Aus dem "Alten Acker" bei Erlaheim soll eine Fläche zur Stromproduktion werden. Wo bislang Rinder friedlich am Hang grasen, sollen mittelfristig Solarpaneele regenerative Energie erzeugen. Foto: Schnurr

Im Erlaheimer Gewann Hasenbühl sollen auf einer großen Weide künftig Solarpaneele statt Rindern stehen. Fünf Megawatt Strom Spitzenleistung sind realistisch.

Geislingen-Erlaheim - Die Stadt Geislingen nimmt den Umweltgedanken ernst. Deswegen soll eine Fläche im Gewann Hasenbühl auf Erlaheimer Gemarkung, östlich des Erlaheimer Sportplatzes, als Standort für eine Photovoltaik-Anlage ausgewiesen werden.

Bereits vor gut drei Jahren hatte sich die Stadt Geislingen auf die Suche nach einem Standort für eine Solaranlage gemacht. Bereits 2017 hatte der Arbeitskreis Klimastadt vorgeschlagen, bei der nachhaltigen Erzeugung von Strom den Schwerpunkt auf die Photovoltaik zu legen.

Planungsbüro für 60.000 Euro beauftragt

Verschiedene Standorte wurden geprüft, die bestimmte Kriterien zu erfüllen hatten. So war eine Voraussetzung, dass sich das Gelände in städtischem Besitz befindet.

Darüber hinaus sollte das Areal nicht einsehbar sein – nicht jeder findet den Anblick von Solarpaneelen mitten im Grünen schön. Letztendlich haben der Bauamtsleiter Markus Buck und der Klimamanager Dieter Hornung die rund zehn Hektar große Wiese östlich des Erlaheimer Sportplatzes als am geeignetsten ausgesucht, im Geislinger Teilort auch als "Alter Acker" bekannt, offiziell als "Hasenbühl". Auf den weitläufigen Wiesen am Hang wachsen derzeit Reihen von Buschwerk, auf den Wiesen dazwischen grasen Rinder.

Dass mittelfristig eine Nutzung zur Solarstromerzeugung möglich wird, liegt daran, dass der Regionalplan unlängst eine vierte Änderung erfahren hat, wie Geislingens Stadtbaumeister Markus Buck erläutert. Dies ermöglicht, dass Photovoltaik-Anlagen auch in regionalen Grünzügen gebaut werden dürfen. "Es geht darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen", sagt Buck. Dazu wurde für 60.000 Euro ein Planungsbüro beauftragt, das einen entsprechenden Bebauungsplan erstellt, inklusive Genehmigungen von Behörden und Bürgern. Wer letztendlich die Erlaheimer Photovoltaik-Anlage errichtet und betreibt, ist nach Angaben des Stadtbaumeisters noch offen. Möglich ist beispielsweise, dass die Stadt die Initiative ergreift, eine Bürgergemeinschaft auf dem Hasenbühl Strom aus der Sonne gewinnt oder auch, dass ein Investor einsteigt. "Die ersten Meldungen sind schon da", lässt Buck wissen.

Bau voraussichtlich im Sommer 2022

Am kommenden Mittwoch steht das Aufstellen des Bebauungsplans auf der Tagesordnung des Geislinger Gemeinderats. Dabei soll die maximale Höhe der einzelnen Solarmodule beschränkt werden.

Außerdem soll sichergestellt werden, dass die bestehenden Gehölze außerhalb des Plangebiets in ihrem natürlichen Zustand weitgehend erhalten bleiben. Die Solaranlage soll zudem rund fünf Meter Abstand zu den bestehenden Waldflächen wahren. "Im Rahmen der Errichtung eines Photovoltaik- Freifeldes sind weitere durch planungsrechtliche Festsetzungen festgelegte Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen, um den erforderlichen Waldabstand einzuhalten", heißt es dazu in der Sitzungsvorlage.

Nächster Schritt ist nun der Beschluss des Gemeinderat, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen. Ist das Verfahren auf den Weg gebracht, dauert es rund eineinhalb Jahre, bis mit dem Bau begonnen werden kann, schätzt Geislingens Stadtbaumeister, also voraussichtlich bis zum Sommer 2022. Danach könnten auf dem "Alten Acker" eine Anlage stehen, die bis zu sieben, realistischerweise aber etwa fünf Megawatt Strom erzeugt.

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