Soll der VAR auch eingreifen dürfen, wenn der Ball nicht im Spiel ist? Das fordert Julian Schuster – auch wegen eines Gegentreffer, den der SC Freiburg am Sonntag kassierte.
Als sich Lukas Kübler in der 49. Minute wieder aufgerappelt hatte, ging sein erster Weg zum Schiedsrichter. Denn unmittelbar bevor Elvis Rexhbecaj zum 2:0 für den FC Augsburg getroffen hatte, lag der Verteidiger des SC Freiburg kurz am Boden. Wieder auf den Beinen, kam Kübler gegen den Torschützen zu spät, Noah Atubolu im SC-Tor war machtlos.
Auch Küblers Proteste bei Martin Petersen brachten nichts – der Treffer zählte. Darüber ärgerte sich nach dem Spiel auch der Freiburger Trainer Julian Schuster und brachte eine Regeländerung ins Gespräch. „Ich finde es Wahnsinn. Wir müssen da über eine Regel sprechen“, sagte er bei DAZN.
„Es wird nur nicht gepfiffen, weil der Ball nicht im Spiel ist. Das darf so nicht sein. Punkt. Wenn sie das als Foul bewerten, muss auch auf Foul entschieden werden“, sagte er und haderte damit der VAR-Regelung. Denn dieser darf sich nicht einschalten, wenn der Ball nicht im Spiel ist. Da die Szene mit Kübler jedoch kurz vor der Ausführung des Augsburger Eckballs passierte, gab’s vom VAR keinen Hinweis.
Die TV-Bilder zeigen kein klares Foul an Kübler
Bereits am 34. Spieltag der Vorsaison gab es bei einem Freiburger Gegentreffer eine ähnliche Situation. „Ich finde, dann muss sich der VAR auch einschalten dürfen“, sagte Schuster am Sonntag bei der Pressekonferenz. Ob das Tor wirklich zurückgenommen worden wäre, ist offen. Denn bei Ansicht der Bilder ist zumindest kein klares Foul des Ex-Freiburgers Keven Schlotterbeck an Kübler, der auch an Michael Gregoritsch hängen bleibt, zu erkennen. Eine VAR-Überprüfung, die nach Schusters Vorschlag zumindest möglich sein sollte, hätte aber immerhin für Klarheit in dieser Szene sorgen können.
Nach Doppelschlag zurück ins Spiel gekommen
So aber blieb es beim 2:0, es war im dritten Spiel nach der Winterpause bereits der fünfte Gegentreffer für den SC Freiburg kurz nach der Pause. Beirren ließen sich die Gäste davon jedoch nicht, ein Dreier-Wechsel brachte Schwung und ebenfalls einen Tor-Doppelpack. „Die Reaktion ist bemerkenswert, es zeichnet die Mannschaft aus zurückzukommen“, lobte Schuster.
Zunächst traf Yuito Suzuki, nur kurze Zeit später Igor Matanovic, der am Sonntag zum erstem Mal in der Bundesliga in der Startelf stand. Er bedankte sich dafür mit einem Tor – und rettete gleichzeitig den Ex-Freiburger Gregoritsch vor einer Roten Karte.
Siegtreffer aberkannt
Denn den abgefälschten Kopfball von Johan Manzambi blockte Gregoritsch reflexartig mit der Hand vor die Füße Matanovics. „Wenn der Schiedsrichter direkt pfeift, ist es Rot und Elfmeter. Dann wird es richtig bitter. So ist es für mich persönlich gut ausgegangen“, sagte der Österreicher bei DAZN.
So durfte auch Gregoritsch bis zum Ende weitermachen und war Teil einer wilden Schlussphase. Die Freiburger trafen sogar noch zum 3:2 – erneut war es Matanovic. Allerdings war der Ball vor der Flanke von Suzuki hauchzart im Aus. Das bestätigte der VAR-Einsatz, der in diesem Fall eingreifen durfte.