ausblick

Die Preisverleihung
Die vielen gemeinsamen Aktivitäten und die tiefe Freundschaft, die durch die Partnerschaft entstanden ist, überzeugte die Jury der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe, so dass La Roche Blanche zu den zehn nominierten Gemeinden in der Kategorie „Dörfer und Kleinstädte“ in der Gruppe der Gemeinden bis 4232 Einwohner gehörte. Zur Zeremonie der Verleihung des 1. Deutsch-französischen Städtepartnerschaftspreises im Palais du Luxembourg (Sitz des Senats) waren neben den Vertretern der Gemeinde La Roche-Blanche Isabelle Sébillet (Präsidentin des Partnerschaftskomitees) und Gérard Vialat (früherer Bürgermeister) auch zwei Vertreter der Gemeinde Empfingen eingeladen. Und so machten sich Albert Schindler, Altbürgermeister und Gründungsmitglied der Städtepartnerschaft, und Renate Baiker, Mitglied des Partnerschaftsausschusses der Gemeinde Empfingen, überraschend kurz vor Jahresende am 9. Dezember auf den Weg nach Paris, um an der feierlichen Zeremonie teilzunehmen. Das gemeinsame Fazit nach der Veranstaltung war: Auch wenn La Roche Blanche bei der Preisverleihung nicht zu den Gewinnern gehörte, war bereits die Nominierung und die Einladung in den Senat eine große Ehre. Bürgermeister Ferdinand Truffner dankte den beiden Empfinger Vertretern und resümierte: „Mit der Nominierung hat unsere Partnergemeinde wiederholt gezeigt, dass die Verbindung nach Empfingen auch weiterhin wichtiger europäischer Bestandteil ist. Und wir kommen sicher wieder – dann holen wir uns den Preis.“

Jubiläum 2026
Einen Ausblick gab Isabelle Sébillet im Rahmen der Bewerbung auch auf das 2026 stattfindende 35-jährige Bestehen der Partnerschaft. „Die Vorbereitungen laufen bereits, insbesondere mit der Erstellung eines gemeinsamen deutsch-französischen Kochbuchs, das ein Symbol für das gemeinsame kulturelle und gastronomische Erbe ist. Zweifellos wird dieser Moment ein weiterer Schritt zur Stärkung dieser vorbildlichen Beziehung sein, die unsere beiden Gemeinden seit fast 35 Jahren verbindet und die über Worte und Grenzen hinaus den europäischen Geist der aufrichtigen und dauerhaften Freundschaft, des Friedens und der Zusammenarbeit verkörpert.“