Seit zehn Jahren gibt es nun schon den Nationalpark Schwarzwald. Aus diesem Anlass hat die Nationalparkverwaltung und die Nationalparkregion im Nationalparkzentrum Ruhestein eine Pressekonferenz ausgerichtet. Somit gab es viel Gelegenheit für die angereisten Pressevertreter, Fragen zu stellen.
Alles läuft nach Plan, der Nationalpark ist ein voller Erfolg: Diese Botschaft wollten die Nationalparkverwaltung und Vertreter der Nationalparkregion bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Nationalparkzentrum Ruhestein vermitteln. Mit dabei waren auch der Leiter des Nationalparks, Wolfgang Schlund, und Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf.
Doch nachdem alle guten Nachrichten verkündet waren, gab es auch die Möglichkeit für die Pressevertreter, ihre Fragen zu stellen. So wollte unsere Redaktion wissen, was der Nationalpark gegen den Motorradlärm unternehmen möchte. Denn selbst nachdem man stundenlang in den Park gewandert ist und keine Menschenseele mehr weit und breit zu sehen ist, herrscht teilweise noch immer eine Geräuschkulisse wie auf einer Rennbahn. Wer nun auf ein hartes Durchgreifen seitens des Nationalparks gehofft hat, dürfte enttäuscht werden. „Es gibt deutschlandweit Initiativen, den Lärm der Motorräder zu reduzieren“, meinte Schlund. Der Nationalpark allein könne das nicht leisten. Als eine Maßnahme gegen den Lärm führte Schlund das schon vor Jahren eingeführte Tempolimit auf der B 500 an. Und das obwohl der Motorradlärm trotz Tempo 70 weiterhin ein Problem bleibt.
Ruhe als hohes Gut
Immerhin: Der Nationalpark plant laut Schlund, Lärmtafeln aufzustellen, die den Verkehrsteilnehmern anzeigen sollen, wie viel Lärm sie verursachen und darum bitten, leiser zu sein. Damit soll nach und nach vermittelt werden, dass „Ruhe ein hohes Gut ist“, so Schlund.
Nächste Frage unserer Redaktion: Wann wird der Takt für die Busse erhöht, die aus den umliegenden Städten Touristen und Ausflügler in den Nationalpark bringen? Derzeit gilt ein Ein-Stunden-Takt. Sprich: Wer nach Abschluss seiner Wanderung den Bus um nur wenige Minuten verpasst, muss mehr als 50 Minuten warten, bis der nächste kommt.
Ein Zustand, den man beim Nationalpark offenbar für absolut akzeptabel hält. 58 Minuten zu warten, sei nicht viel, meinte Schlund. Früher hätte man unter Umständen zwei Tage warten müssen. Außerdem könne man die Zeit nutzen, um einen Kaffee im Nationalparkzentrum zu trinken. Allerdings geht das natürlich nur, wenn man dort auch auf den Bus wartet und nicht an einer der vielen anderen Haltestellen im Park.
Ruf verwies darauf, dass der Stundentakt im öffentlichen Nahverkehr in ganz Baden-Württemberg Standard sei. „Das ist die generelle Norm“, so Ruf. Man müsse hier eine Kosten-Nutzen-Abwägung machen. Und gemessen an dem Nutzen wäre eine Erhöhung des Takts viel zu teuer.
Neben der Verkehrsbelastung ist auch der Borkenkäfer ein ständiges Aufregerthema. So wollte einer der Medienvertreter wissen, ob es Hinweise darauf gebe, dass der im Park sehr verbreitete Borkenkäfer auf die umliegenden Nutzwälder überspringt.
Hierauf meinte Schlund, dass es sich weder beweisen noch widerlegen lasse, dass die Käfer in den Nutzwäldern aus dem Nationalpark kämen. Denn es sei auch denkbar, dass die Käfer von den Nutzwäldern auf den Nationalpark übertragen würden. Das hänge auch vom Wind ab. Generell gelte: „Die Käfer sind Wildtiere, die tauchen dort auf, wo sie auftauchen wollen.“ Der Nationalpark helfe aber privaten Waldbesitzern, ihre Wälder umzubauen.