Baden-Württemberg hat seine Impfstrategie überarbeitet. (Symbolfoto) Foto: Leigh Prather stock.adobe.com

Baden-Württemberg ändert Strategie und bessert nach. Änderung bei Terminvergaben.

Bei den Corona-Impfungen geht jedes Bundesland seinen eigenen Weg. Doch eines haben alle gemeinsam: Den Mangel an Impfstoff. Dieser war auch im Südwesten Anlass, die Impfstrategie zu ändern. An mehreren Stellen hat die Landesregierung inzwischen nachgebessert.

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Stuttgart - Der Corona-Impfstoff bleibt ein rares Gut. Weil die Lieferungen bislang hinter den Erwartungen der Landesregierung zurückbleiben, hat diese ihre Impfstrategie in mehreren Punkten geändert. Auch Kritik am Anmeldeverfahren veranlasste das Sozialministerium zum Nachsteuern.

Was hat sich an der Impfstrategie geändert?

Wegen der Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hält das Land nicht mehr die Hälfte aller Impfdosen für die zweite Impfung zurück, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte. Dies sei notwendig, um alle vereinbarten Termine einhalten zu können. In dieser Woche fällt die Liefermenge rund 14 Prozent geringer aus als vom Bund angekündigt. In den beiden nächsten Wochen sollen die Liefermengen jeweils rund sieben Prozent unter den angekündigten Mengen liegen.

Was bedeutet das für die Zahl der täglichen Impfungen?

Derzeit können nach Angaben des Sozialministeriums täglich rund 7000 Menschen im Südwesten erstmals geimpft werden. In der kommenden Woche sollen es voraussichtlich bis zu 10.000 Impfungen am Tag sein. Allein die Gruppe der über 80-Jährigen und des medizinischen Personals umfasst in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen. 239.215 Menschen haben nach Angaben des Landesgesundheitsamts von Mittwoch (Stand: 00.15 Uhr) eine erste Corona-Impfung erhalten, 69.839 verfügten bereits über den vollen Schutz nach der zweiten Impfung.

Was ändert sich bei der Terminvergabe?

Wer bislang einen Termin für eine Corona-Impfung ausmachen wollte, hing oft sehr lange am Telefon oder gab sogar verzweifelt auf. Nach der lautstarken Kritik möchte das Land deshalb von Montag an eine Art Rückmeldungs-System anbieten: Wer einen Termin haben möchte, wird registriert und bekommt diesen später mitgeteilt, hieß es vom Gesundheitsministerium. Dadurch soll vermieden werden, dass Menschen sich mehrmals um einen Termin bemühen müssen. Das System solle genutzt werden, solange es einen Mangel an Impfstoff gebe, sagte Minister Manne Lucha (Grüne). Details will die grün-schwarze Landesregierung am Freitag vorstellen.

Wo wird noch nachgebessert?

Ältere sollen leichter zum Impfzentrum kommen können. Nach starker Kritik vor allem von Senioren haben sich das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen darauf geeinigt, die Kosten für bestimmte Fahrten zum Impfzentrum zu übernehmen. Ältere Menschen, die zwar impfberechtigt, aber nicht mobil sind, sollen so unterstützt werden, wie das Ministerium und die Kassen mitteilten. "Jeder, der auch heute schon beispielsweise Fahrten zum Hausarzt von der Krankenkasse bezahlt bekommt, kann nun auch für den Weg zum Impfzentrum die Möglichkeit einer sogenannten Krankenfahrt nutzen", hieß es.

Eine Verordnung könne beim Hausarzt auch telefonisch erfragt werden. Die neue Regelung gilt zunächst für alle Impfberechtigten, die älter als 80 Jahre sind. In einzelnen Regionen wie Heidelberg und Ulm wird bereits seit längerem ein Fahrservice zum Impfzentrum angeboten.

Was ist mit persönlichen Einladungen?

Diese sind weiter nicht geplant. Das Land sieht dennoch Informationsbedarf in Sachen Corona-Impfung und hat rund sechs Millionen Briefe an die Baden-Württemberger verschickt, um zu erläutern, wie die Impf-Hotline funktioniert. Es soll nicht auf Details eingegangen, aber grundsätzlich das Verfahren dargestellt werden, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: